Kultur

"Kulturzeit" vom 23.09.2021

Die Themen der Sendung: Zu wenig Politiker*innen mit Migrationshintergrund, Chancenungleichheit an deutschen Schulen, Kultur-TÜV: AfD, Film "Schachnovelle", Louise Erdrichs "Der Nachtwächter" - Literaturgespräch mit Sandra Kegel und Rundgang auf der Art Basel.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2021
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 23.09.2022

Die Themen der Sendung:

Zu wenig Politiker*innen mit Migrationshintergrund

Wer wählt, gewinnt: Bei der Bundestagswahl am 26. September geht es um politische Teilhabe, auch für Menschen mit Migrationshintergrund. Das sind 26 Prozent der Bevölkerung (von ihnen sind zehn Prozent wahlberechtigt) - im Bundestag stammen aber nur acht Prozent der Abgeordneten aus Einwandererfamilien. Woran liegt diese Unterrepräsentation? Werden sie ausgegrenzt oder fehlt auch eine klare Entscheidung für dieses Land? Warum sind CDU/CSU (mit über 43 Prozent) am beliebtesten unter Menschen m Migrationshintergrund - während der SPD diese Wähler davonlaufen?

Wahlplakat von Sevim Aydin, SPD
Wahlplakat von Sevim Aydin, SPD
Quelle: Imago

Unmittelbar vor der Wahl und vor dem 60. Jubiläum des Anwerbeabkommens zwischen der Bundesrepublik und der Türkei treffen wir zwei Nachfahren von Gastarbeitern aus der Türkei, die politisch aktiv sind: Sevim Aydin will für die SPD ins Berliner Abgeordnetenhaus und Ali Ertan Toprak aus Hamburg für die CDU in den Bundestag. Aydin setzt sich für ein Gastarbeiter*innen-Denkmal in Kreuzberg ein, um die Leistung derer zu würdigen, die zum Wohlstand in unserem Land beigetragen haben. Beide Politiker haben ihren Aufstieg durch Bildung geschafft, für beide spielt die soziale Herkunft für Erfolg eine größere Rolle als der Migrationshintergrund. Aydin arbeitet beim Senat mit Opfern extremistisch-politischer Gewalt. Toprak, Chef der Kurdischen Gemeinde Deutschlands, warnt zudem vor der Einflusszunahme des politischen Islam wie zum Beispiel seitens des Ditib oder der Muslimbrüder in Parteien, Behörden und Wohlfahrtsverbänden.

Chancenungleichheit an deutschen Schulen

Soziale Ungleichheit - darüber gibt es in Deutschland einen breiten gesellschaftlichen Konsens - ist weitgehend akzeptiert, solange sie auf das Leistungsprinzip zurückgeht und gleichzeitig Chancengleichheit herrscht. „Alle sollen einen gleichen Zugang zu Lebenschancen haben. Wer dann mehr kann oder schafft, der oder dem soll auch mehr zustehen“, so formuliert es Aladin El-Mafaalani in seinem Buch „Mythos Bildung. Die ungerechte Gesellschaft, ihr Bildungssystem und seine Zukunft“. Mit der Chancengleichheit ist es aber hierzulande nicht weit her. Selbst die OECD mahnt regelmäßig an, dass der schulische Erfolg in Deutschland zu stark von der familiären Herkunft abhänge. Woher kommt das? Wie entsteht diese Chancenungleichheit?

Einer, der diese Frage aus unterschiedlichsten Perspektiven beantworten kann, ist Aladin El-Mafaalani. Der Dortmunder hat das deutsche Bildungssystem als Schüler und als Student erlebt, als Berufsschullehrer, als Ministerialbeamter, als Hochschullehrer und Bildungsforscher, als Migrantenkind und als Vater. Hat Bildungsungerechtigkeit etwas mit Migration zu tun? Hat die Bildungsexpansion der letzten sechs Jahrzehnte keine Wirkung gezeigt? Wie passt ein Bildungssystem, das für die Klassengesellschaft des Industriezeitalters entworfen wurde, in die heutige Zeit? Wie genau wirkt sich das familiäre Umfeld auf die Bildungschancen von Kindern aus? Und wie könnte eine Schule der Zukunft aussehen?

