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Dürer und Cranach
In Nürnberg darf natürlich Albrecht Dürer nicht fehlen. Kaum ein berühmter Maler war je enger mit seiner Heimatstadt verbunden. Das Germanische Nationalmuseum besitzt einige seiner Meisterwerke.
Albrecht Dürer - Der Perfektionist
© Germanisches Nationamuseum Albrecht Dürer: Bildnis des Malers Michael Wolgemut, 1516
Albrecht Dürer: Bildnis des Malers Michael Wolgemut, 1516
Albrecht Dürer (1471-1528) ist der wichtigste deutsche Maler der Renaissance. Bereits um 1600 herrschte ein regelrechter Dürer-Kult, so dass viele seiner Ikonen von Herrschern in ganz Europa aufgekauft wurden und heute in internationalen Museen hängen. Das Germanische Nationalmuseum zählt zu seiner Dürer-Sammlung die eindrucksvollen Porträts seiner Mutter und das seines verehrten Lehrers Michael Wolgemut. In diesem Bildnis von 1516 zeigte der vielseitige Dürer seine herausragende Fähigkeit der Naturnachahmung. Ärzte meinen in den Augen Wolgemuts sogar den Grünen und Grauen Star zu erkennen.

Das "Dürer-Labor"
© Germanisches Nationamuseum Albrecht Dürer: Bildnis von Barbara Dürer, geb. Holper, 1490
Albrecht Dürer: Bildnis von Barbara Dürer, geb. Holper, 1490
Wie und warum zeichnete Dürer mit verschiedenen Tuschen und Tinten? Was verraten uns die Materialien noch heute über seine Kunst?
Das und vieles mehr über Dürer kann man im Germanischen Nationalmuseum erfahren.
Seit 1871 prägt das Museum die Forschung zu Albrecht Dürer maßgeblich. Regelmäßig finden Veranstaltungen und Sonderausstellungen statt,
die neue Erkenntnisse zu Dürer eröffnen. Auf einer eigens konzipierten Online-Plattform gewährt das Museum im
"Dürer-Labor" oder im Medienarchiv Einblicke in Leben und Werk des Renaissancemeisters.

Lucas Cranach der Ältere – Das Multitalent
© Germanisches Nationamuseum Lucas Cranach d. Ä.: Posthumes Bildnis Martin Luthers als Augustinermönch, nach 1546
Lucas Cranach d. Ä.: Posthumes Bildnis Martin Luthers als Augustinermönch, nach 1546
Der andere Malerfürst der Renaissance ist Lucas Cranach d. Ä. (1472-1553). Seine Ambitionen waren nicht nur rein künstlerischer Natur. Er hat seine Kunst vermarktet wie kein zweiter. In seiner florierenden Werkstatt mit vielen Assistenten malte oder ließ er malen für alle, die ihn beauftragten: für Adelige und Bürger, für die katholische Kirche und seinen Freund, den Reformator Martin Luther.

"Cranachs Medien der Verführung"
© Germanisches Nationamuseum Lucas Cranach d.Ä.: Venus mit Amor als Honigdieb, um 1537
Lucas Cranach d.Ä.: Venus mit Amor als Honigdieb, um 1537
Bereits vor 500 Jahren
verstand Lucas Cranach der Ältere (1472-1553), welche prägende Wirkung Bilder haben, wie die Sonderausstellung "Cranachs Medien der Verführung" zeigt.
Das Bild als Massenmedium ist also nicht etwa eine Erfindung von Instagram und Co. Schon Cranach nutzte die neuen Medien des Bild- und Buchdrucks.
Als "PR-Profi" machte der Renaissancekünstler mit seinen Druckgrafiken in ganz Europa "Werbung" für die Reformation und brachte die erste Bibelübersetzung von Luther heraus. Lucas Cranach d. Ä. galt als der schnellste Maler seiner Zeit – so steht es sogar auf seinem Grabstein.

Info
© Germanisches NationamuseumDürerforschung im Germanischen Nationalmuseum
Info
© Germanisches NationamuseumAusstellung "Cranachs Medien der Verführung"