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Video der Sendung (120 Min.)Video der Sendung (120 Min.)
Das Prinzregententheater in München - hier wurden die "Pierrots" vergeben
Bayerischer Filmpreis 2016
Aus dem Prinzregententheater München
"Willkommen bei den Hartmanns" und "Toni Erdmann" waren die großen Abräumer im Filmjahr 2016. Auch beim Bayerischen Filmpreis in München gingen einige Preise an die beiden Filme. Der Filmpreis gehört zu den bestdotierten Ehrungen für "herausragende Leistungen in der deutschen Filmlandschaft".
© dpa "Willkommen bei den Hartmanns"
"Willkommen bei den Hartmanns"
"Willkommen bei den Hartmanns" hat in München den Produzentenpreis und den Zuschauerpreis des Bayerischen Filmpreises 2016 gewonnen. Der mit 3.3 Millionen Zuschauern erfolgreichste deutsche Film von Regisseur Simon Verhoeven handelt von einer bürgerlichen Familie, welche einen Flüchtling bei sich aufnimmt und so die Flüchtlingskrise in Deutschland thematisiert. Die Komödie mit Elyas M’Barek wurde rund um München gedreht und kam bei der Kritik sehr gut an: Sie sei "charmant und lustig" und eine Reminiszenz an Helmut Dietl, so die Süddeutsche Zeitung. So ist es nur konsequent, dass die Produzenten mit einem der höchstdotieren Preise in Deutschland gewürdigt wurden.

"Pierrot" für "Toni Erdmann"
© Komplizen Film Szene aus "Toni Erdmann"
Szene aus "Toni Erdmann"
"Toni Erdmann", der hochgelobte Film von Maren Ade, ging bei der Verleihung der "Goldenen Palme" in Cannes leer aus. Doch in München landete der Streifen mehrere Erfolge. Maren Ade bekam mit anderen vier Frauen den Regiepreis und die Schauspielerin Sandra Hüller wurde mit dem Preis für die beste Darstellerin ausgezeichnet. Die Tragikomödie über eine komplizierte Vater-Tochter-Beziehung begeisterte das Publikum, genauso wie die Kritiker und hat den "Pierrot", die Preistrophäe aus Porzellan, sicherlich verdient.

Viele Preise bei der besten Regie
© NFP Ania und der Wolf. Der Film heißt nicht nur "Wild". Er ist es auch.
Ania und der Wolf. Der Film heißt nicht nur "Wild". Er ist es auch.
Die anderen Regiepreise gingen an Maria Schrader ("Vor der Morgenröte"), Nicolette Krebitz ("Wild"), Franziska Meletzky ("Vorwärts immer!") und Marie Noëlle ("Marie Curie"). Diese Entscheidung, den Preis für die beste Regie auf fünf Filme und fünf Regisseurinnen zu verteilen, ist sicherlich ungewöhnlich. Doch jeder einzelne dieser Film hat seine Qualitäten und der Entschluss der zwölfköpfigen Jury - bestehend aus elf Frauen der Film und Fernsehbranche - war sicher kein einfacher. Den Preis für den besten Darsteller erhielt Jörg Schüttauf für die Darstellung eines Honecker-Imitators in dem Streifen "Vorwärts immer!".

Langzeitdoku über drei Teenager aus Leipzig ausgezeichnet
© dpa Lea van Acken in "Das Tagebuch der Anne Frank"
Lea van Acken in "Das Tagebuch der Anne Frank"
Die Preise für die besten Nachwuchsdarsteller bekamen Lea van Acken ("Das Tagebuch der Anne Frank") und Jannis Niewöhner ("Jonathan, Jugend ohne Gott"). Der Dokumentarfilm "Alles andere zeigt die Zeit" von Andreas Voigt wurde in München auch mit einem "Pierrot" geehrt. Die Langzeitdoku begleitet drei Teenager aus Leipzig. Zu Beginn der Dreharbeiten vor über 25 Jahren waren die Jugendlichen um die 15 Jahre. Die Folgen des Umbruchs nach dem Mauerfall trafen sie mit voller Wucht. Heute sind die Protagonisten um die 40 Jahre alt und obwohl ihre Lebenszeit im vereinten Deutschland länger ist, als die, die sie in der DDR verbracht haben, prägt die Jugend ihr Leben auf unterschiedliche Art und Weise. Ein langsamer aber sehenswerter Film über den Rechtsradikalismus im Osten, der schon bald im Fernsehen gezeigt wird.

Schon im Vorfeld standen zwei Gewinner fest: der schon erwähnte Publikumspreis für "Willkommen bei den Hartmanns", der bei einer Abstimmung der Sendung "kinokino" und der Zuhörer von "Bayern 3" die meisten Stimmen bekam und der Gewinner des "Ehrenpreis des Ministerpräsidenten". Diesen bekam der Film- und Theaterschauspieler Bruno Ganz.


Filmpreisgala mit Prominenten aus Film, Fernsehen und Politik
© BR Christoph Süß
Christoph Süß
Die Auszeichnungen wurden während der Filmpreisgala am Freitag den 20. Januar 2017 im Münchner Prinzregententheater überreicht. Wir zeigen Ihnen am Samstag, 21. Januar 2017, 22.30 Uhr eine Zusammenfassung der Preisverleihung.

Auch in diesem Jahr waren wieder zahlreiche Prominente aus Film, Fernsehen und Politik zur Gala erscheinen, um die Entscheidungen der Jury über die Vergabe der begehrten "Pierrots" zu verfolgen. Durch den Abend führte - in gewohnt lässiger Art - der beliebte "quer"-Moderator Christoph Süß.


Sendedaten
Samstag, 21. Januar 2017, 22.40 Uhr

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