© ORF/BBC/Tara Artner
Ribbon Reef - farbenfroher geht es kaum noch!
Ribbon Reef - farbenfroher geht es kaum noch!
Das große Barriere Riff
Es ist eines der sieben Weltwunder der Natur - das "Große Barriere Riff" an der Nordostküste Australiens. Mit 2.200 Kilometern Länge ist es das weitläufigste von Tieren geschaffene Bauwerk der Erde. "Universum" widmet sich dem Themenkomplex "Wasser": Im Fokus von James Brickells und Richard Fitzpatricks Dokumentationsreihe steht eines der komplexesten Ökosysteme des Planeten: "Das Große Barriere Riff".
Kaum ein anderer mariner Lebensraum ist so vielfältig und artenreich wie jener des "Großen Barriere Riffs". Eine Lagune verbindet 3.000 Riffsockel, 600 Inseln, weitläufige Mangrovengebiete sowie den Regenwald an der Küste zu einem sensiblen Ökosystem. Auf den Kontinental- und Koralleninseln begegnet man seltenen Vogel- und Waranarten, einer Millionenschar verschiedener Flughunde oder der größten Panzerechse der Erde, dem Leistenkrokodil.

Mangrovenwurzeln - Nahrungsspender für unzählige Lebensformen © ORF/BBC/David Wachenfeld Mangrovenwurzeln - Nahrungsspender für unzählige Lebensformen
Junger Brauntölpel auf Raine Island © ORF/BBC/Mark MacEwan Junger Brauntölpel auf Raine Island
Junges Leistenkrokodil (Salzwasserkrokodil) am Daintree River © ORF/BBC/James Brickell Junges Leistenkrokodil (Salzwasserkrokodil) am Daintree River
Weißkopfnoddi (Anous minutus) auf Heron Island © ORF/BBC/Mark MacEwan Weißkopfnoddi (Anous minutus) auf Heron Island

Die Mangrovengebiete an den Küsten sind der Ort eines komplizierten Nährstoffkreislaufs, der für das gesamte Barriere Riff bestimmend ist. Das Herz des Systems ist der Regenwald an der Küste des Festlands. Er reguliert die Süßwasser- und Nährstoffzufuhr in die Lagune. Die unendlich scheinende Nahrungsvielfalt lockt Hunderttausende Lebensformen in allen Größen und Gestalten an.
Am Riff herrscht derweil pulsierende Großstadthektik. Es ist eine Stadt, die niemals schläft - und in der es niemals finster ist. Aufnahmen mit Ultraviolett-Kameras zeigen die atemberaubend bunte Lichterkulisse im nächtlichen Meer, geschaffen durch die Leuchtkraft der Korallentiere. In ihrem Schein tummelt sich eine Unzahl bisher selten beobachteter Meeresbewohner durch das unbekannte und durchaus gefährliche Nachtleben am Riff. Sogar die Korallenstöcke ziehen im Schutz der Dunkelheit gegeneinander in den Krieg, um sich die besten Futterstücke und Territorien zu sichern.

Korallen auf Heron Island © ORF/BBC/Mark MacEwan Korallen auf Heron Island
Grüne Meeresschildkröte am Ribbon Reef vor Raine Island © ORF/BBC/John Rumney/Tara Artner Grüne Meeresschildkröte am Ribbon Reef vor Raine Island
Seestern im Seegras © ORF/BBC/Tara Artner Seestern im Seegras

Das "Große Barriere Riff" ist aber nicht nur das längste Schlachtfeld der Erde, sondern auch eine der größten Kinderstuben. Neben den ständigen Bewohnern bevölkern Jahr für Jahr auch zahlreiche Besucher das gesamte Gebiet, um sich hier fortzupflanzen. Für viele Wal- und Vogelarten, aber auch für seltene Tiere wie etwa die Grüne Meeresschildkröte ist die Welt aus Inseln, Riffen und seichten Küstengebieten der Ort, von dem der Fortbestand ihrer Art abhängig ist. Somit wirkt das Riff weit über seine Grenzen hinaus. Grundsätzlich ist das "Große Barriere Riff" imstande, sich selbst zu regenerieren und sogar zu vergrößern. Doch schädliche Einflüsse von außen bringen das Naturwunder in Gefahr. Die Erderwärmung begünstigt Unwetter, die innerhalb weniger Stunden zerstören, was über Jahrtausende gewachsen ist. Der permanente Anstieg der Wassertemperatur sowie das Einfließen von Tonnen gelöster Pestizide und Schwermetalle aus der Landwirtschaft ins Küstengebiet setzen den Korallentieren erheblich zu.

Anemonenfisch - man meint Nemo zu sehen © ORF/BBC/James Brickell Anemonenfisch - man meint Nemo zu sehen
Kartoffelbarsch am Cod Hole © ORF/BBC/James Brickell Kartoffelbarsch am Cod Hole
Ribbon Reef - die Sonne lässt die Korallen erstrahlen  © ORF/BBC/Tara Artner Ribbon Reef - die Sonne lässt die Korallen erstrahlen

Für die beeindruckende BBC-Produktion "Das Große Barriere Riff" sind neueste Kameratechniken zum Einsatz gekommen. Sie ermöglichen einen außergewöhnlichen, in Vielfalt und Farbenpracht bisher ungesehenen Einblick in die Unterwasserwelt am Riff. Makro- und Zeitrafferaufnahmen zeigen das Riff als Ort der permanenten Veränderung und Erneuerung.

Sendedaten
Montag, 11. Februar 2019

20.15 Uhr: Paradies im Ozean
21.00 Uhr: Vom Riff zum Regenwald
21.40 Uhr: Grenzenloses Naturwunder

Wiederholungen:
Dienstag, 12. Februar 2019
ab 16.15 Uhr

Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Eine Filmreihe von James Brickell und Richard Fitzpatrick
Sprecher: Cornelius Obonya
Deutsche Bearbeitung: Doris Hochmayr, Österreich 2014
Mediathek
Great-Barrier-Riff
Schutzzonen zeigen Wirkung
Die Ausweitung besonders strenger Schutzzonen im Great-Barrier-Riff zeigt nach einem Jahrzehnt deutliche Erfolge.
Glossar
Great-Barrier-Riff
Das Great-Barrier-Riff ist der größte Insel- und Korallenkomplex der Welt. Das artenreiche Ökosystem besteht aus 2600 Riffen und 300 Inseln.
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