Kultur

"Kulturzeit" vom 31.05.2022

Die Themen der Sendung: Nordirlands Jugend nach der Wahl, U4Ukraine-Hilfsprojekt - Gespräch mit Marc Wilkins, Film "Rivale", Tsitsi Dangarembga vor Gericht, Nachruf Friedrich Christian Delius, Interview mit Liam Gallagher.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2022
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 30.06.2022

Die Themen der Sendung:

Nordirlands Jugend nach der Wahl

Vor dem Parlament von Nordirland halten sich zahlreiche Menschen mit orangefarbenen Regenschirmen und Schärpen auf.
Feier zu 100 Jahren Nordirland in Stormont
Quelle: reuters

Wie denkt Nordirlands junge Generation darüber, dass die Führung des Landes zum wiederholten Male gelähmt ist, angesichts eines maroden Gesundheits- und Bildungssystems, akuter Wohnungsnot, steigender Energie- und Lebensmittelpreise und einer immer größer werndenden Armut? Wie stehen junge Unionisten und Republikaner zur Frage der Wiedervereinigung mit Irland? Wir reisen mit dem politischen Limerick-Dichter Stephen Murphy vor das Parlament in Stormont. Er kommentiert die Agonie des nordirischen Parlaments, den Opportunismus der Londoner Regierung und die Haltung der EU zur Nordirland-Frage. Außerdem treffen wir protestantische und katholische Jugendliche im Nordbelfaster Jugendzentrum Duncaurn, die an gemeinsamen Kultur- und Kunstprojekten teilnehmen.

U4Ukraine reloaded - Gespräch mit Marc Wilkins

Der Schweizer Regisseur Marc Wilkins zeichnet für sein Film- und Spendenprojekt #u4ukraine Gespräche mit Leuten am Ort der Invasion auf. Mit den Videos will er den Menschen im Westen die Situation in der Ukraine näherbringen und zeigen, dass hier ganz normale Menschen von der Katastrophe betroffen sind, aber auch von der Kreativität und dem Mut der Leute vor Ort berichten. Am Ende jedes Beitrages wird eine Spendenmöglichkeit eingeblendet, die eine Geldüberweisung direkt und innerhalb von 48 Stunden an die porträtierte Person ermöglicht. Wir sprechen mit Marc Wilkins über die Entwicklung seines Projektes, das wir schon einmal zu Beginn des Ukraine-Krieges vorgestellt haben.

Der Film "Rivale" von Markus Lenz

Nach dem Tod der Großmutter in der Ukraine wird ein neunjähriger Junge aus seiner gewohnten Umgebung gerissen und heimlich nach Deutschland gebracht. Hier arbeitet seine Mutter als illegale Pflegekraft. Sie will den Mann, dessen Frau sie bis zu ihrem Tod betreute, heiraten, woraus für das Kind eine gefährliche Rivalität erwächst. "Rivale" ist ein bewegendes Psychogramm. Der junge Hauptdarsteller musste mittlerweile nach Berlin flüchten. Wir haben mit ihm und Regisseur Markus Lenz über den Film gesprochen.

Tsitsi Dangarembga vor Gericht

Gegen die simbabwische Friedenspreisträgerin, Autorin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga wird derzeit in ihrer Heimat ein Gerichtsverfahren geführt. Im Fall einer Verurteilung durch den Antikorruptionsgerichtshof drohen der 62-Jährigen mehrere Jahre Haft. "Tsitsi Dangarembga ist eine große und wichtige Stimme Afrikas", sagte Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Deutschen Börsenvereins und Vorsitzende des Stiftungsrates des Friedenspreises, in einer Stellungnahme. Es sei empörend, dass die Autorin, die in ihren Werken soziale und moralische Konflikte aufzeige, sich erneut in ihrem Heimatland wegen ihres gesellschaftlichen Engagements vor Gericht verantworten muss.

Dangarembga hatte im Juli 2020 in Harare für eine Reform der Institutionen in Simbabwe protestiert. Sie wurde verhaftet, kurz darauf auf Bewährung freigelassen und im September 2020 angeklagt. Ihr wird vorgeworfen, sie habe an der Versammlung mit der Absicht teilgenommen, öffentlich zu Gewalt, Friedensbruch und Bigotterie aufzurufen. Zudem habe sie mit ihrem Protest gegen die geltenden Covid-19-Bestimmungen verstoßen. In Simbabwe hat sich auch nach der Entmachtung des mittlerweile gestorbenen Langzeitpräsidenten Robert Mugabe die Menschenrechtslage nicht verbessert. In einer Erklärung des Europäischen Rats vom Februar 2022 wurde die Einschüchterung der politischen Opposition und anderer regierungskritischer Stimmen kritisiert.

Zum Tod von Friedrich Christian Delius

Der Schriftsteller Friedrich Christian Delius ist im Alter von 79 Jahren in Berlin gestorben. Delius wurde am 13. Februar 1943 in Rom geboren, wo sein Vater Pfarrer der Deutschen Evangelischen Kirche war. Mit 18 Jahren veröffentlichte er seine ersten Gedichte. Im Alter von 21 stieß er zur legendären Gruppe 47. Delius' Romane und Erzählungen, übersetzt in mehr als 20 Sprachen, spiegeln deutsche Geschichte und Mentalitätsgeschichte wider: "Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde" etwa ist an das Schlüsseljahr 1954 und das "Wunder von Bern" geknüpft, "Amerikahaus und der Tanz um die Frauen" an die Aufbruchsstimmung, die zu spüren war, bevor es zu den ideologischen Verhärtungen Ende der 1960er Jahre kam, die Deutsche-Herbst-Trilogie an den Terror der RAF, "Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus" an die Erfahrung der deutschen Teilung, "Die Birnen von Ribbeck" an die deutsche Wiedervereinigung.

Delius zählt zu den bedeutendsten Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur. Zudem trug er in den 1960er und 1970er Jahren unter anderem als Lektor für die Verlage Wagenbach und Rotbuch dazu bei, Autoren aus der DDR im Westen bekannt zu machen. Vielfach ausgezeichnet, wurde Delius 2011 mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt.

Zoom-In: Liam Gallagher im Interview

Gleich zwei neue Alben bringt Ex-Oasis-Sänger Liam Gallagher am 31. Mai heraus: Das Studioalbum "C'mon You Know" und das Live Album "Down By The River Thames". Lillian Moshen hat mit dem britischen Musiker gesprochen.

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