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Der Felsen: Amy Liptrot in ihrer Heimat, den Orkney-Inseln
Der andere Kick
Amy Liptrots "Nachtlichter"
"Nachtlichter" ist ein autobiografisches Buch, in dem sich das Drama des Alkoholismus mit intensiver Naturbeschreibung und der Wiederentdeckung einer einst verhassten Heimat verbindet.
Es ist eine Geschichte von Flucht und Wiederkehr, von Absturz und Heilung. In Großbritannien wurde die Autorin Amy Liptrot damit zur Literaturentdeckung - sie, die Protagonistin ihres Werks. Dabei beschreibt sie nur, wie sie einst aus der verhassten Enge der Provinz und schwierigen Familienverhältnissen ausbrach, nur um dann in der Metropole London abzustürzen und erst auf den heimischen Orkney-Inseln wieder zu sich selbst zu finden. Doch wie sie das tut, hat die Literaturwelt überwältigt.Viele meinen etwas über die Alkoholsucht zu wissen - aber wie Amy Liptrot ihre Zustände und Abgründe, auch ihr "Trockenwerden" beziehungsweise "Trockenbleiben" beschreibt, das fesselt. Dazu die melancholischen, detailreichen Schilderungen dieses "Felsens", der ebenso verhassten wie für sie als Ex-Trinkerin überlebensnotwendigen Orkney-Inseln, ihrer Natur, Menschen, Geschichten. Trotz aller ihrer persönlichen Widrigkeiten und Härten: Man will da hin.

Mix aus Tagebuch und Blog
Amy Liptrot
Amy Liptrot
Die 38-jährige Autorin ist beim Schreiben zuallererst hart mit sich selbst. Mal packend, mal berührend, schildert sie zwei Jahre ihrer mittlerweile sechs Jahre währenden Alkohol-Abstinenz, in einem Mix aus Tagebuch und Blog. Vor der Einsamkeit der Orkneys ist sie vor gut 15 Jahren geflüchtet. Nach zehn Jahren in London, in denen sie es nicht schaffte, sich unter den Großstadt-Hipstern zu behaupten und letztendlich in der Gosse und Entzugskliniken landete, rettete sie sich zurück auf die winzige Orkney-Insel Papay. Und entdeckte die Einsamkeit für sich. Eine ihrer Ersatzdrogen: das eisige Wasser des Atlantiks mit einer Wassertemperatur von 13 Grad - im Sommer.

Sendedaten
Samstag, 10.02.2018
Ein Film von Gerald Giesecke