Lassa-Virus © dpa
Das Lassa-Virus sorgt für Fieber, Schmerzen und endet oft mit dem Tod
Das Lassa-Virus sorgt für Fieber, Schmerzen und endet oft mit dem Tod
Das Lassa-Fieber
Tropenkrankheit mit meist tödlichem Ausgang
Das Lassa-Fieber ist ein wie Ebola von Viren ausgelöstes, gefährliches hämorrhagisches Fieber, das 1969 erstmals in der nigerianischen Stadt Lassa diagnostiziert wurde.
Natürlicher Träger des Lassa-Virus ist eine wild lebende Ratte, die in afrikanischen Häusern weit verbreitet ist. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt in der Regel über Lebensmittel, die mit dem Urin der Ratten in Berührung kamen. Von Mensch zu Mensch werden die Viren über Kontakte mit Blut, Stuhl, Speichel, Erbrochenem, Sekreten, Urin und Samen Infizierter übertragen.

Das Lassa-Virus benötigt als Inkubationszeit nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts zwischen sechs und 21 Tagen. Dann beginnt die Krankheit mit hohem Fieber, Hals-, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwindelgefühl und Durchfall. In der zweiten Woche kommt es zu starken Magenschmerzen, Erbrechen sowie Schwellungen in Gesicht und am Nacken.

Lassa-Fieber kann zwar mit dem Präparat Ribavirin behandelt werden, doch die Todesrate bei Epidemien kann bis zu 50 Prozent betragen. Wer erkrankt ist, muss nach dem Bundesseuchengesetz sofort isoliert werden. Nach dem Abklingen der Krankheit ist der Urin eines Patienten noch bis zu neun Wochen lang, Samenflüssigkeit sogar bis zu drei Monaten lang ansteckend.

Erkrankungen an Lassa-Fieber kommen fast ausschließlich in Westafrika vor. 1996 gab es eine Lassa-Epidemie mit knapp 200 Erkrankungen und über 60 Todesfällen in Sierra Leone. In Nigeria ist das Lassafieber 2018 ausgebrochen: Mit mehr als 100 Todesfällen ist es aktuell einer der schlimmsten Ausbrüche in den vergangenen Jahren. Einzelne eingeschleppte Fälle sind auch aus den USA oder Großbritannien bekannt.

Lassa-Fall in Deutschland
Im Fieber
Es sei noch nicht geklärt, wie sich ein Leichenbestatter in Deutschland mit Lassa-Fieber infiziert hat. "Ein einfacher Hautkontakt reicht sicher nicht", so René Gottschalk vom Gesundheitsamt.
Glossar
Das Ebola-Virus
Das zentralafrikanische Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst hämorrhagisches - mit Blutungen einhergehendes - Fieber aus.