Spenderherz © SWR
Für Patienten, die auf ein Organ warten, ist die Situation oft dramatisch.
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Tödlicher Organmangel
Die Zahl der Organspenden in Deutschland sinkt und sinkt. Woran liegt's?
Viele Menschenleben könnten gerettet werden – wäre nur die Organspende besser organisiert. Und würden die Kliniken nicht den größeren Aufwand scheuen.
Unsere Beiträge zum Thema
Organspenden können für Intensivstationen sehr belastend sein - ein Grund für den Organmangel?
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Vom Spender zum Empfänger - so läuft eine Organspende ab.
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Ganze 769 Menschen spendeten im Jahr 2017 in Deutschland Organe. So wenige wie nie. Im Jahr 2016 waren es noch 834 gewesen. Auf der anderen Seite steht eine sehr viel größere Zahl: Mehr als 10.000 Menschen warten derzeit in Deutschland auf eine lebensrettende Transplantation.

Laut Axel Rahmel, Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), hänge der Erfolg des Organaustauschs "von einem möglichst großen Organpool ab, weil auf diese Weise das Matching zwischen Spender und Empfänger und damit die Ergebnisse der Transplantation verbessert werden". In Deutschland fehle bislang eine Kultur der Organspende, so der Experte. In anderen Ländern wie etwa Spanien sei es eine Selbstverständlichkeit, dass am Lebensende an Organspende gedacht werde. "Das gilt nicht nur für das Klinikpersonal, sondern für die gesamte Gesellschaft."

Eine Neuregelung der Organspende ist nötig
Systematische Manipulationen kämen nicht mehr vor, betonte Rahmel. Ab 2012 war es erstmals zu einem deutlichen Rückgang der Organspenderzahl gekommen, nachdem bekanntgeworden war, dass Ärzte an mehreren Transplantationszentren falsche Angaben über ihre Patienten gemacht hatten. Ein weiteres Problem seien die Ökonomisierung von Kliniken und der Fachkräftemangel, so der DSO-Vorstand.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert eine Neuregelung der Organspende. "Notwendig wäre ein Register, in das man sich eintragen kann, wenn man nicht bereit ist, zu spenden", so Lauterbach. "Wir können verlangen, dass sich jeder aktiv erklärt, der seine Organe im Todesfall nicht für das Leben anderer Menschen hergeben möchte." Das derzeitige Verfahren, nach dem Organe nur entnommen werden dürfen, wenn die Betroffenen einen Organspende-Ausweis bei sich führen, setze "zu hohe Hürden".

Die katholische Kirche spricht sich grundsätzlich für Organspenden aus. Eine Widerspruchsregelung wäre für sie dennoch nicht akzeptabel: Nach ihrer Ansicht muss die Organspende eine bewusste und freiwillige Entscheidung bleiben.

Spendewillen
Ja? Nein? Lieber nicht?
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Glossar
Organspenden
Ob man zum Beispiel nach einem Unfall automatisch zum Organspender wird oder ob man dagegen zu Lebzeiten sein Veto einlegen kann, ist von Land zu Land unterschiedlich.