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Video online ab 26.5.2018, 6.00 UhrVideo online ab 26.5.2018, 6.00 Uhr
Im Bann der Berge
Die Dokumentation "Im Bann der Berge" zeigt die Schönheit des Tiroler Hochgebirges ebenso wie dessen Gefahren, die unvermutet und ungehemmt losbrechen können: Schneelawinen donnern ins Tal und Gewitterstürme fällen Bäume. Sie präsentiert aber auch die faszinierende Tiroler Hochgebirgslandschaft mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna: balzende Auerhähne im Frühjahr, der Zug des Rotwilds auf 3.000 Meter im Sommer, die Hirschbrunft im Herbst und die Gamsbrunft im Winter.
Dies ist eine Geschichte über ein Land, dem man sofort ansieht: Hier sind Naturgewalten am Werk - jenseits von allem, was der Mensch beherrscht und je beherrschen wird. Die Geburt Tirols war eine Kollision von Kontinenten. Sie hat weit auseinander Liegendes dicht zusammengepresst, ineinander verkeilt, übereinander getürmt.

© ORF/ARGEntur Abendlicht über den Alpen
Abendlicht über den Alpen
Das Ergebnis ist eine steile Welt von größter Vielfalt auf kleinstem Raum: Je nach der Tiefe eines Tals oder der Höhe eines Berggrats, je nach der Himmelsrichtung seines Verlaufs, seiner Lage am Rand oder im Zentrum der Alpen, je nachdem, wohin ein steiler oder sanfter Hang sich neigt, ist ein Fleckchen Tirol eisig oder mild, üppig oder karg, trocken oder wasserreich. Es wäre nicht Otmar Penker - Kameramann und Regisseur der "Universum"-Produktion "Der Prinz der Alpen" - wenn es ihm nicht gelänge, immer wieder sensationelle Geschehnisse mit höchster Qualität ins Bild zu bringen: Der Film "Im Bann der Berge" zeigt die Schönheit des Tiroler Hochgebirges ebenso wie dessen Gefahren, die unvermutet und ungehemmt losbrechen können.

Zusammenhänge zwischen Mensch und Natur
© ORF/ARGEntur Unaufhaltsam donnern die Schneemassen zu Tal
Unaufhaltsam donnern die Schneemassen zu Tal
Schneelawinen donnern ins Tal, Gewitterstürme fällen Bäume und fordern nur allzu oft auch Menschenleben. Er präsentiert auch die faszinierende Tiroler Hochgebirgslandschaft mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna, die Unterschiede in Landschaft und Lebensraum für Tiere und Pflanzen nördlich und südlich des Inntals, die Lebensbedingungen im Jahreskreislauf, in erster Linie aber eine Begegnung der besonderen Art: Mensch und Tier, Jäger und Wild begegnen sich in jenem Lebensraum, der eigentlich dem Tier zukommt, aber auch von Menschen betreten, genutzt und nur zu oft auch zerstört wird. So wird der Film zu einer Naturdokumentation, die uns die Zusammenhänge zwischen Mensch und Natur vor Augen führt und uns erleben lässt, was wir Menschen dazu beitragen können, dieses sensible Gleichgewicht im Lot zu halten.

Üppiger Bergsommer © ORF/ARGEntur Üppiger Bergsommer
Herbststimmung © ORF/ARGEntur Herbststimmung
Winterruhe  © ORF/ARGEntur Winterruhe

Der Film erzählt von balzenden Auerhähnen im Frühjahr und zeigt dazu faszinierende Bilder: Ganz aus der Nähe beobachtet Penker eine große Gruppe von Hähnen, das TV-Publikum erlebt einen Alphahahn inmitten seiner Rivalen und seiner Angebeteten. Sensationelle Bilder auch weiter unten, in Talnähe: Im Juni bringt eine Rehgeiß Drillinge zur Welt. Gefahr für die Jungtiere geht hier vor allem vom Menschen aus: Nicht selten werden Jäger zu Rettern, denn sie werden zu Hilfe gerufen, um die Kitze vor dem Mähen aus den Wiesen zu entfernen.

