Während einer Nasa-Mission zum Mond entstand dieses Photo der Erde. © NASA Goddard  Arizona State University
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Während einer Nasa-Mission zum Mond entstand dieses Photo der Erde.
Wirtschaftswachstum versus Klima
Sackgasse oder Ausweg?
Die Fixierung auf permanentes Wachstum sei schuld, dass wir auf eine Klimakatastrophe zusteuern. Das sagen die Vertreter der "Postwachstumsökonomie". Und sie suchen nach Alternativen.
Aber muss das wirklich sein? Anhänger der "green economy", des "green growth" oder "green deals" glauben, dass Entwicklung und Einsatz von immer besseren Technologien die unerwünschten Nebeneffekte des Wirtschaftswachstums eindämmen können. Dass es nachhaltiges Wachstum geben kann.

1972 sagte der "Club of Rome" die Grenzen des Wachstums voraus. Umweltschäden und der rasante Verbrauch der Bodenschätze haben dem Wirtschaftswachstum seither eine Sinnkrise beschert, ebenso dem eng damit verbundenen Konsum. Konsumieren und verbrauchen wir die Welt tatsächlich langsam kaputt, zugunsten eines wirtschaftlichen Prinzips? Und hält das wenigstens sein Versprechen: Mehr Wohlstand für Alle?

In den energiehungrigen Industrieländern, z.B. in den USA, haben sich <b>Energieverbrauch</b> und <b>Wirtschaftsleistung</b> entkoppelt. Hier zeigt sich der technologische Fortschritt, der sparsame Maschinen und Prozesse ermöglicht. Energieverbrauch
Auch weltweit ist die <b>Energieeffizienz</b> gestiegen. D.h. die Volkswirtschaften kommen bei der Wertschöpfung relativ gesehen mit weniger Energie aus. Absolut gesehen wird jedoch weltweit mehr Energie verbraucht als je zuvor. Hinweis zur Grafik: Hier wird die verbrauchte Energiemenge, die für einen Dollar Wertschöpfung benötigt wird, umgerechnet in den Energiegehalt von einem Kilo Öl. Man spricht daher von Öl-Äquivalenten. Energieeffizienz
Alle Einsparungen und Effizienzgewinne können den Einfluss von Bevölkerungswachstum und  steigendem Energiebedarf in den Schwellenländern nicht kompensieren. Der <b>CO2-Ausstoß</b> nimmt weiter zu (wenn auch zuletzt verlangsamt). CO2-Ausstoß

Highlights

Live-Interview: "Verhalten ändern!"
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Der Postwachstumsforscher und Kapitalismuskritiker Prof. André Reichel sagt: "Wachstum alleine hat noch nie für eine gerechte Verteilung gesorgt, das hat immer die Politik getan."
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Vorabinterview: Ist Wachstum böse?
Vorabinterview: Ist Wachstum böse? © colourbox.de
Bei anhaltendem Wachstum sei das Weltklima nicht zu retten, sagt der Postwachstumsforscher André Reichel gegenüber dem Wirtschaftsmagazin makro - und fordert "mehr Phantasie jenseits der monetären Logik".
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"Das Wachstum hört nicht auf"
Prof. Philipp Harms: "Das Wachstum hört nicht auf"
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Der These vom Ende des Wirtschaftswachstums möchte Prof. Philipp Harms nicht folgen. In den saturierten, westlichen Industriestaaten sei es jedoch nur noch ein Abbild des technologischen Fortschritts.
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Streitpunkt E-Auto: Klimasünder oder -retter?
Streitpunkt E-Auto: Klimasünder oder -retter? © dapd
Viele Umweltschützer erhoffen sich von der E-Mobilität eine emissionsfreie Zukunft. Aktuelle Studien über die Klimabilanz des elektronischen Verkehrs zeigen allerdings, dass es bis dorthin noch ein weiter Weg ist.
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Die <b>Investitionen in saubere Energie</b> sind heute höher als bei jeder anderen Energieform. Zwar stagniert der Dollar-Betrag seit etlichen Jahren, doch aufgrund der niedrigeren Kosten gibt es mehr Gutes fürs gleiche Geld. Die Investitionen in saubere Energie sind heute höher als bei jeder anderen Energieform. Zwar stagniert der Dollar-Betrag seit etlichen Jahren, doch aufgrund der niedrigeren Kosten gibt es mehr Gutes fürs gleiche Geld.
Der Anteil grünen Stroms steigt bis 2040 auf fast 40% am Energiemix - zulasten fossiler Brennstoffe. Doch Vorsicht: Da der Strombedarf insgesamt zunimmt, sinkt der Kohlestrom absolut nur um 4%. Der Anteil grünen Stroms könnte bis 2040 auf fast 40% am Energiemix steigen - zulasten fossiler Brennstoffe. Doch Vorsicht: Da der Strombedarf insgesamt zunimmt, sinkt der Kohlestrom absolut nur um 4%.
Die Verstromung von Kohle und Gas könnte ihren Höhepunkt bereits 2026 erreichen. Elektrizität aus Wind und Sonne steigt rasant und deckt den Anstieg des globalen Strombedarfs fast komplett ab. Die Verstromung von Kohle und Gas könnte ihren Maximum bereits 2026 erreichen. Elektrizität aus Wind und Sonne steigt rasant und deckt den Anstieg des globalen Strombedarfs fast komplett ab.

