Kultur

"Kulturzeit" vom 08.04.2022

Die Themen der Sendung: Gespräch mit Juri Andruchowytsch über die Lage in der Ukraine, Russland verlassen? - Kunstschaffende unter Druck, Grenzansichten - Georgien: Lascha Bakradse, Mondrian-Ausstellung in Den Haag, die Roma-Band "Pretty Loud" und Kinderbuchtipps.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2022
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 08.04.2023

Die Themen der Sendung:

Schriftsteller Juri Andruchowytsch über die Lage in der Ukraine

Der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch hat in einem Artikel in der "FAZ" Russland vorgeworfen, methodisch einen Plan zur Vernichtung der Ukraine durchzuführen. Die Gräueltaten von Butscha seien weder ein Zufall, noch ein Einzelfall, sondern Methode, um die Ukrainer auszulöschen, schreibt er. "Aber alles, was wir sehen, zeugt von Entmenschlichung. Russlands Bevölkerung hat sich erfolgreich selbst entmenschlicht. Das ist eine Antiwelt. Das ist ein Teil der Menschheit, der freiwillig zum Antimenschentum übergegangen ist." Und dem Europaparlament wirft er Komplizentum vor: "Ich dachte, diese Damen und Herren sind Idioten. Aber ich komme jetzt davon ab, so zu denken. Sie sind Beteiligte. Ihre Sorge gilt vor allem einem: wie man das Verbrechen weißwaschen kann. Wie man sich über das #BuchaMassacre empören kann, ohne dass Russland sich über ihre Empörung empören muss. Wie man die Ukraine in ihrem Widerstand insgeheim noch behindern kann." Wir sprechen mit dem Schriftsteller, der im westukrainischen Iwano-Frankiwsk lebt, über die derzeitige Lage im Land.

Gespräch mit Juri Andruchowytsch in der Sendung vom 28.02.2022

Kultur -

Gegen den Ukraine-Krieg: Groß-Demo in Berlin

Die Themen der "Kulturzeit" vom 28.02.2022: Demo gegen den Ukraine-Krieg in Berlin - Gespräch mit Juri Andruchowytsch, Wladimir Jurowski, Zeitenwende, Mavi Phoenix.

Russland verlassen?

"Wie eine Fliege, die zufällig in den Mund geraten ist“ will Wladimir Putin sogenannte "Volksverräter“ ausspucken. Damit meint er auch viele russische Künstlerinnen und Künstler, die bisher die dünne liberale Schicht des Landes geprägt haben.

Russlands Kulturschaffende stehen unter enormen Druck: Das Ausland fordert von ihnen ein klares Nein zu Putins Angriffskrieg. Gleichzeitig lässt dessen Machtapparat keinen Zweifel daran, dass jedes falsche Wort zu harten Konsequenzen führt.

Grenzansichten: Georgien - Lascha Bakradse

Krieg in Europa: Die Ukrainer und Ukrainerinnen verteidigen nicht nur ihr Land, sondern kämpfen auch für demokratische Werte. Die Nachbarstaaten bangen mit, zwischen Solidarität und eigener Kriegsangst. Im vierten Teil der Reihe sprechen wir mit dem georgischen Journalisten Lascha Bakradse.

150 Jahre Mondrian

Vierecke, Linien, kreuz und quer: Mit dieser abstrakten, grafischen Kunst wurde der niederländische Maler Piet Mondrian (1872-1944) weltberühmt - er gilt als "Erfinder des Abstrakten". 2022 wäre Mondrian 150 Jahre alt geworden. Das Kunstmuseum in Den Haag ehrt den Maler daher mit der großen Ausstellung "Rund um Mondrian". Das Museum besitzt mehr als 300 Werke des Malers und damit die weltweit umfangreichste Mondrian-Sammlung. Dazu zeigt es auch zahlreiche Werke von Künstlern, die unter seinem Einfluss entstanden waren. Mondrian hatte häufiger drastisch seinen Stil verändert. Zunächst malte er realistische Landschaftsbilder, oft dunkel. Doch schon bald verloren Bäume und Äste ihre festen Formen, er abstrahierte. Er ging nach Paris, war fasziniert vom Kubismus. Später schuf er spielerische Kompositionen nach der Kunstrichtung De Stijl mit Linien und farbigen Rechtecken. Sein letztes Bild "Victory Boogie Woogie" ist zugleich der Höhepunkt seines Schaffens, es entstand von 1942 bis 1944 in seinem New Yorker Atelier und sollte den "Rhythmus der Zukunft" wiedergeben. Das Museum präsentiert es nun als einen Schlusspunkt der Ausstellung. Das Museum zeigt Mondrian als vielseitigen Künstler. So hatte er eine eigene Vision zur (elektronischen) Musik und zur Bewegung entwickelt. Für die Ausstellung komponierten Steven Brunsmann und Marco Spaventi ein Techno-Musikstück nach den Ideen des Malers. Das ist auch beim Schauen der Bilder zu hören. Zugleich wird auch gezeigt, wie eng Mondrian mit anderen Künstlern verbunden war, so etwa mit seinem niederländischen Kollegen Theo van Doesburg oder der amerikanischen Tänzerin und Sängerin Josephine Baker.

Mehr zu Mondrian

Kultur -

Games-Tipp: "Please, Touch The Artwork"

"Please, Touch The Artwork" ist ein kniffliges Rätsel-Videospiel, das auf den ‎Gemälden von Piet Mondrian basiert, die Spieler*innen nachbauen müssen.

Die Roma-Band "Pretty Loud"

"Alles ist möglich wenn man nur will", sagt Zlata Ristić, eine der sechs Rapperinnen von "Pretty Loud" aus dem Belgrader Vorort Zemun. Das Besondere an ihrer Band: Alle jungen Künstlerinnen zwischen 18 und 28 Jahren sind Roma und Roma-Frauen sind meistens alles andere als "pretty loud". Im Gegenteil: sie haben sich in den männerdominierten "mahale" (Roma-Siedlungen) unterzuordnen. Dort herrschen traditionelle Rollenmuster, Zwangsheirat von Minderjährigen ist keine Seltenheit. Die Rapperinnen von "Pretty Loud" haben genug davon. Sie alle leben in den von Armut und Drogen geprägten Roma-Vierteln, aber sie wollen ihre Community wachrütteln. Dazu rappen sie auf Serbo-Kroatisch, Romanes und auf Englisch. Erreichen wollen sie ihre eigenen Leute, aber auch ein Zeichen weit über die Roma-Gemeinschaften des Balkan hinaus senden, gegen Vorurteile und Ausgrenzung. Und das nicht nur pretty loud, sondern mittlerweile auch pretty successful. Hervorgegangen aus dem Workshop einer NGO, haben sie sich seit 2014 Schritt für Schritt weiterentwickelt. Ihre Videos werden mittlerweile vielfach geklickt, internationale Auftritte folgten - vom Londoner "Women of the World"-Festival bis zur kroatischen TV-Show "Supertalent", in etwa die Entsprechung von "Deutschland sucht den Superstar" im ehemaligen Jugoslawien. Wir begleiten die jungen Frauen in ihrer mahala, wo sie leben, arbeiten ihre Songs schreiben und Videos produzieren.

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