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Freie Fahr für Züge: Bremsmanöver im Bahnverkehr verbrauchen viel Energie
Grüne Welle für Züge
Hoher Energieverbrauch beim Bremsen
In der Schweiz gibt es die grüne Welle auch für Züge: Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben eine Software für adaptive Lenkung ihrer Loks entwickelt.
Die Züge sollen energieeffizient unterwegs sein: Das System soll unnötige Stopps verhindern - und so jährlich den Energieverbrauch einer Kleinstadt einsparen. Tagtäglich sind in der Schweiz 10.000 Züge auf der Strecke. Jeder Zug passiert alle drei Sekunden ein Signalzeichen. Das führt zu Konflikten: Im gesamten Netz wird 2000 mal am Tag ein Zug zu einem ungeplanten Haltestopp gezwungen. Diese Bremsmanöver kosten nicht nur Zeit, sondern auch Energie. Ein Softwaresystem für adaptive Lenkung ( ADL) soll das verhindern. Das System errechnet energieoptimierte Fahrprofile für Züge.

Frühes Abbremsen statt Stillstand
Taucht ein Hindernis oder eine Verzögerung auf der Bahnstrecke auf, wird der Lokführer frühzeitig informiert. Er bekommt eine Geschwindigkeitsempfehlung: Anstatt später anhalten zu müssen, drosselt er die Geschwindigkeit und fährt langsam weiter, bis die Störung aufgehoben ist. Damit werden energieintensive Brems- und Beschleunigungsmanöver umgangen. "Wenn wir einen 1000 Tonnen schweren Güterzug nicht anhalten lassen müssen, spart das ungefähr so viel Energie wie ein Haushalt in einer Woche verbraucht", sagt Andreas Bärlocher, Schichtleiter in der SBB Betriebszentrale Ost in Zürich. Zeit geht dabei nicht verloren – das langsamere Fahren ersetzt lediglich den Stillstand.

Die adaptive Lenkung basiert auf einer komplexen Datenanalyse. Für jeden Zug erstellt die Software eine individuelle Geschwindigkeitsplanung und wertet dafür sekündlich rund 5000 Parameter aus. 3500 Lokführer und 1500 Disponenten in den Betriebszentralen sind vernetzt. Die Entwicklung des Systems hat mehrere Jahre gedauert und rund 34 Millionen Franken gekostet. Noch nutzen nicht alle Züge die Software: Knapp die Hälfte der Gütertransporte fährt ohne den digitalen Geschwindigkeitsassistenten.

Adaptive Systeme für den Straßenverkehr
Nicht nur in der Schweiz optimiert Software den Bahnverkehr, in vielen Ländern sind ähnliche Systeme zur Energieoptimierung im Einsatz – teilweise bereits seit den 1970er Jahren. Auch im Straßenverkehr sollen adaptive Systeme wie intelligente Ampelanlagen künftig für einen besseren Fluss sorgen. Warten besonders viele Autos an einer Ampel, verlängert sich die Grünphase automatisch. So könnten Autofahrer sogar in der Rushhour dank der „grünen Welle“ Sprit sparen.

Stau vermeiden
Intelligente Ampel passt sich dem Verkehr an
Ein Ampelsystem, dessen Grün- und Rotphasen sich an den Verkehr anpassen, haben Forscher aus Dresden und Zürich entwickelt.