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Kann Berlins Kunstszene auf neue bezahlbare Ateliers hoffen?
Kann Berlins Kunstszene auf neue bezahlbare Ateliers hoffen?
Neue Räume für die Kunst
2000 neue Künstler-Ateliers für Berlin geplant
Gute Nachrichten für die Künstlerszene der Hauptstadt: 2000 neue Ateliers will Berlins eigens dafür eingesetzter Atelierbeauftragter Florian Schmidt bis 2020 schaffen. Sechs sogenannte Art Factories mit mehreren hundert Ateliers soll es unter anderem geben.
"Der Bedarf steigt, es gibt viele Kündigungen von Studios, was sich wiederum in steigenden Mieten spiegelt", sagt Florian Schmidt in der "Berliner Morgenpost". Rund 10.000 Künstler leben laut dem Berufsverband bildender Künstler derzeit in Berlin. Nur die wenigsten von ihnen haben ein bezahlbares Atelier. Mit einem durchschnittlichen Einkommen zwischen 850 bis 1000 Euro im Monat sind die Mieten oft nicht mehr bezahlbar. Entsprechend hoch ist der Bedarf. Mittelfristig läge dieser bei ungefähr 4000 Ateliers, erklärt Schmidt im "RBB Aktuell"-Interview. 870 Arbeitsräume stellt die Atelierförderung bisher bereit. Auf 60 ausgeschriebene Ateliers für 2016 haben sich allerdings allein 859 Künstler beworben. Es reicht also hinten und vorne (noch) nicht.

Masterplan als "Rettungsanker"
Laut Masterplan sollen sechs Standorte künftig im inneren S-Bahnbereich liegen. Geben soll es beispielsweise 40 Ateliers in Kreuzberg auf dem Lilienthalfriedhof im Bereich ehemaliger Verwaltungsgebäude, die zum Teil genutzt, zum Teil aber auch neu gebaut werden sollen. Außerdem ist die ehemalige Schokoladenfabrik am Teltowkanal mit 25.000 Quadratmetern ein attraktiver neuer Standort für Künstler, genauso wie das Haus der Statistik am Alexanderplatz. Auch Gewerbegebiete und Lagerhallen sind in die Planung mit einbezogen worden. Um die 7,5 Millionen Euro veranschlagt Schmidt insgesamt für den Masterplan bis zum Jahr 2020. "Kein Riesenbetrag für so ein wichtiges Thema", lächelt Schmidt im "RBB Aktuell"-Interview.

In Barcelona und Amsterdam gebe es bereits solche Systeme von Kunstfabriken, die dezentral funktionierten, aber ein gemeinsames Dach hätten, so Schmidt. "Es gibt da Fördermittel sowohl für die investiven Maßnahmen, die laufende Förderung als auch Förderung für ein Management. In diese Richtung wolle man hier auch gehen. Es sollen "im Grunde richtige Kulturstandorte entstehen", wünscht sich Schmidt.

RBB-Mediathek
© prAtelier-Masterplan für Berlin vorgestellt
"RBB aktuell"-Beitrag und Interview mit dem Atelierbeauftragten Florian Schmidt (09.08.2016)