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Erst vor wenigen Tagen hatte die nach dem gescheiterten Militärputsch vorübergehend inhaftierte Journalistin überraschend ihren Reisepass von den türkischen Behörden zurückerhalten.
Erst vor wenigen Tagen hatte die nach dem gescheiterten Militärputsch vorübergehend inhaftierte Journalistin überraschend ihren Reisepass von den türkischen Behörden zurückerhalten.
Türkische Autorin Erdogan mit Osnabrücker Friedenspreis geehrt
Kulturzeit-News vom Freitag, 22.09.2017
Die türkische Autorin Asli Erdogan (50) hat den mit 25.000 Euro dotieren Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück entgegengenommen. Bei einem Festakt am Freitag im historischen Rathaus wurde sie vor allem für ihre eindringlichen Berichte über die Auswirkungen der politischen Verhältnisse in der Türkei gewürdigt.
Erst vor wenigen Tagen hatte die nach dem gescheiterten Militärputsch vorübergehend inhaftierte Journalistin überraschend ihren Reisepass von den türkischen Behörden zurückerhalten. Auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) zeigte sich "sehr froh", dass sie aus der Türkei ausreisen konnte, um den Friedenspreis persönlich entgegenzunehmen. Die Preisträgerin prangert in ihren Texten auch Gewalt gegen Frauen und die Repression von Kurden in der Türkei an. Ausschlaggebend für die Auszeichnung war laut Jury auch ihre jüngst erschienene Sammlung von Essays "Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch", die derzeit nicht in der Türkei erscheinen können.

"Unnachgiebiger Einsatz" für das Recht auf freie Meinungsäußerung.
Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, würdigte in seiner Laudatio den "unnachgiebigen Einsatz" der Autorin für das Recht auf freie Meinungsäußerung. Er hatte sich unter anderem auch für ihre Ausreise eingesetzt. Gabriel erklärte in Berlin, Erdogans Texte beschrieben eindrücklich, welche Auswirkungen die politischen Verhältnisse auf das tägliche Leben der Menschen haben. Meinungsfreiheit und Kritik seien die Grundfesten einer funktionierenden Demokratie. Die Preisträgerin sei "eine mutige und wache Stimme, die uns immer wieder aufs Neue beweist, wie wichtig es ist, auch gegen große Widerstände für seine Gedanken und Überzeugungen einzustehen".

Neben Erdogan wurde auch der Verein "Pulse of Europe" ausgezeichnet. Er erhielt für sein Eintreten für Europa den mit 5000 Euro dotierten Sonderpreis. Mit Blick auf zurückliegende und bevorstehende Wahlen in den USA, Europa und Deutschland sowie auf die Entwicklungen in der Türkei unterstütze die Jury das Anliegen des 2016 gegründeten Vereins, die Europäische Union als Bündnis zur Friedenssicherung zu erhalten, hieß es. Die Stadt Osnabrück würdigt seit 1991 alle zwei Jahre beispielhaftes Engagement für Frieden, Humanität und Freiheit mit dem Preis. Dieser ist nach dem Schriftsteller Erich Maria Remarque (1898-1970) benannt.

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"Kulturzeit"-Beitrag vom 22.09.2017