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Kämpfer der Taliban in Kabul

Kultur

"Kulturzeit" vom 27.08.2021

Die Themen der Sendung: Wer sind die neuen Taliban?, Fridolin Schleys "Die Verteidigung" - Gespräch mit Andreas Isenschmid, Ehe für alle in der Schweiz, Kunstfest Weimar und neuer Direktor in Pompeji.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2021
Datum:

Die Themen der Sendung:

Wer sind die neuen Taliban?

Kämpfer der Taliban in Kabul
Kämpfer der Taliban in Kabul
Quelle: ap

Innerhalb weniger Tage haben die Taliban die afghanische Armee besiegt und Regierungsgebäude in Kabul eingenommen. Wie konnte es geschehen, dass die vom Westen über 20 Jahre aufgebauten afghanischen Regierungstruppen so schnell vor den anrückenden Taliban-Kämpfern kapitulierten? War es das US-Taliban-Abkommen vom Februar 2020, das den bedingungslosen Abzug der US-Truppen festschrieb, das die Soldaten demoralisierte? War es die schlechte Bezahlung, mit der kaum einer seine Familie ernähren konnte oder war es fehlende Loyalität zu einer als korrupt geltenden Regierung in Kabul? Und was wird auf das afghanische Volk jetzt zukommen? Sind es noch die Taliban der späten 1990er Jahre, die mit Verstümmelungen und öffentlichen Hinrichtungen in Kabuler Fußballstadien das Land und die Welt in Angst und Schrecken versetzten? Oder werden sich gemäßigtere Kräfte durchsetzen unter der Führung von Mullah Baradar, der sich schon 2020 bei Verhandlungen mit dem damaligen US-Außenminister Mike Pompeo, als kompromissbereiter Gesprächspartner profilierte?

Roman "Die Verteidigung" von Fridolin Schley - Gespräch mit Andreas Isenschmid

Fridolin Schley erzählt in seinem Roman "Die Verteidigung" vom Prozess gegen den NS-Diplomat Ernst von Weizsäcker. Sein Sohn, der spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker, war Assistent der Verteidigung seines Vaters beim größten der Nürnberger Prozesse, dem Wilhelmstraßen-Prozess, der von 1947 bis 1949 dauerte. Wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde Ernst von Weizsäcker dabei zu sieben Jahren Haft verurteilt, kam jedoch schon 1950 frei und starb 1951. Fridolin Schley zeichnet Richard von Weizsäcker als Romanfigur - er lehne sich dabei nur an den realen Menschen an, der stets sehr diskret über seine Gefühlslage beim Prozess und in Bezug auf seinen Vater geblieben sei, so Schley. Doch setzt er auch Fakten aus den Prozess-Akten im Roman ein. Wir sprechen mit dem Literaturkritiker Andreas Isenschmid über das Buch.

Kunstfest Weimar

Unter dem Motto "Bundesgeistes-Show" widmet sich das Kunstfest Weimar dieses Jahr mit insgesamt 15 Uraufführungen sowie zahlreichen europäischen und deutschen Erstaufführungen dem Thema Fake News. Gleich am Eröffnungstag einer der Höhepunkte: das dokumentarisch-performativen Reeanactment "438 Tage NSU-Prozess - eine theatrale Spurensuche" unter der Regie von Nuran David Calis. Wir sprechen mit dem Regisseur. Außerdem stellen wir wichtige Inszenierungen an weiteren Spielstätten vor und sprechen mit dem Festival-Leiter Rolf C. Hemke.

"Ehe für alle" in der Schweiz

Am 26. September stimmen die Schweizer darüber ab, ob sie die "Ehe für alle" erlauben sollen. Bis dato dürfen homosexuelle Schweizer*innen lediglich in einer eingetragenen Partnerschaft leben. Nun soll sich das ändern. Wird die Gesetzes-Vorlage angenommen, dürfen Homosexuelle ein Kind adoptieren oder per Samenspende Eltern werden. Genau das ist dem "Nein-Komitee" ein Dorn im Auge. Für die Gegner der Vorlage sollten Kinder immer Mama oder Papa haben. Marc Jost ist einer der Akteure des Nein-Komitees. Er ist ehemaliger Pfarrer und Vorstandsmitglied der Evangelischen Volkspartei. Derzeit hat er einen schweren Stand: In aktuellen Umfragen befürworten 69 Prozent der Schweizer eine "Ehe für alle". Auch der Bundesrat und das Parlament sind für ein Ja.

Neuer Direktor in Pompeji

Erst 40 Jahre alt, dann auch noch Deutscher und er soll jetzt Pompeji leiten? Zwei Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats in Pompeji sind aus Protest nach seiner Ernennung zurückgetreten. Gabriel Zuchtriegel ist seit Anfang 2021 der neue Direktor von Pompeji, dem berühmtesten Ausgrabungsgelände der Welt. Über 2000 Jahre ist der Ausbruch des Vesuvs her. Die letzten Jahrzehnte in der archäologischen Stätte waren vor allem durch Verwahrlosung geprägt. Raubgräber und Schlendrian beim Denkmalschutz geben dem Welterbe fast den Rest. 2013 stoppt die EU den zweiten Untergang Pompejis - mit viel Geld. Große Aufgaben für den neuen Direktor, der inzwischen auch die italienische Staatsbürgerschaft hat.

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