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Kultur

"Kulturzeit" vom 09.11.2021

Die Themen der Sendung: Der Film "Speer Goes To Hollywood", virtuelle Rekonstruktion der Siegener Synagoge, Facebook im Europa-Parlament - Gespräch mit Anna Cavazzini, Österreichischer Buchpreis, Was macht eigentlich ein*e Komponist*in und ABBAs Avatare.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2021
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 09.11.2022

Die Themen der Sendung:

Dokumentarfilm "Speer Goes To Hollywood"

Archivfoto des Architekten Albert Speer bei einer Pressekonferenz.
Albert Speer
Quelle: Salzgeber

Albert Speer war der ranghöchste Nazi, der 1946 in Nürnberg knapp der Todesstrafe entging. Nach seiner Haftentlassung am 1. Oktober 1966 mutierte Hitlers Chefarchitekt, enger Vertrauter und späterer Rüstungsminister über Nacht zum Medienstar: Von jedem Skrupel frei, inszeniert Speer sich in Interviews und "Erinnerungen" als der "gute Nazi", der vom Schlimmsten das meiste nicht gewusst haben will. 1971 ist sogar ein Hollywood-Film geplant, Speer schreibt das Drehbuch mit. In "Speer Goes To Hollywood" dokumentiert die israelische Regisseurin Vanessa Lapa den grandios gescheiterten Versuch des Kriegsverbrechers Speer, seine Vergangenheit weißzuwaschen und die Geschichte umzuschreiben. Am 11. November kommt der Film in die deutschen Kinos.

Neue Vorwürfe zur Sammlung Bührle

In der Schweiz bricht eine Kontroverse um die umstrittene Kunstsammlung des einstigen Waffenfabrikanten Emil Bührle, der mit Nazi-Deutschland Geschäfte machte, wieder auf. Ob sich darin womöglich Raubkunst befinde, sei nicht abschließend geklärt, findet Historiker Jakob Tanner. "Es gab von dieser Stiftung her nie ein wirkliches Interesse an Aufklärung", sagte er dem Schweizer Radio und Fernsehen SRF. "Da kann man einfach nicht davon ausgehen, dass man nachher Forschung hat, die den Standards standhält." Die Sammlung ist seit Anfang Oktober wieder in den Schlagzeilen. Zu dem Zeitpunkt eröffnete das Kunstmuseum Zürich seinen neuen Anbau, in dem ein großer Teil der Sammlung mit französischer Kunst zu sehen ist. Dazu gehören Werke von Monet, Cézanne und Gauguin. Bührle hatte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mehrere Werke zurückgeben müssen, die als Raubkunst identifiziert worden waren. Er kaufte einige davon zurück. Das Kunstmuseum hat bislang immer auf die Forschung der Stiftung verwiesen und sich überzeugt gezeigt, dass keine Raubkunst mehr unter den Werken sei. 

Virtuelle Synagoge in Siegen

Am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938, lässt die jüdische Gemeinde in Siegen die vor 73 Jahren niedergebrannte Siegener Synagoge wieder "auferstehen". Die virtuelle Synagoge wird in einer animierten Video- und Klang-Installation an die Außenwand des Hochbunkers projiziert, der auf dem Grundstück der zerstörten Synagoge errichtet wurde. Diese erste virtuelle Rekonstruktion einer Synagoge "soll stellvertretend die über 1400 Synagogen und Bethäuser ins Gedächtnis rufen, die in der sogenannten Reichskristallnacht im November 1938 zerstört wurden", so die Multimedia-Künstlerin Gabi von Seltmann. Das Projekt ist eine deutsch-polnisch-ungarische und zugleich jüdisch-christliche Co-Produktion. Die Künstler stammten aus Ländern, in denen wie in Ungarn und Polen nationalistisch-autokratische Regierungen die Demokratie in autoritäre Staatsformen umwandelten und in denen, ebenso wie in Deutschland, der Antisemitismus in alle Bevölkerungsschichten eindringe. Überall würden Ängste gegenüber Minderheiten, Fremden und Flüchtlingen geschürt. Das Projekt soll daher auch Warnung und Mahnung vor wachsender Judenfeindschaft sein. Wir haben es uns angeschaut.

Plattform-Regulierung im EU-Parlament – Gespräch mit Anna Cavazzini

Das EU-Parlament befasst sich derzeit mit den Vorschlägen der Europäischen Kommission zur strengeren Regulierung von Online-Riesen. Diese sollen unter anderem verpflichtet werden, stärker gegen Hass- und Falschnachrichten vorzugehen. Die Europaabgeordneten werden in den kommenden Monaten über ihre Position zum sogenannten Digital Services Act und dem Marktkontrollgesetz abstimmen, mit denen die Online-Plattformen reguliert werden sollen. Die Grünen-Europaabgeordnete Anna Cavazzini fordert einen transparenteren Einsatz von Empfehlungs-Algorithmen in Onlinenetzwerken. "Wir müssen Transparenz schaffen für die Empfehlungs-Algorithmen bei großen Onlineplattformen", sagte die deutsche Parlamentarierin. Es müsse "wirklich klar" sein, "auf welcher Basis" diese Algorithmen funktionierten. Wir sprechen mit Anna Cavazzini über den "Digital Services Act".

Österreichischer Buchpreis an Raphaela Edelbauer

Jan Hakon Erichsen und seine "Zerstörungs-Videos"

Mit seinen "Zerstörungs-Videos" ist Jan Hakon Erichsen ein Superstar in den Social Media - seine "Destruction Diaries", die der norwegische Performance-Künstler seit 2017 fast täglich im Internet veröffentlicht, werden auf der ganzen Welt angeklickt. Luftballons, Teigwaren, Messer und Kakteen sind die Materialien, mit denen der 43-Jährige seine absurden Kurz-Performances inszeniert. Er hat an der Osloer Kunstakademie studiert und gestaltet seit 20 Jahren Installationen und Skulpturen. Seine Karriere als Internet-Star ist ihm zufällig passiert. Was sich der Ballon-Zerplatzer und Nudelzerstörer dabei denkt, hat er im Videochat erklärt.

Alterslose Avatare - Wie ABBA sich unsterblich macht

Es ist ein Comeback, das ausgeschlossen schien: ABBA ist zurück, mit großem Tamtam. Gerade ist "Voyage" erschienen, ein neues Album nach 40 Jahren! Die Songs klingen wie früher. Eine nostalgische Reise in die Vergangenheit, die bei Fans aus aller Welt Erinnerungen und große Gefühle wecken dürfte. Die neuen ABBA-Songs klingen manchmal wie kitschige Selbstzitate. Vielleicht wird es ja wie früher: Man liebt oder hasst sie. Aber die erfolgreichste Popband der Welt kommt nochmal mit etwas ganz Neuem um die Ecke: mit virtuellen Konzerten. Die über 70jährigen Superstars schicken ihre Avatare, digital verjüngt, mit dem Aussehen von 1979, als sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere standen. Avatare, die sie mit Hilfe modernster Technologie erstellen ließen. Fünf Wochen lang mussten sie verkabelt und mit Sensoren bestückt vor 160 Kameras ihre Songs aufnehmen. Die Aussicht, auf der Bühne zu stehen, ohne selbst anwesend zu sein, überzeugte alle Bandmitglieder. In einer eigens dafür gebauten Halle in London werden die ABBA-tare schon bald zweimal täglich vor 3000 Zuschauern auftreten. Der Traum von ewiger Jugend und Unsterblichkeit, das ultimative Versprechen der Popmusik - ABBA löst es ein. Ist das die Zukunft?

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