Kultur

"Kulturzeit" vom 11.11.2022: Unmut in Putins Geheimdienst

Die Themen der Sendung: Untergangsstimmung in Putins Geheimdienst? Dissidenten packen aus, "Othello" aus Südafrika, Musikbranche in der Krise, Doku über Leonard Cohens "Hallelujah" und Krimibuchtipps.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2022
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 11.02.2023

Die Themen der Sendung:

Untergangsstimmung in Putins Geheimdienst? Dissidenten packen aus

Der russische Präsident Wladimit Putin sitzt alleine an einem kleinen Tisch.
In Putins Machtapparat rumort es.
Quelle: AP

Im Machtapparat des Kremls rumort es – so zumindest sagt es Maria Dmitriewa, eine Ärztin, die nach eigenen Angaben für zahlreiche russische Sicherheitsbehörden gearbeitet hat. Die junge Frau hat in Frankreich Asyl beantragt. Kurz vor ihrer Ausreise war sie noch für den Inlandsgeheimdienst FSB tätig. Sie ist die erste Insiderin aus den russischen Sicherheitsbehörden, die nach Kriegsbeginn offen von der Stimmung dort spricht. Vielen Mitarbeitern sei bewusst, dass der Krieg gegen die Ukraine nicht mehr zu gewinnen sei. Sie sorgten sich um ihre Zukunft, die Unterstützung Putins bröckele, sagt sie. Auch die Quellen des Menschenrechtsaktivisten Wladimir Osetschkin bestätigen großen Unmut in den russischen Geheimdiensten. Dies sei auch der Grund, warum Putin den Tschetschenen-Führer Ramsan Kadyrow zum Generaloberst befördert habe.

Exil-Iranerinnen - Sahar Rahimi

Sie leben in der Schweiz oder in Deutschland in Sicherheit. Und dennoch leben sie jeden Tag in Angst um ihre Angehörigen. Was können Exil-Iranerinnen tun, um zu helfen, ohne dabei ihre Lieben im Iran in Gefahr zu bringen? Und was kann die Kunst dabei leisten? Die Regisseurin Sahar Rahimi, die im März 2023 am Theater Basel "Die Perser" inszeniert und die Schauspielerin Elmira Bahrami haben gemeinsam mit anderen Exil-Iranerinnen am Theater Basel einen Solidaritätsabend veranstaltet.

"Othello" aus Südafrika

"Othello" feiert Jubiläum – 2022 ist es genau 400 Jahre her, dass William Shakespeare ein Stück über einen Schwarzen in einer weißen Gesellschaft schrieb, der es zwar zu Ruhm und Ehre geschafft hat, dessen Aufstieg aber trügt. Sein "Othello" ist ein Paradebeispiel für die Geschichte eines Außenseiters, der seinen gesellschaftlichen Platz sucht, der ihm aber verwehrt bleibt. Frisch vermählt mit Desdemona, treibt ihn sein vermeintlicher Vertrauter Jago bis zum Äußersten – zum Mord an seiner Frau. Doch wer ist Othello? Was bewegt ihn? Was treibt die Figur des Othello im Innersten an? Ist er Täter oder Opfer oder gar eine Marionette Jagos? Was macht die Gesellschaft aus Othello und was kann uns Shakespeares Geschichte heute noch vermitteln? Am Düsseldorfer Schauspielhaus will man diese Fragen mit einem besonderen "Othello" beantworten - einer südafrikanisch-deutschen Inszenierung.

Krise in der Musikbranche

Die sommerlichen Rockfestivals waren ausverkauft und Superstars wie Ed Sheeran oder die Stones haben sich regelrecht die Stadien weitergereicht. Doch ganz so rosig ist es nicht. Anstelle von "ausverkauft" liest man jetzt oft "fällt aus". Jüngstes Beispiel ist die Tournee von Mavi Phoenix. Er musste alle geplanten Konzerte Anfang November Woche absagen, weil im Vorverkauf nicht genügend Tickets verkauft worden sind. Dabei ist Phoenix einer der besten Musiker Österreichs. Die Musikbranche steht derzeit wirtschaftlich enorm unter Druck.

Leonard Cohens "Hallelujah"

Wer will zählen, in wie vielen Casting-Shows, auf wie vielen Hochzeiten Leonard Cohens "Hallelujah" wohl inzwischen gesungen wurde, von wie vielen Chören, Amateurmusikern und Weltstars. Die Geschichte des Songs ist eine der seltsamsten Episoden der Popgeschichte: Als der Song 1984 erschien, wollte niemand etwas davon wissen. Cohen war auf dem Tiefpunkt seiner Karriere und es sah nicht so aus, als käme er dort wieder heraus, da half auch der "Wetten dass..?"-Auftritt nichts, der sich in den ZDF-Archiven findet. Hilfe kam erst nach Jahren und von außen: Velvet Underground-Musiker John Cale stellte mit R.E.M. und anderen 1991 ein Tribut-Album für Cohen zusammen. Und bat um die Lyrics des Songs. Er dürfte nicht schlecht gestaunt haben, als nach und nach 90 Strophen aus dem Fax-Gerät liefen. Und das dürfte nur die Hälfte von dem sein, was Cohen tatsächlich geschrieben hatte.

Einer der Gründe, warum dieser Song die Dimensionen des Pop und die Dimensionen eines Lebens sprengen: Cohen hatte fünf Jahre an "Hallelujah" geschrieben. Alles ist drin – das alte Testament, die Musiktheorie, Sex und Verlangen, natürlich. Die berühmteste Version stammt von Jeff Buckley, doch John Cales Version hat durch den "Shrek"-Soundtrack Popularität in einer jüngere Generation gefunden. Jetzt widmet sich ein Dokumentarfilm dem Jahrhundertlied - "Hallelujah, a jouney, a song" kommt am 17. November in die deutschen Kinos. Zeitgleich veröffentlicht Columbia ein Best-of-Album – beides zusammen eröffnet den Zugang zu wichtigen Wegbegleiter*innen Cohens (1934-2016) – Zeug*innen eines langen Künstlerlebens, dessen Zentrum ein Song ist: "Hallelujah".

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