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Kultur

Erniedrigte und Beleidigte

Ein wirres Durcheinander, ein Menschenschwarm irrt über die fast gänzlich leere Bühne. Es ist kaum Ordnung zu bringen in dieses Gewimmel von Figuren, Texten und Sprache. Deshalb wird auch erstmal eine riesige Leinwand, 5 auf 8 Meter, weiß grundiert.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 09.08.2019

Auf dass die Handlung einen Anfang nähme, doch genauso wie sich Sprache, Musik, Erzählstränge immer wieder überlagern, so wird auch das Bild immer weiter gemalt, übermalt, verändert sich den ganzen Abend lang und steht dann am Ende auf sehr erstaunliche Weise als einziges greifbares Werk, an einem ansonsten flüchtigen Abend, da.

„Erniedrigte und Beleidigte“ von Fjodor Dostojewski ist ein hoffnungsloser Roman, in dem keine der Figuren bekommt, wonach sie sich sehnt. Außer vielleicht Fürst Walkowski. Sein Sohn Aljoscha liebt Natalja, soll aber Katja heiraten, um der üppigen Mitgift willen. Aljoscha beugt sich, doch der vermeintliche Triumph des Fürsten hat nur eine geringe Halbwertszeit. Halbnackt und verwirrt, als Tattergreis irrt er schließlich über die Bühne. Sein Vermögen schützt ihn nicht vor seiner Endlichkeit, doch hat er vor seinem Ende noch den Gutsverwalter und seine Familie sowie seine uneheliche Tochter Nelly ins Unglück gestürzt und das private Glück gleich mehrere Menschen zunichte gemacht.

Der Erzähler, der mittellose Dichter Wanja ist seit seiner Jugend in Natalja verliebt, doch obwohl diese nun frei ist, finden sie nicht zueinander. Ein Spiel um Geld, Intrigen und Liebeswirrungen, dargeboten in betörender Melancholie und donnerndem Furor.

Regisseur Sebastian Hartmann lässt am Staatsschauspiel Dresden seinem Ensemble und auch den anderen Gewerken maximale Freiheit. Der Abend besteht aus einzelnen Bausteinen, die bis auf Anfang und Ende jeden Abend von den Spielenden und der Technik neu arrangiert werden. Ein freies Spiel, ein Fluss der Rede und Gedanken. Auch wenn im Theater keine Aufführung mit der anderen vergleichbar ist, so ist bei dieser Inszenierung tatsächlich jeder Abend neu und der letzte unwiederbringlich vorbei. Eine Version der Inszenierung wird für 3sat festgehalten.

Mit:

Luise Aschenbrenner, Eva Hüster, Moritz Kienemann, Torsten Ranft, Lukas Rüppel, Fanny Staffa, Nadja Stübiger, Yassin Trabelsi, Viktor Tremmel

  • Regie/Bühne – Sebastian Hartmann
  • Kostüme – Adriana Braga Peretzki
  • Chorleitung – Christine Groß
  • Bild/Installation – Tilo Baumgärtel
  • Lichtdesign – Lothar Baumgarte
  • Licht – Peter Lorenz
  • Dramaturgie – Jörg Bochow

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