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Kultur

Graf Öderland

Regisseur Stefan Bachmann lässt seine Figuren aus einem schwarzen Trichter taumeln, stürzen und kriechen. Die Bühne von Olaf Altmann ist Schauplatz und dunkler Protagonist einer Handlung, die erschreckend aktuell wirkt und von einer Welt erzählt, in der für unumstößlich gehaltene Grundsätze verloren sind und autoritäre, totalitäre Strömungen die Oberhand gewinnen. Menschlichkeit ist nichts weiter als eine naive Erinnerung oder war doch alles nur ein böser Traum?

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 11.09.2021
Ton
UT
Wir haben alles getan, um Recht und Freiheit sicher zu stellen — und trotzdem, ich gebe es zu, trotzdem ist eine Rebellion entstanden auch in unserem Land, im Zeichen der Axt, geführt von einem Irrsinnigen, der vor nichts zurückschreckt.

Ein brutaler Mord, der umso erschreckender erscheint, da er ohne jeden ersichtlichen Grund, ohne jegliches Motiv geschehen zu sein scheint, erschüttert die Existenz eines pflichtschuldigen Staatsanwaltes. Ein braver Bürger, Kassierer einer Bank, greift zur Axt und erschlägt hinterrücks einen Hausmeister. Eine Tat, die alle Gewissheiten und Lebenskonstrukte ins Wanken bringt. Der Staatsanwalt, selbst gefangen in einer geordneten und spießbürgerlichen Existenz, verwandelt sich nach und nach in sein bizarres Alter Ego Graf Öderland. Er greift selbst zur Axt und streift mordend und marodierend durchs Land. Er schart immer mehr Anhänger*innen um sich, die ihn zum Befreiungshelden stilisieren und schließlich eine Bewegung bilden, die nicht mehr zu stoppen ist. Alle Verzweifelten, Ausgegrenzten und Gelangweilten vereinen sich zu einem nihilistischen Kult um den Grafen als Führerfigur und stürzen schließlich sogar die Regierung. Ohne jede Ideologie oder Agenda ist die Gruppe allein der radikalen Freiheit verpflichtet. Das gesellschaftliche Gefüge ist zerstört, die Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes gespalten.

Das selten gespielte Stück von Max Frisch, das er selbst als sein liebstes bezeichnete, wird in der Koproduktion von Theater Basel und Residenztheater München zu einer düsteren Horror-Revue, die einen schauerlichen Sog ungläubigen Schreckens entfaltet.

  • Thiemo Strutzenberger

    spielt den Staatsanwalt

  • Barabra Horvath

    spielt Elsa, einen Gendarmen, den greisen Staatspräsidenten

  • Simon Zagermann

    spielt Dr. Hahn, einen Sträfling

  •  Linda Blümchen

    spielt Hilde, Inge, Coco

  • Steffen Hoeld

    spielt den Mörder

  • Klaus Brömmelmeier

    spielt Mario, einen Gendarmen, den General, Frau Hofmeier

  • Moritz von Treuenfels

    spielt einen Wärter, einen Concierge, den Kommissar, einen Studenten

  • Mario Fuchs

    spielt den Vater, einen Boy, den Innenminister

  • Julius Schröder

    spielt die Mutter, den Fahrer, den Direktor

Stabliste:

Regie

Stefan Bachmann

Bühne

Olaf Altmann

Kostüme

Esther Geremus

Komposition und Musikalische Leitung

Sven Kaiser

Licht

Roland Edrich

Körperarbeit

Sabina Perry

Dramaturgie

Barbara Sommer

Ton

Nikolaus Knabl/Dominic von Nordheim

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