© SWR/LOOKSfilm/Bertl Strasser
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Der Österreicher Karl Kasser ist 25 Jahre alt als der Erste Weltkrieg beginnt und er gemustert und an die Ostfront geschickt wird.
14 - Tagebücher des Ersten Weltkriegs
Vor 100 Jahren, am 11. November 1918, endete der Erste Weltkrieg. Mit der Themenwoche "Kriegsgeschichten" erinnert 3sat mit insgesamt 14 Programmbeiträgen an diese "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts.
Den Auftakt macht die vierteilige Doku-Drama-Serie "14 - Tagebücher des Ersten Weltkriegs". Sie erzählt die Geschichte des Krieges aus der Perspektive von ausgewählten Zeitgenossen.
Die Protagonisten haben ihre Erlebnisse in Tagebüchern, Aufzeichnungen oder Feldpostbriefen festgehalten. Durch diese Form der authentischen Erzählung wird deutlich, wie sich Stimmungen, Überzeugungen und die Ansichten der Menschen ausgewirkt haben, wie sich ihr Denken und Handeln durch den Krieg veränderte und welche Folgen dies hatte.

3sat zeigt "14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs" in vier Folgen. Sie konzentrieren sich auf die Zeit-Marken Kriegsbeginn und Kriegsende und die wichtigsten Ereignis- und Erlebnis-Orte für die Protagonisten: Front und Heimat. Der Schwerpunkt liegt darauf, die großen Veränderungen darzustellen, die dieser Krieg ganz real in den Landschaften und Städten der beteiligten Länder, aber auch in den Köpfen und im Leben der Protagonisten bewirkt hat und ihn zu "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts werden ließ.


Helden des Alltags

© SWR/LOOKSfilm/Service historique de la Défense
Elfriede Kuhr, 14 Jahre, lebte bei ihrer Oma in Schneidemühl, nahe der russischen Grenze.
Die Menschen, deren Geschichten nacherzählt werden, sind keine Kriegsherren oder Staatenlenker, sondern Soldaten im Morast der Schützengräben, Hausfrauen, die an der Heimatfront die Arbeit ihrer Männer übernehmen müssen, Jugendliche, die sich aus Begeisterung freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet haben und Kinder, denen der Krieg als Alptraum, aber auch als Abenteuer erscheint.

Ihre Erlebnisse sind in aufwändigen Dramaszenen nachgestellt. Inszeniert wurde ausschließlich, was die Erzähler in ihren Tagebüchern und Briefen festgehalten haben. Diese persönlichen Schicksale sind in dokumentarische Filmsequenzen eingebettet, die vor allem aus zeitgenössischem Film- und Fotomaterial bestehen. Mit ihrer Hilfe werden die erzählten Geschichten in das geschichtliche Umfeld eingeordnet.


Multinationale Erzählperspektive

Zum ersten Mal erzählt "14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs" den Krieg aus einer multinationalen Perspektive. In den Filmen kommen Menschen vieler Völker und Nationen zu Wort – mit teils ähnlichen, aber auch ganz unterschiedlichen Kriegserfahrungen. So werden persönliche und nationale Unterschiede in den Kriegserlebnissen und in der Wahrnehmung des Krieges deutlich.

Um die unterschiedlichen nationalen Erlebniswelten so glaubhaft wie möglich zu inszenieren, standen deutsche, britische, russische, italienische, französische und österreichische Schauspieler und Schauspielerinnen vor der Kamera. Sie alle spielen in ihrer Muttersprache. Gedreht wurde im Elsass und im kanadischen Quebec.

Das spektakuläre zeitgenössische Film- und Fotomaterial für die Produktion stammt aus Archiven in der ganzen Welt und ist zum Teil noch nie gezeigt worden. Es wurde in HD-Auflösung neu digitalisiert und aufwändig restauriert.

Als Fachberater haben namhafte Historiker an der Serie mitgewirkt, darunter Peter Englund, Sekretär der Schwedischen Akademie der Wissenschaften und Autor des Buches "Schönheit und Schrecken", der deutsche Historiker Oliver Janz und der französische Historiker Emmanuel Saint Fuscien.


Trotz einer Handverletzung wird Kasser (David Oberkogler) eingezogen und an die Ostfront geschickt.  © SWR/LOOKSfilm/Tobias Fritzsch Trotz einer Handverletzung wird Kasser (David Oberkogler) eingezogen und an die Ostfront geschickt.
In den Unterkünften der einfacheren Soldaten herrscht eine drangvolle Enge.  © SWR/LOOKSfilm/Museum Rostock In den Unterkünften der einfacheren Soldaten herrscht eine drangvolle Enge.
Regisseur Jan Peter bei den Dreharbeiten zu den Kriegstagebüchern.  © SWR/LOOKSfilm / Severine Goupil Regisseur Jan Peter bei den Dreharbeiten zu den Kriegstagebüchern.

Die Folgen:

Folge 1 – Der Aufbruch: 5. November, 22.25 Uhr

© SWR/LOOKSfilm
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Nach nur drei Monaten sind bereits Hunderttausende Soldaten gefallen.
Als in Sarajewo der österreichische Thronfolger und dessen Frau ermordet werden, ist Europa ein hochgerüsteter und von Spannungen gezeichneter Kontinent. Scheinbar unaufhaltsam treibt alles auf einen Krieg zu.

