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Kultur

"Kulturzeit" vom 17.11.2021

Unsere Themen: Streit um Youtube-Sperren, Nürnberger Oper feuert Peter Konwitschny, Modedesigner Edward Crutchley, das digitale Pina-Bausch-Archiv und der Wert der Bilder.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2021
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 17.11.2022

Die Themen der Sendung:

Streit um Youtube-Sperren

Zu sehen ist ein schwarzer Bildschirm, auf dem ein Ausrufezeichen und ein Satz in weißer Schrift geschrieben stehen. In der oberen rechten Ecke des Bildes ist das rot-weiße Logo der Plattform "Youtube" erkennbar.
Symbolbild: Unverfügbares Video auf Youtube
Quelle: imago

Die Deutschlandausgabe von "Russia Today" ist alles andere als ein demokratisch orientierter Fernsehsender: Wo gegen westliche Impfmittel gewettert, der russische Staat glorifiziert und Verschwörungstheorien Raum gegeben wird, schreitet die Plattform Youtube ein und zensiert. Ende gut, alles gut? Wohl kaum. Denn seit Jahren regulieren sich Facebook, Youtube und viele andere Plattformen selbst und setzen Zensur durch "ohne, dass wir als Gesellschaft darauf groß einwirken können." Dabei ist nur ein Bruchteil der durch Youtube gelöschten und gesperrten Inhalte auch nach deutschem Recht verboten.

Auch der Politik- und Rechtswissenschaftler Torben Klausa, der zu Plattformregulierung forscht, sieht die Löschpraxis kritisch. Sollen internationale Digitalkonzerne alleine entscheiden dürfen, welche Videos online zu sehen sind und welche nicht? Was passiert mit unserer öffentlichen Meinung, wenn Konzerne und Algorithmen darüber entscheiden, wer noch Gehör findet und wer nicht? Wir zeigen Fallbeispiele und sprechen mit Befürwortern und Gegnern der Lösch-Praxis von Youtube.

Nürnberger Oper feuert Regisseur Peter Konwitschny

Bei den Proben zu seiner Inszenierung von Verdis "Troubadour" an der Nürnberger Oper äußerte sich Regisseur Peter Konwitschny offenbar diskriminierend gegenüber einer Künstlerin. "Die einzig mögliche Konsequenz" aus Sicht der Theaterleitung sei deshalb eine sofortige Trennung gewesen. Während das Staatstheater Nürnberg keine Äußerung Konwitschnys veröffentlichte, äußert sich der Regisseur bei uns selbst zu den Vorwürfen.

Modedesigner Edward Crutchley - ist die Zukunft der Mode genderneutral?

Ein männliches Model im Ballkleid, ein Junge mit Kopftuch, ein Mann im Badeanzug: Der britische Modedesigner Edward Crutchley fordert mit "Genderbending" das traditionelle Verständnis von Geschlechterrollen heraus. Für seine aktuelle Kollektion ließ sich der Brite von der queeren Kultur des 17. Jahrhunderts beeinflussen. Das Ergebnis hat Crutchley, der schon seit Jahren für das Traditionshaus Dior arbeitet, jetzt auf dem Laufsteg präsentiert. Auf der Londoner Fashion Week haben seine Entwürfe, die historisch inspiriert, aber zukunftsweisend sind, für Begeisterung gesorgt. Ist die Zukunft der Mode also genderneutral?

Das digitale Pina-Bausch-Archiv geht online

Pina Bausch gilt als Kultfigur der internationalen Tanzszene - nun ist ihr künstlerisches Erbe aus 40 Jahren Schaffensprozess endlich in einem digitalen Archiv für alle zugänglich. Systematisch hat die Choreografin und Tänzerin noch zu Lebzeiten jeden Schnipsel um den Entstehungs-, Proben- und Aufführungsprozess ihrer Stücke gesammelt. Sie selbst arbeitete mit mehreren Mitarbeiter*innen an der Erschließung dieses unglaublich großen Materialbestandes. Nach ihrem Tod gründete ihr Sohn Salomon die "Pina Bausch Foundation" und brachte hier ihren umfangreichen künstlerischen Nachlass ein. Sein Ziel: ein lebendiges digitales Archiv. Für alle, die nicht nach Wuppertal kommen können, um in den unzähligen Karteikästen zu stöbern. Ein Highlight der Website: Erstmals sind Aufzeichnungen ganzer Stücke zu sehen, zu Beginn "Café Müller", "Palermo Palermo" und "Fritz".

Der Wert des Bildes

Eine unsichtbare Revolution. Am 1. Juni 2021 hörte Google damit auf, Bilder kostenlos zu speichern. Davon betroffen: weltweit über eine Milliarde Nutzer. Ihre Bilder sind unwiederbringlich weg - und so wirklich scheint es niemanden interessiert zu haben. Offensichtlich gibt es zu viele Bilder - niemand hat mehr den Überblick, niemand mehr Interesse. Was aber bedeutet dies für die Bilder? Sind sie überhaupt noch etwas Besonderes?

Vergangene Generationen hatten Fotoalben - gemeinsam betrachtete und meist ebenso sorgsam gewählte wie konzentrierte Erinnerungen durch Bilder. In Smartphonezeiten, durch Dienste wie Instagram, wird alles Erdenkliche in Fotos festgehalten. Verschwinden unsere Erinnerungen, da jede Sekunde dokumentiert ist? Michael Biedowicz, Bildredakteur der Zeit, sagt: "Man muss die Bilder wieder sichtbar machen, sonst sind sie weg."

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