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Vorschau
Sendung am 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Rückblick
Sendung vom 17. November
Wirtschaftswachstum versus Klima
Die Fixierung auf permanentes Wachstum sei schuld, dass wir auf eine Klimakatastrophe zusteuern. Das sagen die Vertreter der "Postwachstumsökonomie". Und sie suchen nach Alternativen.
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Dokumentation ansehen © dpa Video
Nicht nur unser Oktoberfest und unsere Traditionen haben es den Chinesen angetan. Auch deutsche Unternehmen stehen bei ihnen hoch im Kurs.
Deutschland süß-sauer
Chinesische Firmen auf dem Vormarsch
Chinesische Unternehmen investieren massiv in deutsche Firmen und verschaffen sich so Zugang zu Know-how und Technik. Und das mit gezielter Unterstützung der chinesischen Regierung.
Deutschland ist bei chinesischen Investoren so beliebt wie nie zuvor: Im Jahr 2013 führten chinesische Unternehmen in Deutschland 68 Direktinvestitionsprojekte durch - 2012 waren noch 46 derartige Projekte gezählt worden. Damit behauptet sich Deutschland als attraktivster Investitionsstandort für chinesische Unternehmen - noch vor Großbritannien. Inzwischen ist China der drittgrößte Investor in Deutschland - hinter den USA und der Schweiz. Das hat eine Studie der Unternehmensberatung EY Ernst & Young ergeben.

"Die Werkbank der Welt zu sein genügt den chinesischen Unternehmen schon lange nicht mehr. Sie wollen selber im Ausland expandieren und sich neue Märkte erschließen. Zudem verfolgen sie das Ziel, sich verstärkt als Innovatoren zu positionieren - und benötigen dazu den Zugriff auf europäisches Know-how", erklärt Sun Yi, Partnerin bei EY und Leiterin der China Business Services Deutschland.

Kopieren war gestern
"Deutschland ist bekannt für sein gutes Know-how", sagt Yang Jun. Er ist Geschäftsführer des chinesischen Unternehmens TMT. Der Manager hat gerade die Gummi- und Kunststoffsparte des Autozulieferers ZF Friedrichshafen gekauft. Mit deutscher Technik will das chinesische Unternehmen im boomenden Automarkt Chinas expandieren.

Immer mehr chinesische Firmen zieht es nach Europa.  © U.WitternLupe
Vor allem junge Chinesen arbeiten gern für deutsche Unternehmen. Lupe
Zhang Dongyuan will mit einer eigenen Marke für Bademoden den Markt erobern. Lupe

Chinesische Unternehmen investieren massiv in deutsche Firmen. Verschaffen sich so Zugang zu Know-how und Technik. Mit gezielter Unterstützung der chinesischen Regierung. Im vergangenen Jahr haben die Investitionen chinesischer Firmen in Deutschland ein neues Rekord-Niveau erzielt. Neben Großbritannien zählt Deutschland zu den beliebtesten Standorten in Europa. Vor allem Firmen aus den deutschen Schlüsselindustrien wie die Autobranche, der Maschinenbau oder die Chemieindustrie sind bei den Chinesen gefragt.

Konkurrenz für Tetra Pak
Heute kaufen sich chinesische Unternehmen auch direkt in die Märkte ein. So wie Zhang Dongyuan. Der Unternehmer plant ein Design- und Handelszentrum für chinesische Bademoden in Deutschland aufzubauen. Sein Ziel: den europäischen Markt mit einer eigenen Marke erobern.

Chinesische Bademoden "made in Germany" entstehen bald in der Nähe von Frankfurt.Lupe
Makro-Autorin Ulrike Wittern beim Dreh im Werk des chinesichen Zulieferbetriebs TMT.Lupe
Yang Jun, Vorstand beim chinesischen Unternehmen TMT, auf Deutschlandbesuch.Lupe

Die Firma Greatview Aseptic Packaging ist schon deutlich weiter. Das Chinesische Unternehmen stellt Verpackungen für die Lebensmittelindustrie her und hat im vergangenen Jahr ein neues Produktionswerk in Halle eröffnet. Erklärtes Ziel: Dem Marktführer Tetra Pak Kunden in Europa abluchsen und selbst zum Marktführer zu werden. Brisantes Detail: Die Greatview-Gründer Hong Gang und Bi Jeff waren beide früher Manager bei Tetra Pak in China.

Mit Pekings Segen
Die chinesische Regierung unterstützt die Expansionspläne der Unternehmen. In ihrem Fünfjahresplan hat die Führung in Peking die Internationalisierung bestimmter Branchen klar definiert. Daher können sich chinesische Unternehmen über Subventionen, günstige Kredite und beschleunigte Genehmigungsverfahren freuen.

Technologieklau, Preisdumping und Billig-Produkte - Gründe warum chinesische Firmen in Deutschland kein gutes Image haben. Arbeitsplätze könnten verloren gehen und Wissen nach China abwandern. makro fragt, welche Ziele chinesische Unternehmen in Deutschland verfolgen.

Sendedaten
Freitag, 10. Oktober 2014, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr

Ein Film von Ulrike Wittern
Die Autorin
© Ulrike WitternLupemakro-Reporterin Ulrike Wittern (m.) beim Dreh in Shanghai. Über ein Jahr lang hat sie für ihre Dokumentation recherchiert. Die Übernahmen, die chinesische Unternehemen in Deutschland tätigen, bahnen sich meist im Verborgenen an. Und auch wenn alles unter Dach und Fach ist, hält sich die Gesprächsbereitschaft in Grenzen - insbesondere vor der Kamera.
Interview
VideoDie Dealmakerin
Sun Yi ist Partnerin bei der Unternehmensberatung EY Ernst & Young. Dort berät sie chinesische Firmen, die in Deutschland investieren wollen. makro erzählt sie, wie die Chinesen dabei vorgehen.
Wirtschaftsgipfel
© dpaHerr Li besucht Berlin
Zum dritten Mal haben heute in Berlin die deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen stattgefunden, bei denen die sogenannte Innovationspartnerschaft beider Länder ausgebaut werden soll.
Wirtschaftsdokumentationen
© reutersWeitere Wirtschaftsdokumentationen der Redaktion makro finden Sie hier.
Schwerpunkt
China
Der Aufstieg Chinas begann 1978 mit der wirtschaftlichen Öffnung unter Deng Xiaoping. Bis vor ein paar Jahren hat es niemand bemerkt. Jetzt sind die Chinesen plötzlich da: als zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt.