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Erotik unter Verschluss
Die Erotik war immer schon eine nicht zu bändigende Kraft. Über alle staatlichen Verbote hinweg haben sich Menschen an sexuell aufgeladenen Bildern ergötzt. Viele dieser Darstellungen - geheime Zeichnungen, Bücher und Skulpturen - waren lange Zeit unter Verschluss, erst nach und nach kamen diese "geheimen Museen" an die Öffentlichkeit. Der Film stellt diese Sammlungen vor.
Immer schon haben sich Menschen - über alle Verbote hinweg - an sexuell aufgeladenen Bildern ergötzt. Was heute das Internet für die sexuelle Befriedigung leistet, waren anno dazumal geheime Zeichnungen, Bücher und Skulpturen. In einer Welt, die von christlicher Moral tief durchdrungen war, mussten viele menschliche Bedürfnisse im Verborgenen bedient werden.

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Auch heute ist manche erotische Akte von damals noch immer unter Verschluss. Der Pariser Louvre beispielsweise, der eine beachtliche erotische Sammlung sein Eigen nennt, darunter auch Werke aus dem Besitz des Marquis de Sade, gewährt zu vielen dieser Stücke nach wie vor keinen Zugang. Manche andere dieser "geheimen Museen" haben sich nach und nach der Öffentlichkeit geöffnet. Regisseur Peter Woditsch hat diesen Sammlungen nachgespürt mit der Dokumentation "Erotik unter Verschluss". Eine seiner Reisen führte ihn pikanterweise mitten in den Vatikan, wo eines der größten geheimen erotischen Museen liegt. Denn damit die Zensur sagen konnte, welches Werk auf den Index kam, musste sie sie lesen und archivieren.

In den Bildern und Texten, die zum Teil erst nach Jahrhunderten wieder aufgetaucht sind, findet man subtile Erotik und handfeste Pornographie: tausende Werke, die von der Zensur in die Keller verbannt wurden und zum Teil von erstaunlicher künstlerischer Qualität sind.

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Der erste Teil hat in die verborgenen Welten geheimer Erotika-Sammlungen geführt. So manches schlummert da in Kammern und Kabinetten, was die Öffentlichkeit nicht sehen soll. Teil zwei führt noch weiter - nämlich dorthin, wo niemand erotische Sammlungen vermuten würde: hinter die verschlossenen Türen des Vatikan, ins Zentrum der katholischen Moralhüter.

Nicht nur die Kirche, auch Museen scheinen Angst davor zu haben, kunsthistorische Fixgrößen wie Pablo Picasso als Schöpfer lustvoller Werke auszuweisen. Die originellste Art der Zensur ist freilich die Maskierung, mit der Moralapostel jahrelang Gustave Courbets Skandal-Bild "L'origine du monde" zu verstecken versuchten.

Sendedaten
Samstag, 10. Februar 2018
um 23.30 Uhr
Stereo, 16:9
Credits
Ein Film von Peter Woditsch, Deutschland/Frankreich/Österreich 2008
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