Selfie der Politiker Annalena Baerbock, Robert Habeck, Christian Lindner und Volker Wissing bei Sondierungsgespräch

Kultur

"Kulturzeit" vom 29.09.2021

Die Themen der Sendung: Parteienkommunikation und Soziale Medien - Gespräch mit Bendix Hügelmann, afghanische Frauenrechtlerin Zarifa Ghafari, Kronprinz Wilhelm und die Nazis und das Projekt "Human Library".

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2021
Datum:

Parteienkommunikation und Soziale Medien - Gespräch mit Bendix Hügelmann

Hand hält Smartphone mit TikTok-Auftritt von Wolfgang Heubisch (FDP)
Hand hält Smartphone mit TikTok-Auftritt von Wolfgang Heubisch (FDP)
Quelle: dpa

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte - ein beliebtes Social-Media Credo, das nun scheinbar auch in die Politik überschwappt: Zeitgleich haben die Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck sowie FDP-Chef Christian Lindner und FDP-Generalsekretär Volker Wissing am Abend ihres ersten Parteien-Gesprächs ein gemeinsames Selfie auf ihren Instagram-Accounts hochgeladen. Das Bild ist weniger als Momentaufnahme, sondern viel mehr als Statement und Signal zu verstehen. Ein neuer Politikstil, der vor allem den Nerv der jungen Generation treffen soll. Aber wie genau nutzen die Parteien eigentlich Social Media? Und welchen Stellenwert haben die Sozialen Medien gegenüber klassischen Medien in der politischen Kommunikation? Darüber haben wir mit Politikwissenschaftler Bendix Hügelmann gesprochen.

Kronprinz Wilhelm und die Nazis

Seit Jahren streitet der Ur-Ur-Enkel von Kaiser Wilhelm dem II. mit dem deutschen Staat um das Erbe der Hohenzollern. Die zentrale Frage, die dabei im Raum steht, ist, ob die Hohenzollern das nationalsozialistische System unterstützt und diesem darüber hinaus "erheblichen Vorschub" geleistet haben. Schon lange beschäftigen sich deshalb unterschiedliche Historiker mit dieser Thematik, worauf das Haus Hohenzollern mit Klagen reagiert. Kritiker*innen bewerten dieses Verhalten der Hohenzollern als Einschüchterungsversuch. Zwei aktuelle Bücher beleuchten nun das Verhältnis der letzten deutschen Kaiserfamilie zu den Nazis. Lothar Machtens "Der Kronprinz und die Nazis" und Stephan Malinowskis "Die Hohenzollern und die Nazis".

Zarifa Ghafari - Porträt einer afghanischen Frau

Zwei Jahre lang war sie Bürgermeisterin der Stadt Maidan Shahr - Hauptstadt der afghanischen Provinz Wardak, die schon damals in einem von den Taliban kontrollieren Gebiet lag. Weil sie damit eine Frau in exponierter Position war, gehörten Blockaden, Morddrohungen und Anschläge seitens radikaler Islamisten zu ihrem Alltag. Doch sie gab nicht auf, kämpfte gegen die vorherrschenden mafiösen Strukturen und setzte sich dabei vor allem für die Rechte von Frauen ein. Mit dem Vorrücken der Taliban in allen Teilen des Landes und der Ermordung ihres Vaters, wechselte Zarifa schließlich in das "Ministry of Defense".

Für ihren unerschrockenen Einsatz für Menschenrechte wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt im März 2020 mit dem "International Women of Courage Award". Aktuell lebt sie mit ihrem Mann Baschir in Deutschland, nachdem sie es geschafft hat, direkt in den ersten Tagen nach der Machtergreifung der Taliban aus Kabul zu fliehen. Hier setzt sie sich weiterhin gemeinsam mit ihrem Mann, der Journalist ist, für den gemeinsamen Traum eines demokratischen Afghanistans ein.

Das Projekt "Human Library"

Wie baut man am besten Vorurteile gegenüber diskriminierten Minderheiten ab? Bücher lesen ist eine Möglichkeit. Sehr viel direkter und eindrücklicher ist jedoch die zwischenmenschliche Begegnung. In einer "Human Library" trifft man auf Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Identitäten und besonderen Lebensweisen und befragt diese in einem halbstündigen Gespräch nach den Beweggründen für ihr Handeln. Das Projekt, das auf die dänische Jugendinitiative "Stop the Violence" zurückgeht, hat vor 20 Jahren beim Roskilde-Festival in Dänemark seinen Anfang genommen und ist inzwischen in mehr als 50 Ländern aktiv. Eine Initiative, die sich gegen Stigmatisierung jeder Art wendet und damit für mehr Akzeptanz und Respekt in der Gesellschaft sorgt.

Träume hinter Blech - Dokumentarfilm "Garagenvolk"

Ilja und Vitali sammeln Schrott, Roman züchtet Wachteln und Pavel schnitzt kunstfertig Heiligenfiguren. Im kargen Norden Russlands gibt es riesige Garagenfelder, in denen Menschen in unterirdischen, von Hand ausgegrabenen Geschossen ihre Träume leben. Im Dokumentarfilm "Garagenvolk" zeigt die in Ulm aufgewachsene Regisseurin Natlija Yefimkina Zufluchtsorte und das Leben der einfachen Leute abseits des Systems.

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