Die Menschen aller Nationen sind überzeugt, angegriffen zu werden. Sie empfinden es als ihre heilige Pflicht, für das Vaterland in den Krieg zu ziehen.

Aber viele haben auch einfach Angst und sorgen sich um die Zukunft. Propagandameldungen über den raschen Vormarsch der Truppen und die ersten militärischen Erfolge befördern die Hoffnung auf einen schnellen Sieg – in vielen Ländern.

Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Nach nur drei Monaten sind bereits Hunderttausende Soldaten gefallen.


 

Folge 2 – Die Front: 5. November, 23.10 Uhr

© SWR/LOOKSfilm Archives départementales de l'Aude
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Mit 35 Jahren wird der französische Fassmacher Louis Barthas eingezogen und muss an einem der gefährlichsten Abschnitte der deutsch-französischen Front kämpfen.
Fast alle haben mit einem schnellen Ende des Kriegs gerechnet. Bis Weihnachten, so ihre Überzeugung, sei alles überstanden.

Stattdessen wird aus dem europäischen Konflikt ein Weltkrieg, in dem mehr als 60 Millionen Soldaten kämpfen. Aus dem Bewegungs- wird ein Stellungskrieg. Neue Artilleriegeschütze, Maschinengewehre und Giftgas fordern immer mehr Opfer.

In aller Eile werden Hilfsschwestern und Sanitäter ausgebildet. Doch auch sie können wenig ausrichten gegen die Zerstörungskraft der neuen Waffen.

Nicht mehr Tapferkeit und Mut, sondern allein der Zufall bestimmt, ob der Einzelne überlebt oder nicht. Trotzdem wird weiter gekämpft.


 

Folge 3 – Die Heimat: 6. November, 22.25 Uhr

© SWR/LOOKSfilm/Tobias Fritzsch
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In den Munitionsfabriken leiden die Frauen oft unter katastrophalen Arbeitsbedingungen.
Für die Soldaten an der Front ist die Heimat ein Sehnsuchtsort. Heimat steht für Sicherheit, Geborgenheit, Frieden. Viele hält nur der Gedanke an die Rückkehr zu den Lieben und an die intakte Heimat aufrecht. Doch weil dort jetzt auch Waffen für die Front produziert werden, wird die Heimat selbst zum Ziel.

Flugzeuge und Zeppeline werfen ihre Bomben nicht mehr nur auf feindliche Soldaten ab, sondern auch auf Zivilisten, Frauen und Kinder in den Städten. Durch Blockaden und den Seekrieg soll die gegnerische Bevölkerung ausgehungert und vernichtet werden. Zerstörung und Tod, Verzweiflung, Hunger und Einsamkeit gibt es jetzt nicht mehr nur an der Front, sondern auch in der Heimat.

Der Krieg hat das romantische Bild der intakten Heimat zerstört. Heimat und Front sind eins geworden – der Krieg ist überall.


 

Folge 4 – Die Entscheidung: 6. November, 23.10 Uhr

© SWR/LOOKSfilm/Tobias Fritzsch
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Als Leutnant führt Ernst Jünger (Jonas Friedrich Leonhardi) seine Truppe solange gegen den Feind, bis alle tot oder übergelaufen sind.
Im Frühjahr 1918 will die deutsche Heeresleitung durch eine letzte große Offensive die Entscheidung herbeiführen. Doch auch dieser Angriff scheitert. Die deutschen Truppen sind am Ende ihrer Kräfte. Der deutsche Erste Generalquartiermeister Ludendorff fordert einen sofortigen Waffenstillstand.

Als Ende Oktober 1918 die deutsche Flotte dennoch zu einem letzten Gefecht auslaufen soll, meutern die Matrosen in Kiel und entwaffnen ihre Offiziere. Der Aufstand breitet sich über das ganze Land aus. Der Kaiser dankt ab. Zivile Politiker unterschreiben schließlich einen Waffenstillstand.

Der Erste Weltkrieg hinterlässt Millionen Tote – und einen zerstörten Kontinent. Es gelingt nicht, mit dem Versailler Friedensvertrag das Fundament für einen dauerhaften Frieden zu legen. Gefühle von Rache und Trauer bleiben und werden bald zu einem weiteren Weltkrieg führen.


Sendedaten
Montag, 5. November 2018,
22.25 Uhr (Teil 1/4) und 23.10 Uhr (Teil 2/4)

Dienstag, 6. November 2018
22.25 Uhr (Teil 3/4) und 23.10 Uhr (Teil 4/4)

14 - Tagebücher des Ersten Weltkriegs

Ein Film von Jan Peter und Yury Winterberg

Klicktipps
© brDas multimediale Projekt "14 - Tagebücher des Ersten Weltkriegs" bietet einen neuen und ungewöhnlichen Blick auf die Geschichte des Ersten Weltkriegs. Erstmals schildern die Fernsehproduktion und das Webspecial den Krieg aus multinationaler Perspektive und hauptsächlich aus der Sicht von 14 Menschen, die den Konflikt erlebten.
© swrlooksfilmEine Zeitreise zum Ersten Weltkrieg
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Themenwoche
Kriegsgeschichten
Alle Einbringungen zur 3sat-Themenwoche "Kriegsgeschichten" im Überblick.