Kultur

"Kulturzeit" vom 14.01.2022

Unsere Themen: Corona-Spaziergänge, Ausblicke 2022 - Tahnee und Florian Schröder, Nachruf auf Herbert Achternbusch, Kinofilm "Charlatan", Zentrum für politische Schönheit und Kinderbuchtipps.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2022
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 14.02.2022

Die Themen der Sendung:

Der Spaziergang in Corona-Zeiten - Gesopräch mit Sineb al Masrar

Einst stand der Spaziergang für Muße, Erholung, Naturverbundenheit und Familienritual, doch das Wort hat seit der Corona-Pandemie einen Beigeschmack von Protest und Querdenken bekommen: Regelmäßig treffen sich Corona-Leugner und Impfskeptiker zu meist unangemeldeten Demonstrationen, getarnt unter dem Begriff des Spaziergangs. Nicht zuletzt weil der Begriff eine zivile, unpolitische Sphäre markiert. Wir sprechen mit der Autorin und Dramaturgin Sineb El Masrar über Verschwörungstheorien und darüber, was Verschwörungstheoretiker verschiedenster politischer Richtungen vereint.

Ausblicke 2022: Tahnee und Florian Schröder

Zum Jahresbeginn 2022 haben wir Künstler*innen aus den 3sat-Ländern gefragt, wie sie auf das neue Jahr blicken. Welche Wünsche, Hoffnungen und Sorgen haben sie? Welche Projekte, Pläne und Ideen möchten sie verwirklichen? Was ist möglich in Zeiten der Pandemie? Im fünften Teil der Reihe kommen die Stand-Up-Comedienne Tahnee und der Kabarettist Florian Schröder zu Wort.

Film "Charlatan" - Der selbsternannte Heiler Jan Mikolasek

Für die einen war er ein Mensch mit göttlicher Gabe, für die anderen galt er als einer der größten Scharlatane der Geschichte: Der Kräuterheiler Jan Mikolasek. In den 1950er Jahren versammelten sich vor Mikolaseks Haus, einer noblen Villa in der Provinz, täglich hunderte Patienten, in der Hoffnung, er würde ihre Schmerzen lindern. Was ihn reich machte, schien in den Augen der kommunistischen Regierung verdächtig. Auch die jahrelang geheim gehaltene Homosexualität und das Verhältnis zu seinem Assistenten war ihr ein Dorn im Auge. Die Filmemacherin Agnieszka Holland hat nun einen Film Film über die Geschichte eines Antihelden gedreht. "Charlatan" startet am 20. Januar in den Kinos.

Razzia beim "Zentrum für politische Schönheit"

Eine Wohnung und ein Atelier der Satire- und Politikinitiative "Zentrum für politische Schönheit" sind von der Berliner Polizei durchsucht worden. Dabei ging es um eine Aktion des Zentrums, bei der die AfD im Wahlkampf 2021 hinters Licht geführt worden war. Das "Zentrum für politische Schönheit" hatte die AfD mit einem fiktiven Flyerservice getäuscht und im Herbst Millionen Informationsflyer von verschiedenen Kreisverbänden der Partei gesammelt, um sie angeblich zu verteilen. Später wurden die Flyer geschreddert. Die AfD sprach damals von einem "erheblichen Schaden für die Demokratie" und kündigte eine Anzeige an. Durchsucht wurde laut Polizei wegen des Verdachts der Fälschung beweisrelevanter Daten. Die Polizei beschlagnahmte mehrere Datenträger wie Smartphones oder Computer. Im Einsatz waren auch Beamte des für politisch motivierte Taten zuständigen Staatsschutzes des Berliner Landeskriminalamtes. Bei dem Paragrafen geht es um den Rechtsverkehr und die Veränderung von Daten zur Täuschung. Das "Zentrum für politische Schönheit" schrieb auf Twitter mit Blick auf die Landesregierung aus SPD, Grünen und Linken: "Die erste Amtshandlung des neuen R2G-Senats in Berlin: Wohnungen von Künstlern durchsuchen. Ein schwarzer Tag für die Kunstfreiheit in Deutschland." Die AfD hatte von mehr als einer Million nicht verteilter Wahlkampf-Flyer gesprochen. Das Zentrum nannte die Zahl von etwa fünf Millionen Flyern oder rund 30 Tonnen Werbematerial, das bei einem Unternehmen für Aktenvernichtung geschreddert worden war.

Zum Tod von Herbert Achternbusch

"Die letzte Freiheit eines Verzweifelten ist der Humor". Herbert Achternbuschs Filme brechen die Welt auf, sie sind radikal persönlich und treffen dennoch genau die Verhältnisse. Bekannt wurde er 1982 mit der Film-Satire "Das Gespenst" über den Konflikt zwischen einem in der bayerischen Kirche vom Kreuz gestiegenen Jesus Christus und der modernen Welt. Jetzt ist der Münchner Filmemacher, Schriftsteller und Maler im Alter von 83 Jahren gestorben.

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