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Gemüseteller © dpa Video
Vegan ist nicht automatisch gesund. (Beitrag vom 23. Juni 2016)
Ersatz muss her
Veganer müssen auf Nährstoffzufuhr achten
Die Ärztin Barbara Miller hat sich auf Nahrungsumstellungen spezialisiert. Vor Beginn der veganen Ernährung ist ein Gesundheitscheck mit großem Blutbild empfehlenswert.
Es sollte vor einer Umstellung geklärt werden, ob dem Körper wichtige Nährstoffe und Spurenelemente fehlen, sagt Miller. Fakten, die für den veganen Ernährungsplan von Bedeutung sind. Veganer sind zwar besser mit Ballaststoffen und einigen Vitaminen versorgt, der Bedarf an Vitamin B12 lässt sich aber mit rein pflanzlicher Nahrung nicht decken. Vor allem "Neu-Veganer" haben oft Defizite.

Vitamin B12 und Kalzium sind kritische Nährstoffe
Dennoch sind Veganer nach Einschätzung des Ernährungswissenschaftlers Markus Keller heute besser denn je über mögliche Nährstoffmängel einer rein pflanzlichen Ernährung aufgeklärt. "Die meisten Veganer wissen inzwischen, dass man auf die Zufuhr bestimmter kritischer Nährstoffe wie Vitamin B12 und Kalzium besonders achten sollte", so Keller. Beide Nährstoffe kommen von Natur aus nur oder besonders reichlich in tierischen Lebensmitteln vor.

Für Studien am Institut für alternative und nachhaltige Ernährung in Gießen finde er nur noch schwer Veganer, die keine Vitamin-B12-Präparate verwenden. Allerdings stimme die Dosierung oft nicht oder sie würden nicht konsequent genug eingenommen, sagte Keller. Bei vollwertiger, ausgewogener Lebensmittelauswahl könne die Ernährungsweise gesundheitsförderlich sein. Bisherige Studien zeigten zahlreiche positive Gesundheitswirkungen, die Zahl der Teilnehmer mit rein pflanzlichem Speiseplan sei allerdings jeweils recht gering.

Rar seien zudem Untersuchungen zu veganer Ernährung bei Schwangeren, Stillenden, Kindern und Sportlern, sagte Keller. "Auch die beiden größten epidemiologischen Studien, die die Gesundheit von Vegetariern und Nicht-Vegetariern miteinander vergleichen, hatten bei mehr als 150.000 Probanden nur einen relativ geringen Anteil an Veganern." Menschen mit rein pflanzlichem Speiseplan hätten dabei das geringste Risiko für Übergewicht, Typ-2- Diabetes und andere auch durch Ernährung bedingte Krankheiten aufgewiesen. Berücksichtigt worden sei dabei auch der insgesamt bewusstere Lebensstil von Veganern.

Wohlüberlegtes einkaufen ist wichtig
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Ohne die richtigen Ersatzlebensmittel für Fisch, Fleisch und Milchprodukte fehlen Veganern wichtige Nährstoffe, so Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. "Prinzipiell ist eine vegane Ernährung nicht ungesund, aber sie birgt gewisse Risiken. Je stärker die Lebensmittelauswahl eingeschränkt wird, desto schwieriger wird es, bestimmte Nährstoffe ausreichend aufzunehmen. Veganer sollten ihre Nahrung wohlüberlegt zusammenstellen können. Ohne entsprechendes Wissen halten wir das für kritisch. Für Säuglinge und Kleinkinder ist vegane Ernährung schlicht ungeeignet, weil ihr Nährstoffbedarf besonders hoch ist."

Wenn der Speiseplan recht abwechslungsreich ist, muss Eisen kein Problem sein, meint Gahl: "Auch nicht für Veganer, wenn sie zum Beispiel Vollgetreide, Blattgemüse und angereicherte Lebensmittel essen. Der Mangel an Calcium lässt sich zum Beispiel mit Grünkohl, Spinat und Broccoli ausgleichen. Auch die Jodquellen sind bei einer veganen Ernährung arm gesät."

Gahl weiter: "Zumindest für Vegetarier kann man sagen, dass sie seltener unter Übergewicht und hohem Blutdruck leiden. Es werden weniger gesättigte Fettsäuren und Cholesterin aufgenommen, die viel in Fleischwaren enthalten sind. Das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gicht und Krebs ist dann niedriger. Aber ob deshalb eine Ernährungsweise gesünder ist als die andere, lässt sich schwer sagen."

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