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Grafik © dpa Video
Ärzte sehen Bluthochdruck eher als Risikofaktor (Beitrag vom 22. Januar 2014)
Bluthochdruck (Hypertonie)
Volkskrankheit in Industrienationen weit verbreitet
Zu hoher Blutdruck betrifft in Deutschland nach Schätzungen 20 Millionen Menschen, bei den Über-60-Jährigen sogar jeden zweiten.
In der Schweiz und in Österreich sind je 1,5 Millionen Menschen betroffen. Bei der Blutdruckmessung werden zwei Werte gemessen: der Maximaldruck, oberer oder systolischer Wert genannt, und der Minimaldruck, unterer oder diastolischer Wert, mit dem das Blut durch die Aterien gepumpt wird.

Der Normalbereich des oberen Werts liegt bei einem gesunden erwachsenen Menschen zwischen 100 und 130 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Ein Blutdruck niedriger als 120 / 80 gilt als optimaler Blutdruck Diese Richtwerte beziehen sich auf den Ruhezustand, da bei Anstrengung oder Stress der Blutdruck ansteigen kann, ohne gleich als Bluthochdruck zu gelten: Der systolische Wert ändert sich im Verlauf des Tages mehrmals. Auch während der Schwangerschaft kann ein erhöhter Blutdruck vorliegen, der jedoch nicht unbedingt bedenklich ist.

Beide Blutdruckwerte werden in der Maßeinheit mmHg angegeben, einer alten Maßeinheit für Druck, die auf die Zeit zurückgeht, in der Quecksilber (chem. Zeichen: Hg) Manometer zur Druckmessung verwendet wurden. Dabei entspricht 1 mmHg in der internationalen Standard-Maßeinheit Pascal (Pa) einem Wert von 133 Pa.

Volksleiden Hypertonie ist ein Risikofaktor
Bluthochdruck ist nach dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) streng genommen keine Krankheit, sondern ein Risikofaktor. Bei der Behandlung müsse der ganze Patient im Mittelpunkt stehen, meint Andreas Waltering vom IQWiG. Menschen mit dauerhaft erhöhten Blutdruckwerten bekommen aber im Laufe ihres Lebens häufiger und früher bestimmte ernste Erkrankungen als Menschen mit normalen Blutdruckwerten. Dazu gehören Schlaganfall, Nierenversagen, Herzschwäche und Herzinfarkte.

Ab einem ständig erhöhten oberen, systolischen Wert von 140 mmHg spricht man seit den 1990er Jahren von Bluthochdruck. Zuvor lag der Grenzwert bei 160. Der untere, diastolische Wert gibt einen Hinweis darauf, wie elastisch die Adern eines Patienten sind. Der Arzt kann daher aus dem diastolischen Wert Rückschlüsse darauf ziehen, ob der Patient gegebenenfalls eine Arterienverkalkung oder andere Gefäßkrankheiten hat.

Vorbeugen mit einfachen Maßnahmen
Zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen beim Bluthochdruck zählt Bewegung und Sport: "Regelmäßige körperliche Bewegung schützt enorm", betont Dr. Albert Fromme vom Institut für Sportmedizin der Universität Münster. Die Tendenz sei in der Bevölkerung leider gegenläufig: Die Deutschen werden mehr und mehr zu Bewegungsmuffeln und verbringen lieber Zeit auf der Couch. Der Verzicht aufs Auto bei kurzen Strecken oder der Spaziergang anstelle des DVD-Abends seien bereits wichtige, erste Schritte. Allerdings sollte der Spaziergang nicht regelmäßig in Fast-Food-Läden führen: Auch eine fettreiche Ernährung zähle zu den Risikofaktoren.

Mediathek: Unter Bluthochdruck
Therapie ohne Nutzen
Einen leicht erhöhten Blutdruck zu behandeln bringt den Patienten nichts, sagt eine Metastudie der Cochrane-Gesellschaft. Allein in Deutschland betrifft das viele Millionen Menschen.
Mediathek: Blutdruck senken
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Deutsche Mediziner setzen erstmals auf die "Koppler-Therapie" gegen Bluthochdruck: Ein Shunt verbindet Beinarterie und -vene und mindert so den Druck.
Rätselhafter Bluthochdruck
Ursache unbekannt
In 90 Prozent der Fälle können Ärzte die Ursache für Bluthochdruck nicht finden und behandeln das Symptom. Das muss nicht schlecht sein, meint der Kardiologe Prof. Thomas Münzel.