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Joseph Beuys: Zu Lebzeiten wurde er gehasst und verehrt wie ein Messias.
"Jeder Mensch ist ein Künstler"
Zum 20. Todestag von Joseph Beuys
Zu Lebzeiten wurde er gehasst und verehrt wie ein Messias. Doch was sagt uns Joseph Beuys (1921-1986) heute, 30 Jahre nach seinem Tod, noch? Er, der seine eigene Biographie zum Kunstwerk machte, Fett und Filz in die Museen brachte und den Kunstbegriff radikal auf die Gesellschaft erweitern wollte, seine Kunst und sich selbst lustvoll inszenierte?

"Beuys muss man mit Beuys konfrontieren"
Friedhelm Mennekes, Jesuitenpater
"Es ist und bleibt hermetisch", betont der Jesuitenpater Friedhelm Mennekes. "Es macht keinen Sinn, wenn man es leicht macht. Ich glaube, Beuys muss man mit Beuys konfrontieren." Es seien einfach theoretische Überlegungen, herausfinden zu wollen, was Joseph Beuys mit Rodin oder mit Lehmbruck verbinde, sagt Heiner Bastian, ein Vertrauter von Beuys. Diese "armseligen, kruden Formen" seien viel mehr in der Lage, die Menschen zum Nachdenken zu bringen, als jedes Bild, das von einem zeitgenössischen Künstler hergestellt werde.


Die Zuschauer werden ausgesperrt
Beuys: Fett auf einem Stuhl
Beuys sperrt die Zuschauer aus. Wie in einem Schaufenster agiert er als "Held der Erschöpfung", produziert Gesten und Bilder, die einfach und komplex sind. Er will den Zuschauer neugierig machen, aber auch verwirren und verstören. Die Relikte aus den Aktionen bringt Beuys selber ins Museum. Hier konfrontiert er sie mit anderen Arbeiten. Als ob er sein eigener Kurator sei. Einfache Symbole lädt er so neu auf. Beuys findet dabei Formen, die nie banal sind und doch oft weh tun. "Zum Fett muss ich ein bisschen frei werden. Zum Filz muss ich ein bisschen frei werden. Aber ich muss heraus aus den alten Blockaden", so Friedhelm Mennekes. "Ich brauche mich nur durchs Gesicht zu streichen, alles Fett. Und in dem ich Fett betrachte, ist der Mensch bei sich."


Kunst im Dienst der Gesellschaft
Kann ich mit dieser Kunst noch etwas bewirken? Ist meine Kunst politisch relevant?Der radikale Versuch, die Kunst in den Dienst der Gesellschaft zu stellen, war utopisch, aber ist nicht wirkungslos geblieben. "Bei den Jüngeren ist diese gesamtgesellschaftliche Ebene in den letzten zehn Jahren so präsent", so der Kurator Klaus Biesenbach 2006. "So dass man das bei vielen jungen Künstlern - ob sie das bewusst oder unbewusst gemacht haben - als Einfluss sehen kann. Ich sehe ihn als sehr präsent."


Kulturzeit extra
Beuys Beuys, Beuys