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Sein letztes Programm: Im Frühjahr 2013 spielte Dieter Hildebrandt sein Soloprogramm "Ich kann doch auch nichts dafür" in einem kleinen Theater in Soest.
Dieter Hildebrandt: Ich kann doch auch nichts dafür
Sein letztes Programm
Im Frühjahr 2013 spielt der große Dieter Hildebrandt sein Soloprogramm in einem kleinen Theater in Soest. Die Aufzeichnung wird zum Vermächtnis: Es ist die letzte vor seinem Tod einige Monate später. 3sat zeigt diesen Abend mit einem unvergessenen Künstler, der noch einmal sein ganzes Können aufbietet: Charmant und böse, witzig und nachdenklich, altersweise und sehr persönlich.
Er war einer der bedeutendsten Kabarettisten Deutschlands und bleibt auch nach seinem Tod im November 2013 unvergessen: Dieter Hildebrandt. Mitbegründer der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, Buchautor und Schauspieler, komisch-kritischer Begleiter deutscher Nachkriegsgeschichte weit über ein halbes Jahrhundert lang. Mit den Notizen aus der Provinz" und dem "Scheibenwischer" brachte er das Kabarett ins Fernsehen, kämpfte mit Witz und Charme für eine etwas bessere Welt und gegen ewig Gestrige. Bis ins hohe Alter blieb er hellwach und rotzfrech; niemand konnte beißende Kritik charmanter verpacken als er.

Im Februar 2013 ließ Hildebrandt sein Soloprogramm "Ich kann doch auch nichts dafür" von einem befreundeten Fernsehmacher aufzeichnen; ein scheinbar gewöhnlicher Abend in einem kleinen Theater in Soest. Was vielleicht nur der Künstler ahnte: Es sollte sein letztes Programm sein, und die Aufzeichnung in Soest das letzte Dokument eines Hildebrandt-Abends.

3sat zeigt 45 Minuten aus diesem Vermächtnis des großen Dieter Hildebrandt, der auch nach fast 60 Jahren auf der Bühne noch ganz der Alte ist: böse und witzig, bissig und charmant, sehr persönlich und mit der Weisheit von 85 bewegten Jahren.

Sendedatum
Samstag, 20. Mai, 22.50 Uhr
Zur Person
Biografisches:
Dieter Hildebrandt wird am 23. Mai 1927 in Bunzlau/Niederschlesien geboren. Er besucht Grund- und Oberschule bis zum Jahre 1943, danach ist er von 1943-1944 Luftwaffenhelfer in Berlin und wird zur Wehrmacht einberufen. Im Mai 1945 gerät er in amerikanische bzw. englische Gefangenschaft, wird im Sommer 1945 in Hannover entlassen. Nachdem er seine Eltern im Oktober 1945 wiedergefunden hat, zieht er nach Windischeschenbach/Oberpfalz in Bayern. In Weiden/Oberpfalz macht er 1947 Abitur und studiert anschließend Theaterwissenschaften und Literatur in München.

Kabarettistischer Werdegang:
1950-1955: Studentenkabarett "Die Namenlosen" in München-Schwabing
1956 Gründung der "Münchner Lach- und Schießgesellschaft", zusammen mit Sammy Drechsel
1972 Auflösung des Ensembles
1973-1979 "Notizen aus der Provinz" (ZDF)
1974-1982 "Autorenkabarett" mit Werner Schneyder
1980-2003 "Scheibenwischer" (SFB)
Dieter Hildebrandt erhielt zahlreiche Preise (u.a. Grimmepreis, Deutscher Kleinkunstpreis). Ein "herausragendes Berufserlebnis" war sein Gastspiel mit Werner Schneyder 1985 in Leipzig auf Einladung der "Leipziger Pfeffermühle".

Am 20. November 2013 verstarb Dieter Hildebrandt in München.
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