Kultur

"Kulturzeit" vom 09.06.2022

Die Themen der Sendung: Die Rückkehr des Faschismus, "Republik der Taubheit" von Ilya Kaminsky - Gespräch mit Thomas Strässle, "Sundown - Geheimnisse in Acapulco", Jesuitenpater Friedhelm Mennekes und Nachruf auf Paula Rego.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2022
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 09.07.2022

Die Themen der Sendung:

Die Rückkehr des Faschismus - Paul Mason über die neuen Formen eines alten Schreckens

Nie wieder! Das meinte mal mehr als eine Hoffnung. "Nie wieder" meinte eine Tatsache, denn der Faschismus schien überwunden, als ein historisches Phänomen des 20. Jahrhunderts. Und heute? "Wir erleben gerade, dass faschistische Ideen den Rechtspopulismus und den Konservatismus beeinflussen", sagt Paul Mason. "Sie wirken wie ein Magnet. Waren sie vor zehn Jahren besorgt wegen Halal Fleisch und Kopftüchern, oder passte ihnen die Hautfarbe von jemandem nicht, sprechen sie heute von einem globalen ethnischen Bürgerkrieg. Sie sprechen vom Tag X, an dem die Welt kollabiert, in ethno-nationalistische Kämpfe. Sie sprechen offen von Genozid." Wir haben uns geirrt, sagt der britische Journalist und Wirtschaftswissenschaftler Paul Mason.

"Republik der Taubheit" von Ilya Kaminsky - Gespräch mit Thomas Strässle

In seinem Epos "Republik der Taubheit" erzählt Ilya Kaminsky, 1977 in Odessa geboren, in Gedichten davon, wie Gewalt – und Liebe – unsere Welt formt: Von einer Stadt, die von Besatzern okkupiert wird, und von ihren Bewohnern, die den Aufstand wagen, in dem sie sich buchstäblich taub stellen. Stille als Akt des Widerstands: Ilya Kaminskys Buch ist eine große Parabel – vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine wirkt sie geradezu prophetisch. Doch zugleich ist es eine höchst persönliche Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie: Ilya Kaminsky ist schwerhörig, seit er mit vier Jahren an Mumps erkrankte: "Für mich ist die Poesie eine Sprache der Bilder. Ich erzähle nicht, ich zeige." Über den nun auf deutsch erscheinenden Band und seine aktuelle Wirkung sprechen wir mit dem Literaturkritiker Thomas Strässle.

Film "Sundown - Geheimnisse in Acapulco"

Acapulco: In einem Luxushotel verbringt Neil mit seiner Schwester und deren erwachsenen Kindern einen entspannten Urlaub. Der wird jäh unterbrochen, als sie erfahren, dass die Mutter in London gestorben ist. Alle packen eilig zusammen, nur Neil merkt, dass er seinen Reisepass vergessen hat und nicht mitfliegen kann. Das ist allerdings eine Lüge. Neil kehrt zurück in ein billigeres Hotel und verbringt dort seine Zeit, bis die Schwester wieder auftaucht und die schwelenden Konflikte zutage treten. Alte Wunden reißen wieder auf. Ein weiterer Schicksalsschlag konfrontiert Neil ganz unvermittelt. Ein flirrender, leiser Thriller.

Kann Kunst Religion ersetzen?

Die Beziehung der Kirche zur zeitgenössichen Kunst kennt viele Höhen und Tiefen. Einer, der sich für die Verbindung von Kunst und Kirche seit Jahrzehnten einsetzt, ist der 82-jährige Jesuitenpater Friedhelm Mennekes. Er hat in seiner ehemaligen Gemeinde St. Peter in Köln unter anderem Francis Bacon und Cindy Sherman ausgestellt. Beide keine überzeugten Christen. Aktuell ist er als "Kunstinitiator" des päpstlichen Rates für Kultur unterwegs. Für ihn ist die Kunst schon lange nicht mehr Ausdrucksform des Glaubens. Mennekes Credo: Kunst und Kirche können trotzdem voneinander profitieren.

Zum Tod der Künstlerin Paula Rego

Die britisch-portugiesische Malerin Paula Rego ist mit 87 Jahren in London gestorben. Erst kürzlich ehrte die Londoner Tate Britain sie mit einer Retrospektive. Nach einem Kunststudium an der Slide School of Fine Art in London erlangte Rego in den 1960er Jahren internationale Anerkennung. Sie schuf ein umfangreiches Werk, das sich mit Themen wie Geschlecht, Macht und Sexualität befasst. Eine zentrale Rolle in ihrem Leben spielte auch ihr Mann Victor Willing. Als dieser 1988 verstarb, machte Rego den Verlust zum Thema ihrer Werke. Im Fokus ihres Schaffens standen nun Themenkomplexe wie Familie, Unterdrückung, Leid und Trauer. Rego war Trägerin zahlreicher britischer Auszeichungen und wurde 2010 von Queen Elizabeth in den Adelsstand erhoben.

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