Kultur

"Kulturzeit" vom 03.03.2022

Die Themen der Sendung: Kinder des Krieges - eine Psychologin an der Front in der Ukraine, kritische Medien in Russland - Gespräch mit Dmitry Glukhovsky, Emmanuel Carrères "Yoga" - Literaturgespräch mit Hubert Winkels und der Film "Cyrano".

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2022
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 03.03.2023

Die Themen der Sendung:

Kinder des Krieges - eine Psychologin an der Front

Im Laderaum eines geöffneten Kleintransporters sitzen Jugendliche zwischen Gepäck und Kanistern.
Ukrainische Jugendliche auf der Flucht in den Westteil des Landes.
Quelle: Roman Schell

Zu den größten Opfern eines Krieges gehören Kinder. Die Gräueltaten lassen Körper und Psyche nicht unversehrt. Davon zeugt eine aufwühlende Reportage über traumatisierte Jugendliche im Grenzgebiet zu Russland - die dann sogar zum Dokument einer dramatischen Flucht wird. Als Roman Schell in die Ost-Ukraine reist ist der Krieg noch nicht ausgebrochen. Der Journalist will ein Team von Psychologinnen und Psychologen begleiten, das sich im Konfliktgebiet Donbass um Kinder in Not kümmert. Allein diese Szenen seiner Reportage erschüttern. Doch dann potenziert sich das Leid noch: Russische Truppen fallen in die Ukraine ein, auf einen Schlag droht Lebensgefahr. Schell muss die Flucht ergreifen und versucht dabei mehrere Jugendliche, die ihn um Hilfe gebeten haben, ebenfalls in Sicherheit zu bringen.

Aus für kritische Medien in Russland - Gespräch mit Dmitry Glukhovsky

Russische Bhörden haben zwei unabhängige Fernsehsender gesperrt, weil sie über den Krieg in der Ukraine berichten. Der unabhängige Radiosender Echo Moskwy gab daraufhin seine Auflösung bekannt. Er ist mehrheitlich im Besitz des Gaskonzerns Gazprom. Echo Moskwy wurde 1990 gegründet und gilt als eines der angesehensten Medien Russlands. Echo Moskwy war einer der wenigen Sender, auf denen sich auch Oppositionelle äußern konnten. Auch der unabhängige Fernsehsender Doschd war wegen der "absichtlichen" Verbreitung "falscher Informationen" gesperrt worden. Russische Medien waren nach dem Einmarsch in die Ukraine angewiesen worden, nur offizielle Informationen der russischen Behörden für ihre Berichterstattung zu verwenden. Auch die oppositionsnahe Zeitung "Nowaja Gaseta", deren Chefredakteur Dmitri Muratow 2021 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, fürchtet eine Schließung durch die Regierung. "Jede Aussage gegen den Krieg wird behandelt als Hochverrat", sagte Muratow. Wir sprechen mit dem russischen Autor und Journalisten Dmitry Glukhovsky über die Gefahren der freien Meinungsäußerung in Russland.

"Yoga" von Emmanuel Carrère - Literaturgespräch mit Hubert Winkels

Yoga sagt uns, dass wir etwas anderes sind als unser verwirrtes Bewusstsein, schreibt Emmanuel Carrère. Es gehe darum, den zu untersuchen, der man wirklich ist. Dabei weiß er aber auch: "Einatmen" bedeutet ihm persönlich vor allem "Aufsaugen" von Wissen und Weltgeschehen. Und "Ausatmen" heißt vor allem, Reportagen und Bücher zu schreiben. Emmanuel Carrère ist ein Mensch im permanenten Unruhestand, "Gedankenrasen" beschreibt solch einen Zustand womöglich am treffendsten. "Was wir Yoga nennen, ist nicht nur die wohltuende Gymnastik, die so viele von uns praktizieren", erklärt er auch in seinem neuen Buch. Er schaut auf 30 Jahre Erfahrung mit Meditation zurück und versucht sich an einer Selbstbefragung.

Carrère meldet sich zu einem intensiven Yoga-Workshop an, wird aber schon nach wenigen Tagen herausgerissen: Ein guter Freund ist bei dem Attentat auf Charlie Hebdo erschossen worden, nun soll Carrère die Grabrede halten. So mischen sich Weltgeschehen und die Themen früherer Bücher unter die Gedanken über Yoga und Meditation. Darunter Eindrücke und Erinnerungen von 2004, als er die Folgen des Tsunami in Sri Lanka beobachtet hat oder Erkundungen zu den Lebensbedingungen junger Migranten, denen er auf griechischen Inseln im Jahr 2015/2016 begegnet, ehe er 2017 eine Reportage über die Auffanglager bei der Stadt Calais widmet. Ein kleines feinsinniges Buch über Yoga habe er schreiben wollen, steht anfangs über diesem Projekt von Emmanuel Carrère. Was daraus geworden ist? Eine Wiederbegegnung mit vielen Fragen, die ihn schon in den vergangenen Jahrzehnten beschäftigt haben, eine weitere Variante seiner erstaunlichen Fähigkeit  zur schonungslosen Selbstbespiegelung, vielleicht eine Mediation, aber auch ein Spiel mit Wahrheit und Erfindung. Wir sprechen über das Buch mit dem Literaturkritiker Hubert Winkels.

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