Geminidenschauer © ap photo, astropics
BeitragBeitrag
Jedes Jahr kurz vor Weihnachten fallen passenderweise Meteore vom Himmel.
Die Geminiden
Besonders heller Meteorstrom vor Weihnachten
Kurz vor Weihnachten geht über Europa alljährlich der Sternschnuppenschauer der Geminiden nieder. Die Meteore sind besonders zahlreich.
Passionierte Sterngucker müssen 2016 allerdings damit rechnen, dass der helle Mond die lichtschwächeren Geminiden-Meteore überstrahlen wird. Am besten eignen sich dunkle Orte fernab der Städte zum Beobachten der vorweihnachtlichen Himmelsflitzer - Orte also ohne künstliches Licht und mit guter Rundumsicht. Wer den Meteorstrom fotografieren will, sollte eine Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen.

Der Schwarm bringt besonders viele und helle Sternschnuppen hervor, die bei klarem Wetter auch am Himmel über lichtdurchfluteten Großstädten zu sehen sind. Dennoch stehen die Geminiden meist im Schatten der wesentlich bekannteren Perseiden, die im Sommer auf die Erde niedergehen. Dass die Geminiden so wenig populär sind, liegt vor allem an der Jahreszeit ihres Auftretens: Das kalte und oft auch trübe Dezemberwetter bietet Sternschnuppen-Jägern nun einmal unbequemere Beobachtungsbedienungen als laue Sommernächte.

Das Sternbild der Zwillinge mit seinen hellen Hauptsternen Castor und Pollux stand Pate bei der Namensgebung für den Geminiden-Schwarm, weil die Sternschnuppen aus genau dieser Richtung zu fallen scheinen - diesen Ausgangspunkt der Meteorbahnen bezeichnen die Astronomen als Radiant. In Wahrheit entstammen die Schnuppen freilich einer Staubwolke, die unsere Erde auf ihrer Bahn um die Sonne jedes Jahr um dieselbe Zeit durchquert. Dabei treten die Staubpartikel in die Erdatmosphäre ein, in der sie dann Sternschnuppen erzeugen.

Die Geminiden lassen sich am Himmel viel Zeit
Die Meteore des Stroms ziehen vergleichsweise langsam über den Himmel. Grund ist die geringe Geschwindigkeit, mit der die Geminiden-Teilchen in die Atmosphäre eintauchen. Als weitere Eigentümlichkeit der Geminiden gilt, dass in den Stunden des Sternschnuppen-Maximums zunächst die lichtschwächeren und erst am Ende die hellsten Meteore aufleuchten. Diese hellen Geminiden leuchten dann meist gelblich-weiß.

Ungewöhnlich ist auch der Ursprung der Staubwolke, die für das winterliche Sternschnuppen-Spektakel verantwortlich ist. In der Regel gehen Meteor-Schauern auf winzige Überreste von Kometen zurück - Schweifsterne, die bei der Annäherung an die heiße Sonne Gas und Staub freisetzen, der sich dann über die Kometenbahn verteilt. So liegt der Ursprung der spektakulären Perseiden im August in der kosmischen Staubspur des Kometen "Swift-Tuttle", der alle 130 Jahre der Sonne einen Besuch abstattet.

Anders die Geminiden-Staubwolke: Sie stammt nicht von einem Kometen, sondern geht offenkundig auf einen Asteroiden zurück - einen festen Kleinkörper unseres Sonnensystems, der im Gegensatz zu Kometen keine flüchtigen Bestandteile aufweist. Der Geminiden-Asteroid heißt Phaeton und umrundet die Sonne auf derselben Bahn wie die Staubwolke in rund eineinhalb Jahren.

Zwar schien mit der Entdeckung Phaetons 1983 die Herkunft der Geminiden geklärt. Allerdings mussten die Astronomen nun erklären, wie ein solch kompakter Himmelskörper eine Staubwolke auf seiner Umlaufbahn hinterlassen kann. Eine denkbare Antwort wäre, dass Phaeton früher ein Komet war - ein Schweifstern, von dem nichts anderes übrig geblieben ist als sein längst erloschener Kern.

Glossar
Gesteine aus dem All
Die US-Weltraumbehörde Nasa auf ihrer Internetseite 1400 Objekte im Sonnensystem, die als "potenziell gefährlich" eingestuft werden und auf der Erde einschlagen könnten.