Kultur

"Kulturzeit" vom 16.01.2024: Was bedeutet Trumps Triumph in Iowa?

Die Themen der Sendung: Vorwahlen in Iowa - Gespräch mit Cathryn Ashbrook, deutscher Pavillon in Venedig, Taiwans jüngste Abgeordnete Lai Pin-Yu, Nachruf auf Elisabeth Trissenaar, Tanzabend "Vodoo Waltz" und Film "Rickerl".

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2024
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 19.04.2024

Die Themen der Sendung:

Trump gewinnt Vorwahl in Iowa - Gespräch mit Cathryn Clüver-Ashbrook

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat mit einem klaren Sieg bei der ersten Präsidentschaftsvorwahl der Republikaner seinen Favoritenstatus für die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei untermauert. Mit 51 Prozent der Stimmen ließ Trump seine Herausforderer weit hinter sich. Damit schaffte Trump in Iowa einen noch nie dagewesenen Vorsprung von 30 Prozentpunkten vor dem Zweitplatzierten. Was bedeutet Trumps Triumph in Iowa? Wir fragen die Politologin Cathryn Clüver Ashbrook.

Mit Cosplay in die Politik - Taiwans jüngste Abgeordnete Lai Pin-Yu

Am 13. Januar hat Taiwan ein neues Parlament gewählt. Zentrales Wahlkampfthema: der Umgang mit dem Nachbarn China, der angekündigt hat, sich Taiwan einzuverleiben – notfalls mit Gewalt. Doch Lai Pin-Yu lässt sich von den Drohungen aus Peking nicht beeindrucken. Sie ist Taiwans jüngste Abgeordnete und sie kämpft für Autonomie. Wie viele in ihrer Generation wünscht sie sich eine eigene taiwanische Identität unabhängig von China. Mit ihrem für eine Politikerin ungewöhnlichen Hobby, Cosplay, erreicht sie Zehntausende junge Menschen auf Instagram. Sie war eine der Kernfiguren der Sonnenblumen-Bewegung - einer studentischen Gruppe, die 2014 das taiwanische Parlament besetzte, um ein Abkommen mit China zu stoppen.

Lai Pin-Yu ist die wohl skurrilste Politikerin Taiwans. Ihr Hobby, Cosplay, ist in Taiwan eigentlich nichts Ungewöhnliches. Dass sich eine Politikerin aber bei einer Wahlkampfveranstaltung als Sailor Moon verkleidet – das ist schon etwas Besonderes. Sie liebt japanische Mangas und Animes, schlüpft deshalb regelmäßig in die Rollen ihrer Superhelden. Wir haben Lai Pin-Yu bei ihrem Wahlkampf begleitet.

Yael Bartana und Ersan Mondtag gestalten Pavillon in Venedig

Die israelische Künstlerin Yael Bartana (53) und der Berliner Theaterregisseur Ersan Mondtag (36) gestalten den Deutschen Pavillon für die Kunstbiennale in Venedig. Erzählt werde unter dem Titel "Thresholds" ("Schwellen") Geschichte und Zukunft aus der Perspektive verschiedener künstlerischer Positionen, hieß es am 16. Januar vom zuständigen Institut für Auslandsbeziehungen. Die Biennale findet vom 20. April bis 24. November statt. Sie gilt neben der documenta in Kassel als wichtigste Präsentation zeitgenössischer Kunst.

Die in Amsterdam und Berlin lebende Bartana will an der Schwelle einer als katastrophal empfundenen Gegenwart mit ihrer Arbeit Möglichkeiten des zukünftigen Überlebens suchen. Mondtags Part soll dem monumentalen Charakter des in der Nazi-Zeit gestalteten Pavillons "eine fragmentarische, scheinbar kleine Erzählung" entgegensetzen. Ein drittes Szenario wird auf der zwischen Venedig und dem Lido gelagerten Lagunen-Insel La Certosa geschaffen. Die in Berlin lebenden Michael Akstaller, Nicole L'Huillier, Robert Lippok und Jan St. Werner wollen dort einen in der Natur beheimateten Resonanzraum gestalten, "der der Monumentalität des Deutschen Pavillons entgegensteht und den Gedanken der Überwindung von Schwellen hervorhebt."

