Protektionistische Tendenzen bedrohen den Welthandel. © reuters
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Protektionistische Tendenzen bedrohen den Welthandel.
Handel mit Hindernissen
Das süße Gift des Protektionismus
Der freie Handel hat viele Jahre die Konjunktur angetrieben. Doch der Protektionismus ist weltweit auf dem Vormarsch und hinterlässt schon deutliche Spuren in der globalen Ökonomie.
Immer mehr Regierungen schotten ihre Industrien vor ausländischer Konkurrenz ab. Jüngstes Beispiel ist Donald Trump, der einige Handelsabkommen aufkündigen und Strafzölle einführen will, um die Wirtschaft in der USA zu stützen.

Mit seinem lokalen Denken - Buy American und America first - will Trump Amerika wieder groß machen. Doch genau diese Methode hat schon einmal nicht funktioniert. 1929 nach dem großen Börsencrash hatten sich die USA auch auf Protektionismus gesetzt. In Folge schrumpfte der Welthandel um ein Drittel.

Es gibt Untersuchungen, mit welchen Maßnahmen Regierungen versuchen, den heimischen Markt zu schützen. Dazu gehören zum Beispiel Zölle, Quoten, Subventionen, Prämien oder Ausnahmeregeln. Alleine in den G-20 Staaten gab es 2016 fast 350 solcher Maßnahmen.

Wohin dieser Isolationismus führen kann zeigten unlängst die Finanzminister der Industrie- und Schwellenländer (G20). Bei ihrem Treffen in Baden-Baden konnten sie sich nicht einmal mehr auf ein Bekenntnis für freien Handel und gegen Protektionismus verständigen.

<b>Welthandel</b><br /> Entwickelten sich in den 80er-Jahren Welthandel und Weltwirtschaft noch im Gleichschritt, zog mit dem Globalisierungsschub in den 90ern die Dynamik des Handels der Weltwirtschaft davon. Einen ernsthaften Einbruch erfuhr der Warenhandel nur 2009. Zuletzt verliert er an Schwung: Die Globalisierung gerät ins Stocken, der Protektionismus nimmt zu. Welthandel: Entwickelten sich in den 80er-Jahren Welthandel und Weltwirtschaft noch im Gleichschritt, zog mit dem Globalisierungsschub in den 90ern die Dynamik des Handels der Weltwirtschaft davon.
Protagonisten des <b>Protektionismus</b><br /> Die EU-Kommission zählt allein von 2008 bis 2015 1059 protektionistische Maßnahmen wie Import- und Exportzölle oder Einfuhrbeschränkungen. Protagonisten des Protektionismus: Die EU-Kommission zählt allein von 2008 bis 2015 1059 protektionistische Maßnahmen wie Import- und Exportzölle oder Einfuhrbeschränkungen.

Highlights

Live-Interview: Zölle helfen nicht
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Der Ökonom Jens Südekum beschäftigt sich mit internationalem Handel und dem Einfluss der Handelsverflechtungen auf lokale Arbeitsmärkte. makro will von ihm wissen: Wie riskant ist Protektionismus?
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Vorabinterview: "Deutschland schadet sich selbst"
Vorabinterview zum Exportüberschuss: "Deutschland schadet sich selbst" © dpa
Deutschland wird für seine Exportstärke beneidet und kritisiert. Dabei seien die hohen Exporte an sich kein Problem, sagt der Ökonom Jens Südekum im Vorabinterview mit makro. Der Exportüberschuss allerdings schon.
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makroskop Protektionismus
© The Maersk Group
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Lange wuchs der Handel kräftiger als die Weltwirtschaft insgesamt. Doch zuletzt ist der Welthandel als Motor der globalen Wirtschaft ins Stottern geraten. Das liegt auch auch am wachsenden Protektionismus.
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Berichte aus der Sendung

Protektionisten: Die Zu-kurz-Springer
Die Zu-kurz-Springer: Protektionisten auf dem Vormarsch © ap
Donald Trump findet vieles nicht fair, Globalisierung und freien Handel oft einen schlechten Deal. Dabei ist der US-Präsident nur der prominenteste Protagonist, der sich mit schlichten Parolen gegen eine komplexe Welt stemmt.
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Mittelstand: Export trifft Abschottung
© ebm-papst
Wie reagiert der deutsche Mittelstand auf Trumps Abschottungspolitik? Wir haben Stefan Brandl begleitet, Chef von ebm-papst, einem führenden Unternehmen bei Luft- und Antriebstechnik. (Wiso, 06.02.2017)
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BMW: Wachsame Gelassenheit
© dpa
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BMW ist ein Kind des globalen Handels, steht mit Fabriken in 14 Ländern und Zulieferern in aller Welt beispielhaft für Großkonzerne unserer Zeit. Protektionismus ist schlecht fürs Geschäft. Doch man ist vorbereitet.
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China, der Stahl und der Freihandel
© reuters
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China geriert sich als Anwalt des freien Handels. Das hat viel mit PR zu tun, wenig mit Wirklichkeit. Für den Export von Stahl wünscht man Zugang zum Weltmarkt. Den eigenen Laden hält man lieber dicht.
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Sendedaten
makro
Protektionismus
Freitag, 19. Mai 2017, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Mediathek
© dpa[>> Alle Videos auf einen Blick]
Protektionismus: Reden Sie mit!
© BMW GroupGlobalisierung vs. Protektionismus: Wie kann Welthandel gerecht gestaltet werden? Diskutieren Sie mit!
Studiogast
© HHUProf. Dr. Jens Südekum
Südekum ist Professor an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf und am Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE). Zu seinen aktuellen Forschungsschwerpunkten zählen der internationale Handel und der Einfluss der Handelsverflechtungen auf lokale Arbeitsmärkte.
Archiv
Globalisierung
Länder, Menschen, Unternehmen vereint in einer arbeitsteiligen Welt: Das sollte der Garant für Wohlstand sein. Aber die Globalisierung schafft Gewinner und Verlierer - und steht massiv in der Kritik.
(makro, 04.11.2016)
Zitat
"Global free trade and free exchanges of ideas produce efficiencies, synergies and competitions that are beneficial to the global wealth pie growing, whereas protecionism has the opposite effect. Nationalism, protectionism and militarism increase global tensions and the risks of conflict. For these reasons, while we remain open-minded, we are increasingly concerned about the emerging policies of the Trump administration."
(Ray Dalio, Gründer & Chairman, Bridgewater Associates)
Globalisierung
Der Wiedergänger
Trump bleibt Trump, da helfen keine Pillen. Politisch setzt er auf Stärke, ökonomisch auf Abschottung. Der Rest ist egal. Er selbst wird es kaum wissen - aber sein populistischer Furor folgt getreulich dem Drehbuch seines Alter Ego aus längst vergangener Zeit.
(makro, 07.02.2017)
Schwellenländer
Die große Umverteilung
Die reichen Industrieländer streiten über die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Bis in die Mitte der Gesellschaft sickert Abstiegsangst. Tröstlich: Global betrachtet überwiegt die Aufstiegshoffnung einer neuen Mittelschicht.
(makro, 14.04.2017)