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Chirurgen Lupe
Der Organspende-Skandal der Göttinger Uniklinik erregte bundesweit Aufsehen
Organspendeskandal
Vertrauen der Bundesbürger auf Tiefpunkt gelangt
Nach dem Organspendeskandal in Deutschland waren die Spenderzahlen dramatisch eingebrochen. Eine Trendwende ist nicht in Sicht, befürchten Experten.
  • Juli 2012: Es kommt ans Licht, dass zwei Mediziner der Göttinger Universitätsklinik im großen Stil Akten gefälscht und die eigenen Patienten beim Empfang von Spenderlebern bevorzugt haben sollen.
  • August 2012: Einer der verdächtigen Mediziner soll schon von 2004 bis 2006 an der Regensburger Uniklinik vor Lebertransplantationen Krankendaten manipuliert haben.
  • September / Oktober 2012: Prüfer am Münchner Krankenhaus Rechts der Isar stellen Auffälligkeiten bei der Organvergabe fest. Laut Klinik wurden Laborwerte gefälscht, damit eigene Patienten auf der Warteliste nach oben rutschten und rascher ein Spenderorgan bekamen.
  • Januar 2013: Auch am Universitätsklinikum Leipzig werden Manipulationen aufgedeckt. Der Direktor des Transplantationszentrums sowie zwei Oberärzte werden beurlaubt. Wegen Körperverletzung und versuchten Totschlags erlässt das Amtsgericht Braunschweig Haftbefehl gegen den früheren leitenden Transplantationsarzt der Göttinger Universitätsmedizin. Er wird festgenommen.
  • Mai 2013: Das Münchner Klinikum darf nach dem Willen der bayerischen Landesregierung künftig keine Lebern mehr verpflanzen. Strukturelle Veränderungen sollen neues Vertrauen schaffen, heißt es. Die Fraktionen im Bundestag einigen sich auf eine Gesetzesänderung: Richtlinien der Bundesärztekammer zur Organentnahme sollen künftig vom Bundesgesundheitsministerium genehmigt werden müssen.
  • Juni 2013: Nach dem Willen des Bundestages sollen Betrügereien schärfer geahndet werden. Eine von allen Fraktionen getragene Änderung des Transplantationsgesetzes sieht bei Verstößen Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren oder Geldstrafen vor. Wegen Verdachts auf Totschlag und Körperverletzung leitet die Leipziger Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen drei Ärzte ein.
  • August 2013:Der Prozess um den Transplantationsskandal an der Göttinger Universitätsmedizin beginnt. Das Schwurgericht Göttingen macht sich die Aufklärung nicht leicht. Akribisch durchleuchten die Richter Fall für Fall. Obwohl das Landgericht bereits an 37 Tagen gegen den früheren Leiter der Transplantationschirurgie verhandelt hat, ist ein Ende des Verfahrens nicht abzusehen. Bis Oktober 2014 wird mindestens noch verhandelt.

Glossar
Organspende-Kriterien in Deutschland
Die Organspende in Deutschland unterliegt der Selbstverwaltung der beteiligten Institutionen. Den Rahmen gibt das Transplantationsgesetz vor.
Organspende-Informationen
Keine Pflicht
Alle Deutschen über 16 Jahre sollen künftig alle zwei Jahre von den Krankenkassen befragt werden, ob sie zur Organspende bereit sind. Entscheiden muss man sich nicht.
Glossar
Organspenden
In Deutschland warten mehr als 12.000 registrierte Patienten auf ein Spenderorgan, in Österreich und der Schweiz stehen jeweils 1000 Menschen auf der Warteliste.
Reformbedürftige Organspenden
Patient statt Profit
Angesichts der Skandale mit Spenderorganen prüft die deutsche Bundesregierung schärfere Strafen. Dazu gibt das Gesundheitsministerium ein Rechtsgutachten in Auftrag.