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Litauens Buchmarkt ist klein, für die Autoren des baltischen Landes ist es oft schwierig. Ein Gastland-Auftritt auf der LeipzigerBuchmesse soll nun einen Schub bringen.
Unbekanntes Literaturland
Das Gastland Litauen auf der Leipziger Buchmesse
Litauen: Das baltische Land mit einer der ältesten Sprachen der Welt ist 2017 Gastland der Leipziger Buchmesse. In Leipzig will es seine Literatur auf dem deutschen Buchmarkt bekannter machen - mit Autorenlesungen, literarischen Diskussionen und Debatten über die aktuellen Fragen der Region.
Jährlich werden zurzeit nur etwa zwei bis vier litauische Bücher ins Deutsche übersetzt. Doch das soll anders werden: Für den gewünschten Aufschwung reist Litauen mit 26 deutschsprachigen Neuerscheinungen im Gepäck - mit Lyrikbänden, Romanen, Essaysammlungen, Sach- und Kinderbüchern - nach Leipzig. "Darauf sind wir sehr stolz", sagt Ausrine Zilinskiene, Direktorin des Litauischen Kulturinstitutes in Vilnius. Das baltische Land präsentiert sich zudem in mehr als 50 Veranstaltungen, die vom Kulturinstitut und Kulturministerium finanziert werden.

"In Litauen lebt die europäische Idee"
Litauen will sich ausdrücklich als europäisches Land und Teil der EU darstellen. Zwei Aspekte stehen dabei im Fokus des Länderschwerpunktes, sagt der Direktor der Leipziger Buchmesse, Oliver Zille: das Kultur- und Literaturland und Litauen als Teil der europäischen Wertegemeinschaft. "In Litauen lebt die europäische Idee. Die Bedeutung dieses Auftritts geht weit über die Literatur hinaus", so Zille.

© dpa Markus Roduner übersetzt  vom Litauischen ins Deutsche.
Markus Roduner übersetzt vom Litauischen ins Deutsche.
Ein Schwerpunkt liegt auf den Beziehungen Litauens zu seinen polnischen, russischen und deutschen Nachbarn. Doch auch andere Strömungen prägen thematisch derzeit die litauische Literatur. "In den letzten paar Jahren gibt es eine Hinwendung zu den frühen 1990er Jahren, zu dieser absolut chaotischen Zeit", sagt Markus Roduner, der Bücher vom Litauischen ins Deutsche übersetzt. "Das ist auch im Nachbarland Lettland zu beobachten, dass die Leute, die damals 15 oder 20 Jahre alt waren, jetzt anfangen, diese Zeit zu beschreiben."

Epos, mit dem die litauische Literatur begann
Der Buchmarkt in Litauen gilt als sehr klein, die Zahl von 26 Neuübersetzungen ins Deutsche als stolz. Bücher haben in der Regel eine durchschnittliche Auflage von 1300 Exemplaren, ab 3000 Exemplaren spricht man in Litauen von einem Beststeller. Vor allem der Weg zur Fertigstellung eines Buches stellt die litauischen Schriftsteller vor eine Zerreißprobe. Kein Autor kann dort allein vom Schreiben leben. Nebenher sind sie Übersetzer, Dozenten oder Journalisten - auch darauf will die Buchmesse blicken. Eine kleine Sensation wartet zudem auf das Leipziger Buchmessenpublikum: die Neuübersetzung des barocken Versepos' "Die Jahreszeiten" von Kristijonas Donelaitis aus dem 18. Jahrhundert, mit dem die litauische Literatur begann.

Schwerpunkt
BUCHMESSE LEIPZIG
23.-26.03.2017
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