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Vorschau
Sendung am 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Rückblick
Sendung vom 17. November
Wirtschaftswachstum versus Klima
Die Fixierung auf permanentes Wachstum sei schuld, dass wir auf eine Klimakatastrophe zusteuern. Das sagen die Vertreter der "Postwachstumsökonomie". Und sie suchen nach Alternativen.
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Das schmutzige Geschäft mit der Kohle
Energie auf Kosten anderer
Mit dem Atom-Ausstieg Deutschlands steigt der Bedarf an Steinkohle. Doch die letzten deutschen Zechen machen 2018 dicht. Woher kommt dann die Kohle, die in Deutschland verfeuert wird?
Deutschlands Bedarf an Steinkohle ist mitten in der Diskussion um Atomausstieg, Energiewende und Klimawandel immens. In Hamm, Karlsruhe, Hamburg, Wilhelmshaven, Duisburg und Lünen gehen Steinkohlekraftwerke mit zusammen fast 5.300 Megawatt ans Netz. Das ist mehr "neuer" Kohlestrom in einem Jahr als in den letzten 20 Jahren zusammen. Doch RWE, EON, STEAG, EnBW und Vattenfall importieren rund 75 Prozent der Steinkohle aus dem Ausland, bald werden es 100 Prozent sein.

Über die Lieferanten wird geschwiegen
Aus welchen Minen genau die großen Energieerzeuger ihre Kohle weltweit beziehen, wollen sie nicht verraten. Sie begründen dies mit den vielen Stationen der Kohle auf dem Weg nach Deutschland und wettbewerblichen Gründen. Allerdings verursacht der Kohleabbau weltweit gewaltige Umweltschäden. "Die Energieversorger hinterlassen einen ziemlich heftigen ökologischen Fußabdruck und verwischen den lieber, als sich der Verantwortung zu stellen", kritisiert Sebastian Rötters von der Umweltorganisation PowerShift.

Lupe
Der Kohleabbau in den Appalachen ist ein ökologischer Albtraum
Ein Großteil deutscher Steinkohle kommt aus dem Mountain State der USA: West Virginia. Per "Mountain Top Removal"-Verfahren werden hier ganze Bergkuppen weggesprengt und der Berg von oben ausgehöhlt. Eine der faszinierendsten Landschaften der Erde sieht inzwischen aus wie eine Mondlandschaft. Der Süden von West Virginia ist inzwischen die ungesündeste Region der Vereinigten Staaten - nirgendwo sonst sind die Menschen kränker als hier. Doch nicht nur in den USA, auch in Kolumbien sollen Kohleminen gravierende Naturschäden anrichten und gigantisches Leid über die lokale Bevölkerung bringen.

Blutige Kohle aus Kolumbien
In Kolumbien sorgen sich viele Menschen nicht nur um ihre Gesundheit. Sie haben sogar Angst um ihr Leben. Das gilt besonders für diejenigen, die sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen. In den letzten 25 Jahren wurden allein 2800 Gewerkschafter ermordet, ein trauriger Weltrekord.

Lupe
Jaime Blanco Maya (l.), war Drahtzieher hinter mehreren Morden an Kohle-Gewerkschaftern. Er sitzt für 38 Jahre im Hochsicherheitsgefängnis von Bogota ein.
In der Kritik steht auch der US-Kohlekonzern Drummond. Er soll jahrelang die AUC unterstützt haben, eine paramilitärische Einheit, die nicht nur Minen und Bahnlinie von Drummond schützte, sondern gleichzeitig hunderte Morde beging und tausende Menschen vertrieb. Drummond selbst weist die Vorwürfe zurück und erklärt, Paramilitärs weder finanziert noch beschäftigt zu haben.

Müssen Menschen andernorts leiden, wenn wir den Fön anschalten oder die Waschmaschine? Was wissen deutsche Energieversorger darüber, und welche Verantwortung tragen sie? Reporter Jo Schück sucht Antworten und verfolgt die Spur des schwarzen Rohstoffs von der Mine bis ins Kraftwerk. Er reist von Kolumbien bis Amsterdam, von den USA bis Hamburg und sucht nach Verantwortlichen.

Sendedaten
Das schmutzige Geschäft mit der Kohle
Freitag, 22. August 2014, 21.00 Uhr

Ein Film von Peter Ruppert, Jo Schück und Michael Strompen
Info
Steinkohle-Abbaugebiete
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Rolle rückwärts bei der Energiewende
Das wohl ehrgeizigste Vorhaben der Republik steckt fest. Bei der Förderung erneuerbarer Energien verordnet die Politik eine Vollbremsung. Kohle erlebt ein Comeback. Der CO2-Ausstoß steigt.
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