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Kultur

"Ghost Light" von John Neumeier

Der Ballettchoreograf John Neumeier entwickelte die Idee für ein Ballett, das das Corona-bedingt geltende Abstandsgebot nicht nur respektiert, sondern zur Grundlage der Struktur macht. Das Werk entstand aus einem Bedürfnis des Choreografen und seiner Tänzer. Der Titel knüpft an das traditionell in amerikanischen Theatern die ganze Nacht hindurch brennende Licht, das die Bühne sperrt, bis sie sich wieder mit Leben füllt.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 09.02.2022

Das Hamburg Ballett gehört international zu den ersten Compagnien, die nach dem Shutdown die Arbeit im Ballettsaal wiederaufgenommen haben. Auf der Basis eines ausgefeilten Hygienekonzepts fanden seit Ende April 2020 täglich zehn klassische Balletttrainings in Kleingruppen statt.

Bald darauf entwickelte John Neumeier die Idee, ein Ballett zu kreieren, das das geltende Abstandsgebot nicht nur respektiert, sondern es zugleich zur Grundlage der Struktur macht. Das Werk war eine Übung in Kreativität, entstanden aus einem Bedürfnis des Choreografen und seiner Tänzer. Nach vier Wochen der Kreation setzte John Neumeier die Arbeit an seinem Ballett fort, das inzwischen den Titel "Ghost Light" trägt und zu Solo-Klaviermusik von Franz Schubert entsteht.

Neumeiers Konzept bezieht alle 60 Tänzer seiner Compagnie mit ein. Mit Blick auf das Abstandsgebot gestaltet er die praktische Arbeit in Kleingruppen von zwei bis maximal acht Tänzern. "''Ghost Light'' ist ein Ensemble-Ballett, das ich in Fragmenten entwickle. Es ist vergleichbar mit einzelnen Instrumentalstimmen einer Sinfonie - oder einem traditionellen japanischen Essen: eine Folge sorgsam arrangierter, hoffentlich ''köstlicher'' Miniaturen. Wie die einzelnen Teile sich letztlich zu einem Werk verbinden, wird von dem Moment abhängen, an dem wir uns auf der Bühne wieder nahe kommen und anfassen dürfen", so John Neumeier.

Mit dem Titel "Ghost Light" knüpft Neumeier an eine Tradition des amerikanischen Theaters an. Nach Proben oder Aufführungen wird mitten auf der Bühne ein Metallständer mit einer einzigen Glühbirne aufgestellt. Die Lampe zeigt an, dass kein Künstler die Bühne nutzen darf. Das Ghost Light brennt die ganze Nacht hindurch - bis sich die Bühne wieder mit Leben füllt.

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