Kultur-TÜV: AfD

Die Kultur ist eine der großen Verliererinnen der Pandemie. Welchen Stellenwert hat sie für die Parteien, und wie wollen sie sie fördern? Wir checken die Kulturprogramme aller im Bundestag vertretenen Parteien: ein Kultur-TÜV für eine Branche in der Krise. Die Reihenfolge der Parteien und deren Ausstrahlung haben wir in der Sendung ausgelost. Teil 5: AfD

Neuverfilmung der "Schachnovelle"

Die Schachnovelle war Stefan Zweigs bekanntestes und zugleich letztes Werk. Geschrieben hat er es kurz vor seinem Freitod im brasilianischen Exil, in das er sich mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus begab. Nach dem «Anschluss» Österreichs gerät ein jüdischer Anwalt in die Fänge der Gestapo, die Zugang zu den Konten des österreichischen Adels will. Als der Jurist sich weigert, wird er in einem Luxushotel über Monate in Isolationshaft gesteckt, wo ihm nur die Schachpartien aus einem Lehrbuch Abwechslung verschaffen. Die Schachnovelle wird nun unter der Regie von Philip Stölzl neu verfilmt.

Louise Erdrichs "Der Nachtwächter" – Gespräch mit Sandra Kegel

Die US-Schriftstellerin Louise Erdrich wurde für ihren jüngsten Roman „Der Nachtwächter“ mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Das Buch basiert auf dem Leben von Erdrichs Großvater mütterlicherseits, der als Nachtwächter arbeitete und Häuptling der Chippewa war. Erdrichs Vater war Deutsch-Amerikaner. Es sei ein „majestätisches, polyphones“ Buch, so das Urteil der Jury. Wir stellen das Buch vor und sprechen mit der Literaturkritikerin Sandra Kegel darüber.

Rundgang auf der Art Basel 2021

Die Art Basel gilt als die wohl wichtigste Messe des internationalen Kunsthandels. 2020  pandemiebedingt ausgefallen, findet sie nun wieder statt. Sammlerinnen und Sammler aus der ganzen Welt können für ein paar Tage nach Basel kommen, um neue Kunst zu kaufen. Nirgendwo sonst gibt es wohl die Möglichkeit, so viele monumentale Kunstwerke so dicht beieinander zu sehen. „Think big“ ist das Motto: Der Schweizer Künstler Urs Fischer hat ein Haus aus Brot gebaut. David Hockney ist mit einem gigantischen Wandbild zu sehen. Und der japanische Videokünstler Ryoji Ikeda lässt die Besucher in eine andere Welt eintauchen. Letztes Jahr gab es nur eine digitale Ausgabe der Art Basel. „Die größte Veränderung zu früher ist, dass die Kunden viel mehr online kaufen“, sagt die Galeristin Susan Sheehan. „Sie sind sehr geduldig, durch alle Online Viewing Rooms zu gehen. Viele der großen Messen haben nun diese Online-Angebote und die Sammler sind sehr dankbar dafür.“ Doch das ist kein Vergleich zum Kunsterlebnis vor Ort. Endlich wieder andere Sammlerinnen treffen, sich vor Ort von Galeristen beraten lassen: Kunst kaufen ist mehr als nur eine Zahl, die von einem Konto zum anderen wechselt. Es ist ein sozialer Akt. Die Stimmung auf der Art Basel ist bestens: einfach, weil sie stattfinden kann.

Tipps:

Games-Tipp: "The Artful Escape" von Beethoven & Dinosaur

Buch-Tipp: "Kann das wirklich weg? 57 Interventionen für die Kultur"

"Musik-Tipp: Organist Olivier Latry auf Tour

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