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Leopold Mozart mit Geburtstagsluftballons
Das Ländermagazin aus Bayern
Mozartstadt Augsburg
Mozart? Klar, da denkt man gleich an Salzburg und Wien, aber Augsburg? Dabei hat in Augsburg alles begonnen. Denn die Mozarts waren waschechte Schwaben und das seit Jahrhunderten! In diesem Jahr feiert Leopold Mozart, Vater des Wunderkindes Wolfgang Amadeus, seinen 300. Geburtstag und die ganz Stadt steht Kopf.
Von Alexandra Rinschler

Um den 300. Geburtstag von Leopold Mozart richtig lebendig werden zu lassen, lässt ihn die Stadt Augsburg zusammen mit ihrem Mozartbeauftragten Simon Pickel quasi wieder auferstehen. Denn schließlich nannte Leopold sich selbst bis zu seinem Tode 1787 "stolzer Augsburger Reichsbürger", obwohl er die längste Zeit seines Lebens in Salzburg verbrachte. Poppig in Pink und Weiß gewandet verkörpert Schauspieler Volker Stöhr den Leopold Mozart des 21. Jahrhunderts.


Mozart der Modefan

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Die international erfolgreiche Künstlerin Natalija Ribovic hat das aktuelle Leopold-Kostüm entworfen, poppig-schrill!
Leopold Mozart liebte es, sich modisch zu kleiden. Laut einer Anekdote kaufte er sich auf einer seiner Reisen einen Gehrock aus einem gebrauchten Stoff des Zaren, dafür zahlte er angeblich das 6-fache seines Jahresgehalts!

Um dieser Leidenschaft auch heute gerecht zu werden, hat sich die Mozartstadt dazu entschieden, die international erfolgreiche Künstlerin Natalija Ribovic zu engagieren. Ribovic entwarf für seine heutige Verkörperung durch Schauspieler Volker Stöhr ein authentisches Outfit aus der Zeit des Rokokos der Wiener Klassik. Nicht aus gängigen Stoffen, sondern aus Jeans in kracherten Farben und designte eine Straßenbahn mit dem gleichen Muster in Pink und Weiß.


Leopold geht durch den Magen

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Zu Ehren des 300. Geburtstags hat Bäckermeister André Heuck ein eigenes Leopold-Brot kreiert.
Leopold Mozart war jahrelang mit seinen beiden begabten Kindern, Wolfgang Amadeus und Nannerl, auf Konzertreisen unterwegs und lernte so die unterschiedlichen Kochgewohnheiten in ganz Europa kennen. Laut Überlieferungen liebte er es, neue Genüsse zu entdecken und gab einen großen Teil seiner Einnahmen für Naschwerk und Lebensmittel aus.

Daher hat Bäckermeister André Heuck von der Augsburger Brotmanufaktur Cumpanum ein sehr saftiges Leopold-Brot entwickelt, nur mit authentischen Zutaten, die auch zu Leopolds Lebzeiten verwendet wurden.

Torsten Ludwig vom Restaurant "Die Tafeldecke" hat sich ebenfalls was Besonderes einfallen lassen, damit man Leopold auch kulinarisch erleben kann: er bietet das ganze Jahr über Leopold Mozart-Dinner an, mit Gerichten, die im 18. Jahrhundert auf dem Speiseplan standen.


Ein Leben für die Musik

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In der Kirchse St. Ulrich & Afra musizierten schon Leopold und Wolfgang Amadeus Mozart.
Leopold Mozart hat aber nicht nur gerne gegessen, er widmete sein Leben und Schaffen der Musik. Natürlich als Lehrer und Manager seiner Kinder, aber eben auch als Komponist. Über 70 Werke hat er selbst geschrieben, darunter Symphonien, Orchester- und Klavierwerke. Besonders die Violine hatte es ihm angetan.1756 verfasste er die "gründliche Violinschule", bis heute ein absolutes Standardwerk im Musikunterricht.

Auf Spurensuche in seiner Heimatstadt Augsburg trifft sich daher Moderatorin Alexandra Rinschler mit Kirchenmusiker Peter Bader in der Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg. Denn hier haben sowohl Leopold als auch sein Sohn Wolfgang Amadeus bereits musiziert, daher ist es für Peter Bader immer wieder etwas ganz Besonderes an der wunderschönen Barockorgel zu sitzen.


Sendedaten
Samstag, 4. Mai 2019, 14.30 Uhr

Das Ländermagazin aus Bayern

Mozartstadt Augsburg
Augsburg ist die einzige deutsche Stadt, die den Titel "Mozart-Stadt" tragen darf und auch aufgrund ihrer vielfältigen Angebote und Institutionen heutzutage zu Recht verdient.

Mozarthaus, Mozartgemeinde, Deutsche Mozartgesellschaft, Internationale Leopold Mozart Gesellschaft, Leopold-Mozart-Kuratorium und -Wettbewerb und nun auch ein Leopold-Mozart-Zentrum: dies alles sind gewichtige Teile der Bemühungen rund um die Ahnen Mozarts, um Vater Leopold, Sohn Wolfgang Amadé und auch das unsterbliche Bäsle.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass Augsburg im 18. Jahrhundert mit Collegium musicum, mit verschiedenen Konzertgesellschaften und Operntruppen wie denen Emanuel Schikaneders sowie schließlich mit einer hoch stehenden Kirchenmusik beider Konfessionen eine viel beachtete süddeutsche Musikstadt war.

Der Bach-Schüler David Kräuter machte das Werk Telemanns in Augsburg heimisch, Valentin Rathgeber ließ sein Musikalisches Tafel-Konfekt hier drucken und der Virtuose Friedrich Hartmann Graf belebte das bürgerliche Konzertwesen. Johann Kaspar Seyfert und sein Sohn Johann Gottfried setzten mit ihren geistlichen Oratorien die bedeutende Tradition evangelischer Kirchenmusik fort.

Quelle: Leopold-Mozart-Zentrum

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