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Kultur

"Kulturzeit" vom 18.08.2021

Die Themen der "Kulturzeit" vom 18.08.2021: Belarussischer Chor auf der Flucht, Olaf Scholz zur Kulturpolitik, "Dunkelblum" - Gespräch mit Eva Menasse und Kabarettist Jad Turjman.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2021
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 18.08.2022

Die Themen der Sendung:

Belarussischer Chor auf der Flucht

Nach jedem Auftritt des "Protest-Chors" in Minsk folgten Festnahmen und Hausdurchsuchungen. Deswegen sind die MusikerInnen des "Freien Chors" von Minsk ins polnische Exil geflohen und touren aktuell durch Westeuropa. Genau ein Jahr nach Beginn der Proteste in Belarus erhebt der Chor weiterhin seine Stimme gegen das brutale Regime von Alexander Lukaschenko - trotz einer beispiellosen Repressionswelle gegen die Andersdenkenden. Mindestens zehn Künstler*innen des Chores können nicht mehr zurück nach Belarus - ihnen drohen dort langjährige Haftstrafen.

Mitglieder des «Volny Chor» (Freier Chor) von Belarus treten auf dem Litauischen Platz auf. Der Chor ist in Belarus verboten.
Mitglieder des "Volny Chor" (Freier Chor) von Belarus treten im Exil auf.
Quelle: dpa

Genau vor einem Jahr ist der Chor bei den Straßenprotesten in Minsk entstanden. Spontan haben einige hundert belarussische Musiker*innen täglich musikalische Flashmobs bei den Protestmärschen veranstaltet und Konzerte in Minsker Innenhöfen gegen Polizeigewalt, Wahlbetrug und Diktatur gegeben. Sie kannten sich nicht persönlich, organisierten sich über die sozialen Netzwerke, probten im Untergrund und zeichneten ihre Konzerte und Musikvideos an geheimen Orten auf. Mehrere Künstler*innen des Chores wurden immer wieder festgenommen, machten aber trotzdem weiter. Die belarussische Polizei machte täglich Jagd auf den Chor und zwang die Musiker*innen zur Flucht aus eigenem Land - wie zehntausende weitere Belarussinnen und Belarussen. Nun singt der Chor aus dem Exil für Freiheit und Demokratie in Belarus - und hofft weiterhin auf einen Machtwechsel in Minsk.

Olaf Scholz zur Kulturpolitik der SPD

Vor der Bundestagswahl haben wir mit Vertreter*innen der drei Kanzlerkandidat*innen-Parteien über die Kulturpolitik ihrer Partei und ihr persönliches Verhältnis zur Kultur gesprochen. Olaf Scholz ist der einzige der drei Kanzlerkandidat*innen, die mit uns über ihr Wahlprogramm gesprochen haben. Scholz betrachtet Kultur als systemrelevant, bekennt sich zum Staatsziel Kultur und will Kulturpolitik zur Chefsache machen.

"Dunkelblum" - Gespräch mit Eva Menasse

In ihrem neuen Roman "Dunkelblum" verarbeitet Eva Menasse ein dunkles Kapitel österreichischer Geschichte. Ein Ereignis, das dem Buch zugrunde liegt, ist das Massaker in Rechnitz im März 1945 - der Mord an etwa 180 Zwangsarbeitern während eines Festes im örtlichen Grafenschloss. Nur wenige der Leichen sind je gefunden worden, die Täter sind nie bestraft worden. "Dunkelblum", der erfundene kleine Ort, steht beispielhaft für einen größeren Zusammenhang. Eva Menasse hat lange recherchiert und aus dem Material einen umfangreichen Roman gemacht, der eine Art von Antiheimat-Geschichte liefert, mit vielen ineinander verflochtenen Handlungsfäden, mit viel Personal - ein wimmelndes Bild von Taten und Untaten, von viel Geschäftigkeit heute und viel Niedertracht damals. Wir sprechen mit der Autorin über ihren Roman.

Jad Turjman ist "Der Flüchtling Ihres Vertrauens"

Unweit von Salzburg liegt der Mattsee. Dort lebt seit sechs Jahren Jad Turjman. Der 32-jährige Syrer ist Kabarettist und nennt sein Programm ironisch "Der Flüchtling Ihres Vertrauens". Was Turjman in seiner Heimat erlebt hat, ist erschütternd. Er ist von Assads Schergen entführt und gefoltert worden - und schließlich geflohen, um nicht im Krieg zu sterben. Drei Monate lang ist Turjman quer durch Europa auf dem Weg gewesen, überwiegend zu Fuß, bis ihn eine Familie am Mattsee aufgenommen hat. 2019 hat er zum ersten Mal über seine Flucht geschrieben, und das Buch hat damals viel Aufmerksamkeit bekommen. Jetzt erscheint sein erster Roman, er heißt "Der Geruch der Seele".

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