Rund ein fünftel der Kinder in Deutschland gelten als arm bzw. armutsgefährdet. © dpa
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Rund ein fünftel der Kinder in Deutschland gelten als arm bzw. armutsgefährdet.
Kinderarmut in Deutschland
Gesellschaftliches Armutszeugnis
Deutschland ist ein reiches Land mit armen Kindern. Während die Wirtschaft brummt und die Verbraucher in Kauflaune sind, leben rund zweieinhalb Millionen Minderjährige in Armut.
Mangelnde Ernährung, schlechte Kleidung, kein Smartphone für die WhatsApp-Gruppe in der Schule: Diese Ausgrenzungserfahrungen sind für Kinder prägend. Der Armutsforscher Christoph Butterwegge warnt davor, dass aus armen Kindern später arme Erwachsene werden.

Den größten Einfluss auf die Entwicklung von Kinderarmut hat die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Aber auch Kinder von Alleinerziehenden und Kinder mit Migrationshintergrund haben ein erhöhtes Armutsrisiko. Dass die Kinderarmutsquote in Deutschland zuletzt gestiegen ist, hat mit der Zuwanderung zu tun. Die meisten Geflüchteten, darunter viele Minderjährige, leben zunächst unter der Armutsgrenze.

Die Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz, Barbara Eschen, kritisiert den Regelsatz für Kinder in der Grundsicherung als zu gering. Er schreibe Kinderarmut fest. Außerdem sei das Nebeneinander von Kindergeld, Kinderfreibetrag, Kinderzuschlag, Kinderregelsätzen und Pauschalen des Bildungs- und Teilhabepakets zu kompliziert und ungerecht. Für arme Kinder müsse es zusätzliche Leistungen geben wie beispielsweise ein kostenfreies Schulmittagessen.

Das <b>Armutsrisiko</b> von Kindern beträgt 64%, wenn beide Eltern arbeitslos sind und nur 3%, wenn beide vollzeit arbeiten. Das Armutsrisiko von Kindern beträgt 64%, wenn beide Eltern arbeitslos sind und nur 3%, wenn beide vollzeit arbeiten.
Zwar gibt es über <b>150 Familienleistungen</b> wie Elterngeld, Kindergeld, Kita-Zuschuss. Doch nur 7% landen bei den wirklich Bedürftigen. Zwar gibt es über 150 Familienleistungen wie Elterngeld, Kindergeld, Kita-Zuschuss. Doch nur 7% landen bei den wirklich Bedürftigen.

Highlights

Live-Interview: Niedriglohnsektor = Kinderarmut
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Zu Gast bei makro ist Anne Lenze, Professorin für Soziale Sicherung. Sie macht für die auf hohem Niveau stagnierende Kinderarmut in erster Linie den Niedriglohnsektor in Deutschland verantwortlich.
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Vorabinterview: Tragik mit Methode
Expertin Anne Lenz beklagt einen "Dschungel an Sozialleistungen" und fordert für arme Kinder eine Kindergrundsicherung aus einer Hand. © dpa
Die Zahl armer Kinder im reichen Deutschland ist weiter gestiegen. Im Wahlkampf ist das kaum ein Thema. makro-Moderatorin Eva Schmidt sprach mit Anne Lenze über die aktuelle Situation.
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makroskop Kinderarmut
© dpa
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In Deutschland gilt jedes fünfte Kind als armutsgefährdet, besonders Kinder von Alleinerziehenden und Migranten. Von den Fördergeldern landen 13% bei den reichsten Familien und nur 7% bei den ärmsten.
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Berichte aus der Sendung

Berliner Arche: Arm, aber glücklich
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Geld ist für ärmere Kinder gar nicht so wichtig. Solange sie in einem intakten Umfeld leben, vermissen sie wenig. Schlecht geht es ihnen bei mangelnder Zuwendung oder gefühlter Ausgrenzung.
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"Dormagener Modell": Stets ansprechbar
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Eine Stadt investiert in ihre Kinder. Dormagen am Niederrhein macht Familien ein Angebot, dass man nicht ablehnen mag: Ein koordiniertes Netzwerk aus Jugendamt, Sozialarbeitern, Ärzten und Lehrern unterstützt vom Tag der Geburt an.
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USA: Obdachlos trotz Vollzeitjob
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Obwohl Darchelle vollzeit in einer Postfiliale arbeitet, kann sie sich das Leben in der Hauptstadt Washington nicht leisten. Für sie und ihren Sohn Darryl heißt das: Obdachlosenheim und Kleiderkammer.
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Sendedaten
makro
Kinderarmut in Deutschland
Freitag, 1. September 2017,
21.00 Uhr
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Kinderarmut: Reden Sie mit!
© dpamakro-Gast Prof. Anne Lenze sagt: "Die Förderung von Kindern im unteren Einkommensbereich ist äußerst mager." Diskutieren Sie mit!
Studiogast
Prof. Dr. Anne Lenze
Anne Lenze ist Professorin für Soziale Sicherung an der Hochschule Darmstadt. Vor ihrer Lehrtätigkeit war sie u.a. Richterin am Sozialgericht Bremen. Sie beschäftigt sich mit Fragen der Grundsicherung (Hartz IV) und der Familienpolitik.
Überblick
Familienpolitische Leistungen
Die Bundesregierung unterstützt die Familien mit vielen verschiedenen Maßahmen. Welche genau, lesen Sie hier in einem Bericht des deutschen Bundestages.
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Gesellschaft
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