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Kultur

Maria Stuart

Die Inszenierung am Deutschen Theater zeigt Schillers Figuren alle als Gefangene in einem riesigen Setzkasten. Jeder für sich allein, wirkliche Nähe und damit auch Verständnis für das Gegenüber sind unmöglich. In formaler Strenge schreitet eine Geschichte voran, die von Beginn an ausweglos erscheint. Im Konflikt von Staatsräson und Individuum, Recht und Gerechtigkeit kann es am Ende nur Verlierer*innen geben.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 11.09.2021
Man kann den Menschen nicht verwehren, zu denken, was sie wollen. (Paulet)

Die eine Königin im Kerker, die andere gefangen in ihrer Position der Macht. Wer frei und wer unfrei ist in diesem Ränkespiel, dem Kampf um die englische Krone, bleibt in Friedrich Schillers Drama "Maria Stuart“ weit weniger klar, als es auf den ersten Blick scheint.

Die schottische Königin muss nach dem Auftragsmord an ihrem Ehemann fliehen und denkt bei ihrer Halbschwester Schutz zu finden, der sie aber zugleich auch den Thron streitig machen will. Die eine katholisch, die andere protestantisch und von einem tiefen Minderwertigkeitskomplex geplagt, da sie sich immer wieder dem Vorwurf der Illegitimität gegenübersieht als uneheliche Tochter des gemeinsamen Vaters: Elisabeth die Bastardkönigin.

Maria ist die schönere, die strahlendere, von Verehrern umworbene, die selbst aus dem Kerker heraus den Männern noch den Kopf verdreht und sie zu Befreiungsaktionen oder Mordanschlägen auf die englische Königin animiert. Beides scheitert mehrmals. Maria merkt bald, dass ihr die bedingungslose Treue ihrer Anhänger nicht immer zum Vorteil gereicht und schließlich ihr tödliches Schicksal zementiert. Elisabeth zaudert, findet in den widersprüchlichen Meinungen ihrer Berater keine Hilfe und steht mit der Entscheidung, was mit der verhassten Rivalin passieren soll, vollkommen allein da. Marias Fürsprecher erhoffen sich von einem Aufeinandertreffen der beiden Königinnen Rettung für die Inhaftierte. Doch Marias Stolz wird ihr zum Verhängnis und die Begegnung endet in einem Wortgefecht, einem Sprach-Duell, das Elisabeth zutiefst erniedrigt. Schließlich unterzeichnet sie das Todesurteil, steht jedoch nicht zu ihrer Entscheidung, sie will den Tod Marias, aber nicht die Verantwortung dafür tragen. Berater, engste Vertraute, alle wenden sich von ihr ab. Es ist einsam an der Spitze.

Franziska Machens als Maria und Julia Windischbauer als Elisabeth liefern sich einen eindrucksvollen und verzweifelt-einsamen Kampf der Königinnen. Jede in ihrem Abteil des Setzkastens, Herrscherin über das eigene Reich, getrennt durch physische Barrieren, die eigentlich ideologische sind und nicht überwunden werden können.

  • Julia Windischbauer

    spielt Elisabeth, Königin von England

  • Franziska Machens

    spielt Maria Stuart, Königin von Schottland

  •  Enno Trebs

    spielt Baron von Burleigh

  • Alexander  Khuon

    spielt Graf von Leicester

  • Jörg Pose

    spielt Graf von Shrewsbury

  • Caner Sunar

    spielt Graf Aubespine, französischer Gesandter/Wilhelm Davison, Staatssekretär

  • Paul Grill

    spielt Amias Paulet, Hüter der Maria

  • Jeremy Mockrid

    spielt Mortimer, Paulets Neffe/Melvil, Freund Marias aus früheren Tagen

Stabliste:

Regie

Anne Lenk

Bühne

Judith Oswald

Kostüme

Sibylle Wallum

Musik

Camill Jammal

Licht

Cornelia Gloth

Dramaturgie

David Heiligers

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