Berichte aus der Sendung

Investoren-Magnet "Green Bonds"
© dpa
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2016 wurden 287 Milliarden Dollar in die globale Energiewende investiert. Doch wo kommt das Geld her? Zum Beispiel aus "grünen Anleihen". Das bedeutet: Die Öko-Branche wird erwachsen.
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makroskop Klimawandel
© reuters
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Im Ranking der CO2-Sünder führt China, gefolgt von den USA und der EU. Stagnierte der CO2-Ausstoß in den letzten drei Jahren, steigt er nun wieder an. Die Folgen sind ausgerechnet dort am größten, wo der ökologische Fußabdruck am geringsten ist.
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Recycling: Eine Welt ohne Müll
© pr
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"Cradle to cradle" nennt man die perfekte Kreislaufwirtschaft. Sie soll Rohstoffe liefern und Müll vermeiden. Vom Teppich bis zum Schuh. Bleibt nur noch ein Problem: ausreichend Abfall zu finden.
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Postwachstum: Weniger ist mehr
© dpa
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Der Klimawandel (und andere Übel) sei nicht zu stoppen ohne einen Ausbruch aus der kapitalistischen Wachstumslogik, sagt Umwelt-Ökonom Niko Paech. Das bedeutet Verzicht. Und eigenes Gemüse. Nur: Wie soll das funktionieren?
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Sendedaten
makro
Wirtschaftswachstum versus Klima
Freitag, 17. November 2017,
21.00 Uhr
Mediathek
© vario images[>> Alle Videos auf einen Blick]
Klimawandel: Reden Sie mit!
© dpaProf. André Reichel plädiert für eine Abkehr vom Wachstumsfetisch. Auch für Verzicht. Aber Hand aufs Herz: Wie realistisch ist das? Diskutieren Sie mit!
Studiogast
© KarlshochschuleProf. Dr. André Reichel
André Reichel ist Professor für Critical Management und Sustainable Development an der Karlshochschule in Karlsruhe. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich einer Nachhaltigen Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft, der betriebswirtschaftlichen Implikationen einer Postwachstumsökonomie, der Verschmelzung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung sowie einer systemtheoretischen Betrachtung gesellschaftlicher Transformationsprozesse.
Schwerpunkt
Umwelt - Nachhaltigkeit - Greentech
Klimagipfel in Bonn
Regeln für das Klima
Vertreter aus 197 Ländern wollen in Bonn ein Regelbuch für den Klimaschutz erarbeiten. nano begleitet den Klimagipfel - live aus den Rheinauen.
Archiv
Post-Wachstums-Welt
Ohne Wachstum ist in der Ökonomie alles nichts. Das Bruttoinlandsprodukt ist das Maß der Dinge. Es reflektiert das Streben des Menschen nach mehr. Und es hat eine wachsende Zahl von Gegnern.
(makro, 24.06.2016)