© wdr
Der Film in der MediathekDer Film in der Mediathek
Zwei Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten: links die vornehme, wohlhabende Familie Nonomiya, rechts die chaotische Ladenfamilie Saiki.
Like Father, Like Son
Soshite Chichi ni Naru
Was macht eine Familie aus – die Gene oder die tatsächlich verbrachte Zeit? Der japanische Film "Like Father, like Son" von Hirokazu Koreeda wirft diese Frage auf und sucht nach Antworten.
Von Alexia Späth

Ryota Nonomiya ist ein ehrgeiziger, erfolgreicher Architekt. Geld und seine Projekte sind das Wichtigste in seinem Leben. Doch das streng geregelte, wohlhabende Leben der Familie wird erschüttert, als er einen Anruf von der Geburtsklinik bekommt: Keita ist nicht der Sohn von Ryota und seiner Frau Midori.

Der richtige Sohn lebt in einer anderen Stadt, als Sohn des Ladenbesitzers Yudai Saiki. Die Krankenschwester hat die beiden Babys einst vertauscht, weil sie das Leben der Nonomiyas beneidete. "Sie waren so glücklich, und ich war so unglücklich", gesteht sie bei der Gerichtsverhandlung.


Unterschiedliche Welten

Der Film erzählt von den unterschiedlichen sozialen Milieus, den japanischen Lebens- und Umgangsformen. Die Nonomiyas leben in einer schicken Wohnung in Tokio, die "wie in einem Hotel" eingerichtet ist. Ryota arbeitet in einem großen Architekturbüro. Er hat wenig Zeit für seine Familie.

Im glücklichen Chaos lebt die Familie Saiki. Der Vater ist nicht sehr ehrgeizig, betreibt einen kleinen Laden. Doch er hat Zeit für seine drei Kinder, fährt am Wochenende zum Fluss, um Drachen steigen zu lassen, während Vater Ryota wieder einmal ins Büro verschwindet.

Die Familien tauschen nun die Söhne aus. Ryota verkauft das seinem "falschen" Sohn Keito als "Mission".


Keita ist ein aufgeweckter 6-Jähriger. Doch er ist nicht ... © wdr Keita ist ein aufgeweckter 6-Jähriger. Doch er ist nicht ...
... der Sohn von Ryota und  Midori.  Der Gentest ist eindeutig.  © wdr ... der Sohn von Ryota und Midori. Der Gentest ist eindeutig.

Was ist richtig?

Doch die Mission scheitert. Zum einen, weil die beiden Söhne nicht mitmachen. "Warum soll ich Vater zu dir sagen, wenn ich schon einen habe?", protestiert Ryotas richtiger Sohn. Zum anderen, weil der kontrollierte Ryota immer mehr die Fassung verliert. Die Beziehung zu seiner Frau zerbricht fast daran.

Faszinierend ruhig, fast humorvoll zeigt Regisseur Koreeda, welche Brüche und Fragen entstehen können, wenn in einer so hierarchischen, formalen und traditionellen Gesellschaft, wie die japanische nun mal ist, die starren Gewissheiten zusammenbrechen.


Keita ist der Sohn der Familie Saiki.  © wdr Keita ist der Sohn der Familie Saiki.
Doch Keita will zurück zu seiner falschen Familie.  © wdr Doch Keita will zurück zu seiner falschen Familie.

Sendedaten
Samstag, 27. April 2019, 22.05 Uhr

Like father, like son

Darsteller:
Ryota Nonomiya: Masaharu Fukuyama
Midori Nonomiya: Machiko Ono
Yukari Saiki: Yoko Maki
Yudai Saiki: Lily Frankie
Keita Nonomiya: Keita Nonomiya

Regie: Hirokazu Koreeda

Spielfilm, Japan 2013

3satThementag
Faszination Japan
Willkommen im Land der Gegensätze, verhaftet in alten Traditionen und mit Blick in die Zukunft, mit Megastädten wie Tokio und vielfältiger unberührter Natur. Japan, ein Land von eigenwilliger Schönheit, das zu entdecken und zu erleben sich lohnt.
Japan - Land der Gegensätze
Japan: Leben zwischen Eis und karibisch anmutenden Stränden, zwischen Tradition und Fortschritt, zwischen Wüsten aus Beton und unberührter Natur. Dirk Steffens entdeckt ein Land der Gegensätze.
Im Reich der Spiegel
150 Jahre ist es mittlerweile her, dass Japan sich der Welt öffnete und mit Riesenschritten den Anschluss an die Moderne suchte. Allerdings blieb auch in Zeiten der Globalisierung einiges im Land der aufgehenden Sonne anders als anderswo.