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© Thomas Hendrich Wuppertal Lupe
Das neue Zentrum für verfolgte Künste zeigt unter anderem die Ausstellung "Spots of Light" der Holocaust-Gedenksätte Yad Vashem.
Schikaniert, geächtet, verfolgt
Zentrum für verfolgte Künste eröffnet
Ihre Werke wurden geächtet und sie selbst schikaniert, verfolgt oder vertrieben: Tausende Künstler und Dichter litten unter den NS-Schergen und dem DDR-Regime. Jetzt erinnert eine in Deutschland und Europa einzigartige Sammlung an ihre Geschichte und ihr Schaffen: das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen.
Am Abend des 8. Dezember 2015 hat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) das neue Zentrum für verfolgte Künste in Solingen offiziell eröffnet. Seine Arbeit hat das Institut bereits 2014 aufgenommen. Die neue Einrichtung bringe einen "vernachlässigten Teil" der deutschen Kunstgeschichte in die Öffentlichkeit und lenke deren Aufmerksamkeit auf einen "schwierigen Teil der deutschen Geschichte", sagte Lammert. Eine Zensur künstlerischer Arbeit sei jedoch ein Thema, das "wir nicht hinter uns haben". Auch heute gebe es in vielen Ländern der Welt, "gnadenlose Zensur und Verfolgung" von Künstlern, wenn ihre Arbeit nicht in die politische Linie passe. Dies geschehe "auch in Europa, sogar in Mitgliedstaaten der EU". Beispiele nannte Lammert allerdings nicht.

FOTOGALERIE

In der Ausstellung "Der Tod hat nicht das letzte Wort" sind zeitgenössische Werke zu sehen. © Zentrum für verfolgte KünsteLupe
Den "Ikarus" malte der regimekritische Künstler Oskar Zügel im spanischen Exil, wo er in direkter Nachbarschaft von Marc Chagall wohnte. © Zentrum für verlogte KünsteLupe
Der deutsch-jüdische Künstler Eric Isenburger ging 1933 nach Frankreich ins Exil und von dort 1941 in die USA.  © Zentrum für verfolgte KünsteLupe

 

Geschichte und Werk der Opfer erforschen
Aufgabe des Zentrums ist es, Geschichte und Werke der Opfer zu erforschen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zum Bestand gehören unter anderem die Exilliteratur-Sammlung Jürgen Serke "Die verbrannten Dichter", die von der Else Lasker-Schüler-Stiftung in Wuppertal zur Verfügung gestellt wurde und die Sammlung Gerhard Schneider mit Gemälden und Grafiken von weitgehend unbekannten Künstlern aus der Zeit zwischen 1933 und 1945. Neben Gedenkveranstaltungen sowie Aktivitäten gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sollen in dem Zentrum Ausstellungen, Lesungen und Vorträge angeboten werden.

Getragen und finanziert wird das Zentrum für verfolgte Künste vom Landschaftsverband Rheinland und von der Stadt Solingen. Das neue Zentrum arbeitet auch eng mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel und mit polnischen Einrichtungen zusammen. In den kommenden Wochen werden neben den ständigen Sammlungen auch drei Sonderausstellungen gezeigt, darunter eine Multimedia-Ausstellung der Gedenkstätte Yad Vashem über Frauen im Nationalsozialismus.

Museum
© dpaLupeZentrum für verfolgte Künste
Im Kunstmuseum Solingen
Wuppertaler Str. 160
42653 Solingen
Schwerpunkt
Was passiert mit Ai Weiwei?
Chinas Kampf gegen den chinesischen Künstler
Gesellschaft
Todesurteil Poesie
Dichter Ashraf Fayadh zum Tode verurteilt (04.12.2015)
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