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Ridley Scott ist der wohl erfolgreichste britische Regisseur in Hollywood.
Ridley Scott ist der wohl erfolgreichste britische Regisseur in Hollywood.
Der Kultfilm-Schöpfer
Ridley Scott zum 80. Geburtstag
Für seine Filme erschuf er ganze Welten: "Alien", "Blade Runner", "Gladiator", "Thelma and Louise" - sie alle zählen zu den aufwändigsten und eindrücklichsten Filmen Hollywoods und sind Kult. Dabei hatte Ridley Scott zunächst bei der BBC den Beruf des Bühnenbildners erlernt. Doch Kulissen waren ihm nie genug. Am 30. November 2017 wird der wohl erfolgreichste britische Regisseur in Hollywood 80 Jahre alt.
"Mein Tagewerk ist es, Unterhalter zu sein. Einiges davon ist Kunst, aber grundsätzlich unterhalte ich - vergesst das niemals"

(Ridley Scott 2017 über "Alien: Covenant")

Sein Filmdebüt feierte Ridley Scott mit der Joseph-Conrad-Verfilmung "The Duellists", "Die Duellanten", der ihm 1977 bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis für das beste Spielfilmdebüt eintrug. Den internationalen Durbruch schaffte er gleich mit seinem nächsten Film "Alien" (1979). Der opulente Horror-Schocker mit spektakulären Monstern aus der Werkstatt des Schweizer Künstlers HR Giger war Scotts erste große Leinwandwelt, prämiert mit einem Oscar für die Spezialeffekte.

© AP "Alien" machte Sigourney Weaver weltweit bekannt.
"Alien" machte Sigourney Weaver weltweit bekannt.
Viele andere Welten sollten ihr folgen, die alle von Scotts nachgesagtem Hang zum Perfektionismus und zur Detailgenauigkeit profitierten. Etwa die düstere Zukunftsvision "Blade Runner" (1982) mit Harrison Ford als Kopfgeldjäger abtrünniger Automatenmenschen, oder die lebensechte visuelle Umsetzung der Welt des alten Rom in "Gladiator" (2000). Der Streifen bekam den Oscar als bester Film des Jahres, Hauptdarsteller Russel Crowe wurde bester männlicher Hauptdarsteller und zu Scotts bevorzugtem Star in zahlreichen späteren Filmen.

In Gedanken immer schon beim nächsten Projekt
Dreimal war Ridley Scott bereits selbst in der Katergorie bester Regisseur für einen Oscar nominiert: 1992 für sein Roadmovie "Thelma und Louise" über zwei starke Frauen, die einen Vergewaltiger erschießen und von der Polizei gejagt werden, 2001 für "Gladiator" und 2002 für den Kriegsthriller "Black Hawk Down". Bekommen hat er ihn bisher noch nicht. Gelegenheiten wird es aber sicher noch einige geben, denn auch mit 80 will der zweifach geschiedene Vater von drei Kindern, die alle ebenfalls in der Filmbranche arbeiten, noch lange nicht aufhören. "Ich denke immer darüber nach, was ich als Nächstes mache", sagte der 2003 von der britischen Queen zum "Sir" geadelte Scott im Oktober 2017 in einem Interview mit dem US-Magazin "Vanity Fair".

© dpa Ridley Scott ist seit 2015 mit Giannina Facio verheiratet.
Ridley Scott ist seit 2015 mit Giannina Facio verheiratet.
Derzeit sorgt sein neuer Film "Alles Geld der Welt" über die Geschichte der spektakulären Entführung des reichen Erben John Paul Getty III. im Jahr 1973 für Wirbel. Nach den massiven Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen Kevin Spacey, der im Film den Großvater des Entführten, den Billionär Jean Paul Getty spielt, griff Scott zu rabiaten Maßnahmen: Er ließ alle Szenen mit Spacey aus dem Film schneiden und mit dem Schauspieler Christopher Plummer nachdrehen. Zugegeben, Spacey hatte nur eine Nebenrolle und Plummer muss nicht so aufwändig von der Maske in einen um die 80-Jährigen verwandelt werden. Dennoch ist dies eine Herausforderung, denn Scott will am geplanten US-Starttermin, dem 22. Dezember, festhalten. Er habe den Film in nur 43 Tagen abgedreht, sagte er gegenüber "Vanity Fair". "Ich bin super schnell".

"Jedes Mal, wenn ich einen Film mache, versuche ich die Anforderungen zu erhöhen und dazu gehört, dich nicht selbst zu wiederholen."

(Ridley Scott, 2015)

"Ganz früh aufstehen"
Auch bei "Blade Runner 2049" in der Regie von Denis Villeneuve mischte Ridley Scott 2017 als ausführender Produzent mit und zu seinem jüngsten Science-Fiction-Spektakel "Alien: Covenant" mit Michael Fassbender, das im Mai 2017 an den Kinokassen abräumte, ist bereits eine Fortsetzung geplant. "Der Job ist zwar stressig, aber genau das vermittelt mir doch das Gefühl, noch am Leben zu sein", sagte er einst. Ein Film pro Jahr sei sein Ziel. Dass Schauspieler vier Filme pro Jahr schaffen könnten und er nicht, mache ihn verrückt. Und wie er das durchsteht? Mit einem Rezept seiner Mutter. "Die hat immer gesagt, man muss ganz früh aufstehen. Und das mache ich."

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