Zum Tod von Elisabeth Trissenaar

Die auch durch ihre Arbeit mit Rainer Werner Fassbinder bekannt gewordene Schauspielerin Elisabeth Trissenaar ist tot. Die Österreicherin starb am 14. Januar im Alter von 79 Jahren im Berliner Krankenhaus Charité. Als Tochter einer Gesangsstudentin und eines holländischen Arztes wurde Trissenaar am 13. April 1944 in Wien geboren. Schon während ihrer Schauspiel-Ausbildung am Wiener Max Reinhardt Seminar lernte sie ihren späteren Ehemann, den Regisseur Hans Neuenfels kennen. 1966 kam der gemeinsamer Sohn Benedict auf die Welt, der als Kameramann ("Die Fälscher") erfolgreich ist. Erste Theaterarbeiten führten Trissenaar und Neuenfels nach Krefeld. Sie spielte in Bochum und bei Peter Palitzsch am Staatstheater Stuttgart. Trissenaar wirkte am Schauspiel Frankfurt, dem Wiener Burgtheater, am Schauspielhaus Zürich und am Schauspiel Köln. In Berlin arbeitete sie mit Neuenfels von 1985 bis 1990 an der Volksbühne, von 2001 an spielte sie am Deutschen Theater.

Bei den Salzburger Festspielen war Trissenaar mehrfach die Buhlschaft im "Jedermann". Sie spielte auf der Theaterbühne genauso wie in Spielfilmen keine glatten Rollen, sondern Frauen mit Ecken, Kanten und Neurosen. Sie drehte mit Rainer Werner Fassbinder, Doris Dörrie, Agnieszka Holland und Rainer Kaufmann. Die österreichische Dramatikerin und Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek schuf für Trissenaar das Stück "Jackie und andere Prinzessinnen", in dem sie am Deutschen Theater Berlin die Rolle der Kennedy-Witwe Jackie O. spielte. Regie führte - wie in Dutzenden anderen gemeinsamen Produktionen - Ehemann Neuenfels.

"Voodoo Waltz": Furioser Tanzabend am Schauspielhaus Bochum

Ein schwindelerregendes Werk: "Voodoo Waltz" der slowenischen Autorin Janja Rakuš. Das Geschwisterpaar Imre und Marne van Opstal bringt es im Schauspielhaus Bochum auf die Bühne. Inmitten des Amsterdamer Rotlichtviertels treffen sich eine ehemalige Anwältin, die Sexarbeiter*innen Orfan und Kinga sowie deren Schützling Wilhelm. Sie alle sind Epileptiker auf der Suche nach Identität in einer zerrissenen Welt, aus der sie sich gemeinsam wegträumen wollen.

"Musik is höchstens a Hobby" – Voodoo Jürgens in der Komödie "Rickerl"

Der eine hat sich mit seinem autobiografisch angelehnten Film "Die beste aller Welten" in die Herzen des österreichischen Publikums katapultiert. Der andere ist mit seinen schwarzhumorigen Texten mittlerweile zum Inbegriff der aktuellen Austropop-Szene geworden. Der Salzburger Regisseur Adrian Goiginger entdeckte die Musik von Voodoo Jürgens schon vor vielen Jahren für sich, war schon von seinem ersten Album "Ansa Woar" aus dem Jahr 2016 begeistert und berührt. Inspiriert durch Jürgens’ Lieder hat Goiginger dem Kultsänger auch gleich seine erste Hauptrolle verschafft und schickt ihn in "Rickerl" in das Wien der Tschocherln und Beisln. Nach "Die beste aller Welten", "Märzengrund" und "Der Fuchs" ist "Rickerl" der vierte Kinospielfilm und seine erste Komödie. Mit Tiefgang und Wiener Schmäh erzählt Goiginger die Geschichte von Erich "Rickerl" Bohacek, der für ein bisschen Trinkgeld seine Lieder zum Besten gibt und von der großen Karriere träumt. Der Austrobarde, der im echten Leben David Öllerer heißt und sich selbst gern als "Strizzi" bezeichnet, hat auch die Filmmusik beigesteuert, begreift sich aber nicht als reiner Musiker. Er ist fasziniert von den verschiedenen Formen der Kunst, denn "Schauspiel und Musik befruchten sich gegenseitig und beides hat mit Rhythmus zu tun", ist der sympathische Tullner überzeugt. "Rickerl" ist eine Reminiszenz an die Seele des Austropop und eine melancholisch-humorvolle Liebeserklärung an die Wiener Wirtshauskultur.

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