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Kultur

"Kulturzeit" vom 20.08.2021

Die Themen der Sendung: Unterdrückung in Afghanistan - Gespräch mit Sara Nabil, Berlinale-Gewinner "‎Doch das Böse gibt es nicht", Nazibauten, die Schätze der Hohenzollern und "Der Masseur".

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2021
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 20.11.2021

Die Themen der Sendung:

Flucht und Unterdrückung in Afghanistan - Gespräch mit Sara Nabil

Frau in Burka sitzt mit Kind auf Landstraße in Afghanistan
Frau in Burka sitzt mit Kind auf Landstraße in Afghanistan
Quelle: ap

Seit der Machtübernahme der Taliban geht die Angst um in Afghanistan. Vor allem arbeitende Frauen, Medienvertreter*innen, Künstler*innen und Andersdenkende bitten verweifelt um Hilfe. "Wer das hier sieht und wenn die Welt mich hört: Bitte helfen Sie uns, unsere Leben sind in Gefahr", fleht die bekannte Fernsehmoderatorin Schabnam Dauran in einer Videobotschaft. "Mir wurde gesagt, ich könne meine Arbeit nicht fortsetzen, weil sich das System geändert habe." Die Deutsche Welle berichtet, dass ein Familienangehöriger eines ihrer Journalisten vor Ort von Taliban-Kämpfern erschossen wurde. Am Flughafen in Kabul warten immer noch tausende Ortskräfte auf Rettung. Sie wollen in Sicherheit ein neues Leben im Ausland beginnen. Wir haben mit der afghanischen Künstlerin Sara Nabil über die Lage in ihrem Heimatland gesprochen. Nabil lebt in Frankfurt am Main und reflektiert in ihrer Kunst auch ihre eigene Fluchterfahrung.

Berlinale-Gewinner "Doch das Böse gibt es nicht"

In Iran ist die Todesstrafe nicht nur erlaubt, sie wird auch regelmäßig vollstreckt. Das jüngste Beispiel ist der berühmte und in Iran extrem beliebte Ringer Navid Afkari, der nach der Teilnahme an einer Demo verhaftet und heimlich hingerichtet wurde. Die Todesstrafe ist auch Thema des jüngsten Film von Mohammad Rasoulof. Seinen brisanten Film hat der Regisseur heimlich und ohne Genehmigung in Iran gedreht und dabei viel riskiert. Zum Teil wurden bei der Zensurbehörde Kurzfilme angemeldet, um den Umfang des Projekts zu verschleiern. Für "Doch das Böse gibt es nicht" verbindet er vier Episoden zum Thema "Todesstrafe im Iran". Der Film ist eine schonungslose und glasklare Kritik an einem System, dem jedes Mittel recht ist, seine uneingeschränkte Macht zu schützen und aufrecht zu erhalten. Für seinen zutiefst erschütternden Film erhielt Rasoulof den Goldenen Bären der Berlinale 2020. Da er keine Reiserlaubnis erhielt, nahm seine Tochter den Preis entgegen. In Iran wurde er wenig später zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, musste bisher jedoch die Strafe nicht antreten.

Propaganda aus Stein

Die anstehenden Sanierungen vieler Nazi-Bauten haben die Debatte um den Umgang mit Denkmälern aus der NS-Zeit neu entfacht. Sollen Bauten der NS-Zeit originalgetreu konserviert werden, als seien sie "neutrales" Kulturgut? Oder wird die Nazi-Propaganda dadurch fortgesetzt? Strahlen die Bauten heute noch die menschenverachtende Ideologie aus? Und wenn ja, reicht eine Hinweistafel aus, um die Wirkkraft zu brechen? Die Orte erweisen sich als Herausforderung und Chance zugleich - für das Erinnern in einer Zukunft ohne Zeitzeug*innen.

Die Schätze der Hohenzollern

Georg Friedrich Prinz von Preußen, Ur-Ur-Enkel des letzten deutschen Kaisers, fordert seit Jahren enteignete Kunstobjekte und eine Entschädigung in Millionenhöhe vom Land Brandenburg. Die außergerichtlichen Verhandlungen sind gescheitert. Nun muss ein Gericht entscheiden, ob die Forderungen berechtigt sind. Eine gütliche Lösung im Hohenzollernstreit scheint auch aufgrund der Klagefreudigkeit von Georg Prinz von Preußen gegen Journalist*innen und Historiker*innen in weite Ferne gerückt. Warum geht er gegen Pressevertreter*innen und Kritiker*innen vor? Und was hat er wirklich mit den Kulturgütern vor, sollten sie ihm zugeschlagen werden? Im Gespräch mit der Filmautorin und Journalistin Tita von Hardenberg stellt er sich nun erstmals öffentlich diesen Fragen.

Film "Der Masseur"

Der Film "Der Masseur" von Małgorzata Szumowska und Michał Englert feierte 2020 in Venedig seine Weltpremiere. Die deutsch-polnische Koproduktion war auch im Oscar-Rennen für den besten fremdsprachigen Film. Ein Mann namens Zhenia aus der Ukraine will in Polen Fuß fassen. Außer einem klappbaren Massagetisch hat er nichts dabei. Die Einwanderungsbehörde in Warschau hört sich sein Anliegen an. Schließlich überzeugt Zhenia, indem er dem Beamten eine wahnsinnig intensive Kopfmassage verpasst und damit die Aufenthaltserlaubnis erhält. In einem reichen Viertel Warschaus am Stadtrand beginnt er seine Arbeit. Nach und nach wird er für viele zu einem intimen Vertrauten, zu einer Guru-ähnlichen Figur, zum Beichtvater und zum Heiler.

Krimibuchtipps:

Andrea Di Stefano: "Buona Notte"

Bernhard Aichner: "Gegenlicht"

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