Junge Menschen in Manila.
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Dies ist Manila. Es könnte auch Bangkok sein, Shenzhen oder Seoul. Die jungen Leute in Asien haben die gleichen Träume und nutzen die gleichen Smartphones.
Philippinen - Die globalen Helden
Jugend sucht Zukunft
Auf den Philippinen drängen jedes Jahr eine Million junge Menschen auf den Arbeitsmarkt und suchen eine Zukunft. makro-Redakteur Jürgen Natusch hat das Land bereist - und landet im Herz der Globalisierung.
Der geburtenreiche Inselstaat der Philippinen will seiner Jugend Wege aus der Armut ebnen. Es geht um den Aufstieg in die Mittelschicht. Jede fünfte Familie auf den Philippinen lebt noch unter der Armutsschwelle. Ihre Lebensverhältnisse in Wellblechhütten in Manila und draußen auf dem Land sind äußerst ärmlich.

Der Weg aus der Armut
Der eine Weg aus der Armut führt über das Ausland als Crew-Mitglied auf Container- und Kreuzfahrtschiffen. Auf den Weltmeeren ist jeder dritte Seefahrer Filipino. Während die Eltern ihr Geld im Ausland verdienen, wachsen ihre Kinder zu Hause bei Großeltern oder Verwandten auf. 10 Millionen Filipinos arbeiten heute im Ausland. Ihre Überweisungen sind ein Geldsegen für Familien zuhause und für die philippinische Wirtschaft. Denn im Inselstaat ist jeder Dritte ohne Arbeit.

Die Philippinen sind eine Seefahrer-Nation mit langer Tradition. Kein Wunder bei 36.000 Kilometern Küste und 7.000 Inseln.  © Juergen Natusch
Die Philippinen sind eine Seefahrer-Nation mit langer Tradition. Kein Wunder bei 36.000 Kilometern Küste und 7.000 Inseln.
Filipinos halten den globalen Handel am Laufen. Jeden zweiten Seefahrer auf Handelsschiffen stellt der Insel-Staat. © Juergen Natusch
Filipinos halten den globalen Handel am Laufen. Jeden zweiten Seefahrer auf Handelsschiffen stellt der Insel-Staat.
Sicherheitstraining! Der Kreuzfahrtboom schafft Arbeitsplätze. Jedes dritte Besatzungsmitglied kommt von den Philippinen. © Juergen Natusch
Sicherheitstraining! Der Kreuzfahrtboom schafft Arbeitsplätze. Jedes dritte Besatzungsmitglied kommt von den Philippinen.

Der andere Weg aus der Armut führt hinauf in die Bürotürme von Manila. Die Philippinen haben Indien als führende Callcenter-Nation abgelöst. In vielen Hochhäusern wird nachts gearbeitet, wenn in den USA Tag ist. Mehr als eine Million Filipinos bieten ihren Service vor allem für amerikanische Firmen an. Schon heute spült dieser neue Wirtschaftszweig fast genau so viel in die Kasse wie die Überweisungen aus dem Ausland.

Die neue Mittelschicht
Die Philippinen stehen heute an der Schwelle zum Industrieland. Dem Beispiel ihrer asiatischen Nachbarn Südkorea, Thailand oder China folgend ist die Aufholjagd in vollem Gange. Tausende ziehen jeden Tag aus den Provinzen nach Manila in der Hoffnung auf einen Job und mehr Wohlstand. Die Einwohnerzahl im Großraum Manila hat sich auf 20 Millionen verdoppelt. Wo vor 10 Jahren noch Sumpfgebiet war, ragen heute die Glaspaläste der Call-Center und moderne Apartmenthäuser in den Himmel.

Im Großraum Manila leben heute rund 20 Millionen Menschen. Die Einwohnerzahl hat sich seit 2000 verdoppelt. © Juergen Natusch
Im Großraum Manila leben heute rund 20 Millionen Menschen. Die Einwohnerzahl hat sich seit 2000 verdoppelt.
Fort Bonifacio Global City ist der neueste Stadtteil von Metro Manila. Eine moderne Hochaussiedlung für Call-Center. © Juergen Natusch
Fort Bonifacio Global City ist der neueste Stadtteil von Metro Manila. Eine moderne Hochaussiedlung für Call-Center.
Die Philippinen haben Indien abgehängt und sind heute die größte Call-Center Nation der Welt. © Juergen Natusch
Die Philippinen haben Indien abgehängt und sind heute die größte Call-Center Nation der Welt.

Dank Millionen neuer gutbezahlter Jobs nimmt die Mittelschicht rasant zu und damit auch der Autoverkehr in der Metropole. Der Bau von Straßen hält in Manila mit den Neuzulassungen an Autos nicht Schritt. Während der Rushhour morgens und abends staut sich der Verkehr fast überall.

Die Globalisierung verändert ein Land
Zwar verlassen jeden Tag Tausende von Filipinos ihre Heimat, um im Ausland Geld zu verdienen. Aber mit den neuen Arbeitsplätzen in Call-Centern winkt auch daheim ein Aufstieg in die wachsende Mittelschicht.

Kein anderes Land auf der Erde steht so sehr für die Globalisierung wie die Philippinen. Der massive Export von Arbeitskräften und das starke Wachstum der Call-Center Branche haben den Lebensstandard im Land spürbar erhöht. Nach vier Jahrzehnten mit Rückschlägen boomt die Wirtschaft und wächst - neben China - seit Jahren am schnellsten in ganz Asien.

Making Off
Offizielle Begrüßung für das ZDF-Team im Call-Center. So sind auch gleich die Mitarbeiter informiert. © Juergen Natusch
Offizielle Begrüßung für das ZDF-Team im Call-Center. So sind auch gleich die Mitarbeiter informiert.
ZDF-Kameramann Zeljko Pehar schaut nach dem besten Platz im Helikopter für die Filmaufnahmen. © Juergen Natusch
ZDF-Kameramann Zeljko Pehar schaut nach dem besten Platz im Helikopter für die Filmaufnahmen.
Sabina Lacson organisiert fast alles per Smartphone, egal ob Drehgenehmigung, Interview-Termin oder Anfahrtsinfo. © Juergen Natusch
Sabina Lacson organisiert fast alles per Smartphone, egal ob Drehgenehmigung, Interview-Termin oder Anfahrtsinfo.

Sendedaten
Freitag, 19. August 2016, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr

Ein Film von Jürgen Natusch
(Erstausstrahlung: 04.09.2015
Schwerpunkt
Emerging Markets Asien
Wirtschaftsdokumentationen
© reutersWeitere Wirtschaftsdokumentationen von makro finden Sie hier.