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ein wiedehopf koenig der Voegel

Die Rückkehr des Wiedehopfs

Tief aus den Savannen Afrikas kommend, besucht jedes Jahr ein besonders auffälliger Gast die idyllische Weinbauregion am Wagram: der Wiedehopf.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
22.07.2019
13:45 - 14:30 Uhr

Mit dem Film "Die Rückkehr des Wiedehopfs" erzählen Stefan Polasek und Florian Berger die Geschichte eines kleinen Wunders: die Rückkehr des Wiedehopfs in seinen einstmaligen Lebensraum.

Das Anwachsen seiner Population macht den Wagram zur Vorzeigeregion in ganz Europa: Die fruchtbaren Weinterrassen donauabwärts von Krems beherbergen, heute wieder, einen der europaweit größten Bestände des scheuen Wiedehopfs. Kinderlieder bezeugen die Bekanntheit des bunten Vogels ebenso wie altgriechische Komödien, wo er sogar als "König der Vögel" gilt.

Was treibt den Wiedehopf an den Wagram?

der wiedehopf koenig der voegel in seinem Nest
Wiedehopf-Eier - im Nistkasten wohlbehütet
Quelle: ORF/Kube Film/Florian Berger

Der Wiedehopf ist ein geheimnisvoller, ja exotisch anmutender Vogel mit kuriosen Verhaltensweisen. Doch der unverwechselbare Vogel ist in ganz Europa zur bedrohten Art geworden, seine Population ist - außer in Spanien - stark rückläufig. Nicht so am Wagram: Dank engagierter Naturschutzmaßnahmen und der Initiative einiger Naturliebhaber gibt es heute in der kleinen Region wieder stolze 88 Bruten mit 266 Jungvögeln. Das ist einmalig! In keiner anderen europäischen Region konnte eine vergleichbare Steigerung und Dichte erreicht werden. Was also treibt den Wiedehopf an den Wagram?

Bis vor circa fünfzehn Jahren galt der Wiedehopf in dieser Gegend praktisch als ausgestorben, bis sich der Tischler Manfred Eckenfellner eines kranken Wiedehopfjungvogels, der sich in seinem Garten verirrt hatte, annahm und ihn wieder gesund pflegte. Dieser Tag markiert den Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft und einer bewundernswerten Erfolgsgeschichte: Denn seitdem hat es sich Manfred Eckenfellner zur Lebensaufgabe gemacht, dem Wiedehopf am Wagram ein neues Zuhause zu geben oder besser: ihm seine alte Heimat wieder zurückzugeben.

wiedehopf Kuecken - gerade geschlueft
"Wiedehopf" Kücken - gerade geschlüft; noch blind und hilflos
Quelle: ORF/Kube Film/Florian Berger

Nun zimmert der Tischler Jahr für Jahr Hunderte Nistkästen und hängt sie in Weingärten und Obstwiesen auf, um dem Wiedehopf optimale Brutmöglichkeiten zu schaffen. Der kleine Zugvogel mit dem frechen Kamm gilt als einer der scheuesten Vögel überhaupt. Dennoch: Die Weingärten am Wagram mit ihren vielen kleinen hölzernen Winzerhütten waren noch in den 1960er und 70er Jahren ein perfekter Brut- und Lebensraum für den "Punk" unter den Zugvögeln. Doch Flurbereinigungen, der Einsatz von Insektiziden und das Verschwinden der traditionellen Weinberghütten haben den Lebensraum des Wiedehopfs stark eingeschränkt und ihn aus den Weingärten des Wagrams verschwinden lassen.

"Die Rückkehr des Wiedehopfs" porträtiert diese kaum erforschte und für viele "lustig" anmutende Vogelart und zeigt in noch nie zuvor gedrehten HD-Aufnahmen das Leben und Überleben des Wiedehopfs am Wagram: die Balz- und Paarungsrituale dieser gefiederten Exoten, die Geburt und Aufzucht des Nachwuchses, das Jagd- und Flugverhalten bis hin zum wohl überraschendsten Schutzmechanismus des Vogels, das Abspritzen von Kot als wirksame Waffe vor Fressfeinden.

der wiedehopf vor seinem nistkasten
Ein Nistkasten bietet Sicherheit für den scheuen Vogel
Quelle: ORF/Kube Film/Florian Berger

Dabei erlebt das TV-Publikum die großen Triumphe und Tragödien eines Vogellebens: Ein Star kämpft mit dem Wiedehopf um einen Nistplatz und verhindert beinahe den Einzug eines Paares; ein Fuchs macht sich an einem Brutkasten zu schaffen, und während sein Angriff scheitert, ist eine Äskulapnatter an anderer Stelle erfolgreich und verschlingt das frische Gelege eines Wiedehopf-Paares. In einem anderen Nistkästchen überlebt dagegen die gesamte Brut.

Wenn der Sommer vorbei ist, macht sich der Wiedehopf auf den langen Weg Richtung Süden über Gebirge, Meere und Wüsten. Zurück bleibt Manfred, der nie weiter gereist ist, als er mit dem eigenen Auto an einem Tag fahren konnte. Ein wenig traurig und reichlich melancholisch träumt er vom Fliegen von Afrika, von seinem Wiedehopf und von dessen Rückkehr im nächsten Frühjahr.

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