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Mit oberbayerischem Akzent erzählt und besingt Martina Schwarzmann das Einmaleins des Alltags – geraderaus und höchst vergnüglich.
Martina Schwarzmann: Gscheid gfreid
Sie ist ein Phänomen in der Kabarettszene und das nicht etwa, weil sie eine Frau ist. Martina Schwarzmann spielt seit Jahren in ausverkauften Häusern der Kleinkunstszene weit über die Grenzen Bayerns hinaus. Und das, obwohl – oder gerade weil? – man in wirklich jedem Wort ihre oberbayerische Herkunft hört.
Im Plauderton erzählt und besingt sie ihre Geschichten aus dem Alltag mit allem Drum und Dran. Ob Familienalltag, Essen und Trinken oder Technik, sie findet immer den anderen Blickwinkel, der ihre Geschichten so amüsant macht. Schwarzhumorig, aber nie altklug, sondern immer sympathisch und ganz ohne Schnickschnack. Eine Ausnahmekünstlerin.

Bevor Martina Schwarzmann von der Bühnenkunst leben kann, lernt sie etwas sehr Bodenständiges: Sie wird Köchin. Doch selbst als sie das professionelle Kochen aufgibt, weil es auf der Bühne so prächtig läuft, behält sie diese Bodenständigkeit und schreibt Texte und Lieder in entwaffnend ehrlicher Mundart. Ihre Inspiration ist ihre Heimat, die bayerische Provinz, die sie, anders als viele andere Bühnenkünstler, bis heute nicht verlassen hat.

Haushaltsopfer und weiß-blaue Geschichten
Was komische Geschichten angeht, schöpft Martina Schwarzmann mit ihrer ländlichen Herkunft aus dem Vollen: sei es die "depperte" Verwandtschaft, die schon da ist, wenn man selbst geboren wird, die eigenen Kinder, die die Wohnung für osteuropäische Einbrecher uninteressant machen oder der "Super-Typ", von dem man vorher nie gedacht hat, dass man mal seine Dreckwäsche wäscht – alles bietet der 37-jährigen Inspiration. Dabei kommt sie dank überbordender Fantasie auch gerne mal vom Hölzchen aufs Stöckchen und mit jeder Wendung wird es lustiger.

Das Dasein als Hausfrau und Mutter sind ein eigenes Kapitel bei Schwarzmann, mit hohem Wiedererkennungswert, doch formuliert sie keine einzige erwartbare Zeile dazu, denn für Klischees ist diese Frau einfach zu scharfsinnig. Doch auch die bajuwarische Lebensart nimmt einen wichtigen Stellenwert in ihrem Programm ein. Bissig, aber nie bösartig nimmt sie die geliebte Heimat und ihre Bewohner aufs Korn. Die Haare geflochten, das Mundwerk lose, ihr Publikum liebt sie dafür, auch außerhalb der bayerischen Landesgrenzen. Eine große Show braucht sie dafür nicht: Ein Barhocker und ihre Gitarre reichen ihr, um ihr Publikum von Minute eins an für sich einzunehmen.

Künstlerprofil


Sendedaten
06.08.2017, 21.00 Uhr

Aufzeichnung aus dem 3sat-Zelt vom 19.09.2016
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