© ORF/ARGEntur Der König der Berge: der Steinadler
Der König der Berge: der Steinadler
In diesem Film wird man - neben anderen spektakulären Ein- und Ausblicken - auch Zeuge eines extrem seltenen Ereignisses: In einem Adlerhorst sind zwei Jungtiere geschlüpft und haben überlebt. Vorerst. Nicht Menschen, sondern der eigene Bruder geht einem Jungadler an den Leib: Man wird Zeuge eines ungewohnt heftigen Kampfes, wobei der Erstgeschlüpfte den Jüngeren aus dem Nest zu drängen versucht. Nur mit den Murmeltieren, die in der Nähe des Horstes leben, herrscht "Burgfrieden": Leben und leben lassen scheint das Motto zu sein.

© ORF/ARGEntur Die Wälder oberhalb der Talsohle schützen die Dörfer vor Lawinen und Murenabgängen
Die Wälder oberhalb der Talsohle schützen die Dörfer vor Lawinen und Murenabgängen
Im Sommer begegnet man im Tiroler Hochgebirge dem Rotwild höher als anderswo in Österreich: Wenn es ihm in den Niederungen zu unruhig wird, zieht es sich bis auf 3.000 Meter Höhe zurück. Aber sogar hier oben wird es immer wieder durch "Feinde aus der Luft" aufgescheucht, wenn ein Paragleiter vorgegebene Flugkorridore verlässt und damit die Tiere in die sensiblen Schutzwälder treibt. Abrieb und Verbiss setzen den jungen Bäumen stark zu und vermindern deren Schutzfunktion für die Dörfer. Man sieht, wie die jungen Bäume durch das sogenannte "Pflöcken" für Geweihträger unerreichbar und damit uninteressant werden. Mühsame Arbeit für die Jäger, zugleich aber ein lohnender und notwendiger Beitrag zum Erhalt der Schutzwälder, der in dieser Dokumentation nicht zufällig oberhalb von Galtür gefilmt wurde.

Gamsbrunft - eine Jagd über Stock und Stein © ORF/ARGEntur Gamsbrunft - eine Jagd über Stock und Stein
Bald werfen die Hirsche ihre Geweihe ab © ORF/ARGEntur Bald werfen die Hirsche ihre Geweihe ab

Im Herbst beginnt die Hirschbrunft im Hochgebirge, später, zu Winterbeginn, die Gamsbrunft: Der Verstand würde es ihnen verbieten, aber der Trieb ist jetzt Herr der Gefühle - die Gämsen jagen sich gegenseitig bis zur totalen Erschöpfung. Die Wildfütterung in der Winterzeit bedeutet für die Jäger mühsame Aufstiege durch hohen Schnee, stürmisches Wetter und nicht zuletzt Lawinengefahr. Wenn das Frühjahr naht, befreien sich die Hirsche am Ende des Winters von "Altlasten" und werfen ihr Geweih ab.

Mehr als drei Jahre an Vorbereitung, Dreharbeiten und Schnitt waren notwendig, um diesen Film zu produzieren. Das bedeutet 150 Drehtage und einige Hunderttausende Höhenmeter - meist mit etwa 30 Kilogramm am Rücken. Pro Person, versteht sich, denn die notwendigste Ausrüstung allein wiegt schon minimal 50 Kilogramm. Otmar Penker wird auch bei dieser Produktion - wie schon bei seinem Vorgängerfilm "Prinz der Alpen" - von Erwin Zupancic, seinem unermüdlichen und begeisterungsfähigen Kameraassistenten, begleitet und unterstützt.
Das Hochgebirge ist bekanntlich ungestüm und launenhaft und nur in Teamarbeit können perfekte Aufnahmen unter widrigen und allzu oft auch gefährlichen Umständen gelingen. Die Mühen haben sich gelohnt: Es wird uns auch diesmal wieder ein Meisterwerk vorgelegt. Je mehr man von Otmar Penker und seinem Team sieht, desto besser kann man verstehen, warum die "Universum"-Produktion "Der Prinz der Alpen" zurzeit quer über den gesamten Globus ausgestrahlt wird und bereits mit einem Dutzend nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurde.

Sendedaten
Samstag, 26. Mai 2018
um 11.30 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Eine Dokumentation von Otmar Penker, Österreich 2009