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Sprengel Museum Hannover
2017 wurde es zum "Museum des Jahres" gewählt. Das Sprengel Museum Hannover zählt zu den besten Adressen in Sachen Moderner und Zeitgenössischer Kunst. Markus Brock nimmt es genau unter die Lupe.
Ausgezeichnet mit dem "Kunst-Oscar"
©  SWR, M Markus Brock mit Museumsdirektor Reinhard Spieler
Markus Brock mit Museumsdirektor Reinhard Spieler
Das Sprengel Museum Hannover "brenne für die Kunst", so Direktor Reinhard Spieler. Dieser Marketing-Slogan ist die kluge Antwort auf die Kritik am kontrovers diskutierten Erweiterungsbau von 2015. Die Hannoveraner waren anfänglich nicht begeistert und tauften den anthrazitfarbenen Kubus "Maschsee-Brikett". Doch der Bau aus Beton und Glas am Ufer des Maschsees ist alles andere als ein behäbiger Klotz, er scheint förmlich zu schweben und bietet nun noch mehr Ausstellungsfläche für die stetig wachsende Sammlung. Schon 1992 hatte das 1979 eröffnete Museum einen Anbau bekommen.

Von der Schokolade zur Kunst
©  SWR Kai Wiesinger mit Markus Brock vor einem Werk von Niki de Saint Phalle
Kai Wiesinger mit Markus Brock vor einem Werk von Niki de Saint Phalle
Den Grundstein legte das Schokoladenfabrikanten-Ehepaar Sprengel, das der Stadt Hannover 1969 seine Kunstsammlung vermachte, darunter berühmte Namen wie Pablo Picasso, Fernand Léger oder Max Beckmann. Auch die französische Künstlerin Niki de Saint Phalle, bekannt für ihre Nana-Skulpturen, schenkte im Jahr 2000 einen Großteil ihres Werks dem Sprengel Museum. Unter den rund 400 Arbeiten sind zwar wenige Nanas, dafür viele aus ihrer frühen rebellischen Phase. Anfang der 60er Jahre schuf sie radikale Collagen, die sie mit blutroter Farbe bespritzte - als Sinnbild des Protests auf das verhasste Patriarchat.

Die Kunst steht Kopf!
©  SWR Daniel Spoerris "Gekippter Raum"
Daniel Spoerris "Gekippter Raum"
In den vergangenen 30 Jahren ist der Bestand des Museums außerdem um wesentliche Strömungen der Kunst nach 1945 erweitert worden mit Arbeiten von Andy Warhol oder Gerhard Richter. Eine Besonderheit des Sprengel Museums sind die von Künstlern gestalteten Räume wie die Rekonstruktion des legendären Merzbaus von Kurt Schwitters oder El Lissitzkys "Kabinett der Abstrakten". Bei Daniel Spoerri steht die Kunst Kopf. Ein Museumsraum im Museum, den man nur mit Puschen betreten darf, bestückt mit Kopien von Ikonen der Kunstgeschichte. Wie ein surrealistisches Bild wirkt sein Gesamtkunstwerk mit verzerrten Raumebenen und Perspektiven. Wunderbar subversiv und um die Ecke gedacht!

Sendedaten
Sonntag, 25. Februar 2018, 18.30 Uhr
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Kai Wiesinger